Eigentlich hatte 2018 für Minenunternehmen gut begonnen. Aktien von europäischen Metall & Minen Unternehmen sind anfänglich gestiegen, befinden sich aber nun ungefähr 25% unter den Höchstständen vom Juni 2018. Obwohl der Stoxx Basic Resources Index um 16% gefallen ist, gehören Rohstoffunternehmen 2018 allerdings nicht zu den schlechtesten Aktien in Europa.

Der Handelskrieg zwischen Washington und Peking, sowie eine steigende Angst, dass Chinas Wirtschaft unter Druck geraten könnte, führten zu einem deutlichen Kursrückgang und es gibt genügend Anzeichen dafür, dass auch 2019 kein einfaches Jahr werden könnte.

Auf welche Punkte sollten nun Investoren 2019 achten?

Handel und Wirtschaft

Zwar hat sich der Handelskonflikt im Dezember 2018 etwas beruhigt, dennoch bleibt er einer der Hauptprobleme für 2019, da der Konflikt einen großen Einfluss auf die Metallnachfrage hat. Je geographisch verzweigter ein Unternehmen agiert, desto besser ist es. Für ArcelorMittal könnte sich dies positiv auswirken. Stahlhersteller wie Voestalpine AG und die Klöckner AG sind von einem Handelskrieg mehr betroffen.

Edelstahl ist ein Sektor, der 2018 sehr stark unter Druck geriet. Die Aktien von Aperam SA, Outokumpu Oyj and Acerinox SA sind seit Oktober 2018 um mehr als 30% gefallen. Sie alle hatten mit günstigeren Importen und einem Überangebot zu kämpfen. Die chinesische Regierung hat zwar mehrfach angekündigt, ihre Wirtschaft zu unterstützen, dies ist allerdings noch nicht bei den Unternehmen angekommen.

Die Strategen der Citigroup Inc. glauben, dass ein starker Rückgang der chinesischen privaten Haushaltsausgaben dafür sprechen, dass 2019 politische Maßnahmen notwendig werden. Allerdings gibt es auch positives aus China zu berichten. Die Ausgaben für Infrastruktur, Eigentum und Handel sind in den letzten Monaten wieder deutlich angestiegen.

Chinas Politik

Die Analysten sind für 2019 optimistisch. Sie glauben, dass Investitionen in die Infrastruktur und in das Baugewerbe helfen könnten, die Nachfrage nach Rohstoffen zu stimulieren. Das Umweltschutzprogramm der chinesischen Regierung hat ebenfalls Auswirkungen auf die Stahlpreise und den Konsum von Eisenzerz. Top Qualitätsproduzenten wie BHP Group Plc und Rio Tinto Plc wären eindeutige Nutznießer, so wie auch Ferrexpo Plc.

Übernahmeaktivitäten und Bilanzen

Minenunternehmen haben in den letzten Jahren ihre Schulden deutlich reduziert, indem sie große Vermögenswerte verkauften, um sich auf ihre Kernbereiche zu konzentrieren.

BHP und Rio Tinto haben ihre Bilanzen verbessert und die Anleger großzügig mit Rückkäufen und Sonderdividenden belohnt. Allein BHP erwirtschaftete in den letzten zwei Jahren rund 21 Milliarden US-Dollar.

2019 wird dies voraussichtlich nicht noch einmal geschehen. Daher werden regelmäßige Dividendenzahlungen wichtig werden. Der Sektor handelt aktuell mit einer Dividendenrendite von etwa 5,7 Prozent.

Zudem werden Investoren auf die M&A Aktivitäten von Unternehmen achten. Der Deal zwischen Randgold Resources Ltd. und Barrick Gold Corp. soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Zukunft von Acacia Mining Plc, die sich zu rund 64 Prozent im Besitz von Barrick befindet, ist noch unklar.

Da Goldproduzenten Schwierigkeiten haben, die Kosteninflation einzudämmen, können hier weitere Konsolidierungen nicht ausgeschlossen werden. Der Kampf um die Kontrolle der SolGold Plc schreitet voran. BHP und Newcrest Mining Ltd. bauen beide ihre Anteile an dem vielversprechenden Kupfer- und Goldproduzenten aus..

Edelmetalle

Gegen Ende des Jahres 2018 hat sich Gold gut gehalten. Randgold, Acacia Mining and Polymetal International Plc könnten sich auch 2019 weiterhin gut entwickeln, sollten die Unsicherheiten in Bezug auf die weltweite Wirtschaftsentwicklung andauern und sich die Kurschwankungen der Aktienmärkte fortsetzen.  

Die Preisentwicklung von Palladium hat Gold dieses Jahr bei weitem übertroffen. Die Nachfrage der Automobilindustrie stieg stark an, da Dieselfahrzeuge durch Benzinautos ersetzt wurden. Auch 2019 sollte das Metall von diesem Trend profitieren. Unternehmen mit Fokus auf Palladium sind Lonmin Plc und MMC Norilsk Nickel PJSC.

Spezialfälle

Glencore Plc wird 2019 erneut die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen. Der weltweit größte Rohstoffhändler wird vom US-Justizministerium wegen mutmaßlicher Bestechungspraktiken in der Demokratischen Republik Kongo, in Venezuela und in Nigeria untersucht. Das Unternehmen hat seit Juli rund 20 Prozent seines Wertes eingebüßt. Glencore ist der günstigste unter den Bergbau- und Metallkonzernen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8.

Der Aluminiummarkt war im Jahr 2018 enttäuschend. Sanktionen überschatten weiterhin RUSAL Plc, den größten Hersteller. Alunorte, das größte Aluminiumwerk der Welt, von Norsk Hydro ASA in Brasilien wird nach einer Untersuchung in Bezug auf Wasserverschmutzung mit reduzierten Kapazitäten bewirtschaftet. Die Rückkehr zur vollen Kapazität bei Alunorte wird für Norsk Hydro von entscheidender Bedeutung sein und gleichzeitig die Spannungen in der Aluminiumversorgung verringern.

Gestreckte Bilanzen könnten sich generell negativ auswirken. Fallende Preise und steigender Margendruck können die Schwierigkeiten für gehebelte Unternehmen verschärfen. Nyrstar NV verlor im Jahr 2018 mehr als 90% ihres Wertes. Gründe waren Bedenken hinsichtlich der Zahlungsströme und Zweifel an der Rückzahlungsfähigkeit der Schulden Das letzte Kapitel dieser Geschichte dürfte im September 2019 stattfinden, wenn ein großer Teil der Anleihen zurückgezahlt werden muss.