Seit einigen Jahren kann man beobachten, dass von Explorationsgesellschaften alte Goldminen bei ihrer Suche nach dem Edelmetall bevorzugt werden. Psychologisch aus mehreren Gründen logisch. Die Standorte haben bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass man auf ihnen fündig wurde, auch wenn sie noch nicht mit modernen Methoden erforscht wurden. Somit liegt auf der Hand, dass noch Vieles im Boden schlummern könnte, wenn gezielt mit modernen computergestützten Methoden gesucht wird. Was für die Explorer nicht nur geringeres Risiko bedeutet als auf der unbekannten „grünen Wiese“ nach Gold zu suchen, sondern in Zeiten niedriger Edelmetallpreise den Anlegern mehr Vertrauen auf Erfolg suggeriert. Was ebenfalls bei den notwendigen Kapitalbeschaffungen vorteilhaft ist.

Auch sind die neuen Erkundungen kostengünstiger, da auf bereits vorliegendes Bohr- und Datenmaterial zurückgegriffen werden kann, das den Geologen hilft, rascherer, sicherer und effizienter nach Ausdehnungen in die Breite und Tiefe zu suchen. Diese „Lieblingsmethode“ der Erforschung historischer Fundstellen wurde in den letzten Jahren zum Hauptanliegen vieler Explorationsgesellschaften.

Dies ist auch daran festzustellen, wie stark die Erforschung von unberührtem Boden im gleichen Zeitraum zurückging, nämlich im gleichen Verhältnis wie die Zunahme der Erforschung historischer Minen.

Warum ist dies von Bedeutung? Dazu muss man für ein gutes Verständnis die globale Entwicklung der Goldproduktionen mit einbeziehen. Viele der heute namhaften Goldproduzenten haben ihre großartigen und werthaltigen Produktionen, die heute den Weltmarkt dominieren, selbst gefunden, entwickelt und in Produktion gebracht. Ein Großteil der heute jährlich produzierten Unzen stammt aus Landstrichen, die zuvor niemals bearbeitet, sondern von den Unternehmen selbst entdeckt wurden. Gerade diese Projekte sind es auch, die neben ihrer großen Menge an Gold auch durch ihre überwiegend hohen Goldgrade die besten wirtschaftlichen Voraussetzungen bieten und zum Großteil der Marktnachfrage beitragen.  

Nun gut, werden einige sagen, dass können doch historische Minen ebenfalls? Ja, können sie, aber eben nur zum Teil und begrenzt, denn wirklich große Goldmengen, die für die künftige Bedeckung des Nachfragemarktes zur Verfügung stehen sollen, findet man nicht auf alten Minen, sondern nur durch neue Entdeckungen im großen Umfang. Das belegen langjährige Statistiken eindrucksvoll.

Nach etlichen Gesprächen mit Lenkern großer Produzenten kommt man zum gerechtfertigten Schluss, dass es um den zukünftigen Goldmarkt schlecht bestellt sein könnte, wenn nicht wieder mehr Projekte auf jungfräulichen Boden gestartet werden und so Hoffnung auf wirklich große Funde entsteht. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass die wirklich großen Funde weniger werden, generell die Goldgrade niedriger werden und so in Zukunft kaum den Bedarf decken werden. Speziell dann, wenn durch Kriegswirren, Staatsverschuldungen, Handelskriege und vieles mehr – wir sehen es ja derzeit in allen Medien – die Nachfrage nach Gold weiter steigen sollte.

Mit der aktuellen Befeuerung der Edelmetallpreise, von der wir hoffen, dass sie eine gewisse Nachhaltigkeit besitzt, sollten sich Explorer wieder verstärkt um neue Fundorte bemühen, damit Gold nicht eines Tages zum Mangelmetall wird. So lukrativ und rasch umsetzbar das Ausbeuten historischer Minen auch sein mag, die Zukunft des Goldes und des Goldmarktes liegt nach wie vor im unentdeckten Boden und nicht in den alten Minen.