Dies ist das zweite von insgesamt zehn Kapiteln aus dem eBook „Goldaktien: 10 Erfolgsfaktoren für fortgeschrittene Anleger“. Jedes Kapitel behandelt eine Frage, die du beantworten solltest, bevor du eine Goldaktie kaufst. Viel Spaß bei der Lektüre!

Kapitel 2: Welches Geschäftsmodell hat das Unternehmen und in welcher Phase befindet es sich?

Goldaktien sind nicht gleich Goldaktien. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob du in einen großen Goldproduzenten wie Barrick Gold investierst oder in eine kleine Explorationsgesellschaft mit negativem Cashflow, die noch kein Gold produziert, sondern danach sucht. Als Faustregel für ein gesundes Risikomanagement solltest du Unternehmen mit einer gewissen Größe und Diversifikation, die tatsächlich Einnahmen generieren, in deinem Goldportfolio stärker gewichten als spekulative Positionen.

Es gibt viele verschiedene Geschäftsmodelle bei Goldunternehmen. Ein klassischer Goldproduzent verfügt über eine oder mehrere Minen und profitiert größtenteils über die Marge zwischen den absoluten Förderkosten (AISC) und dem Erlös pro Goldunze (und der Beiprodukte) am Markt.

Andere Edelmetallaktien profitieren als Anleihegeber, Abnahmevertragspartner, Joint Venture (JV)-Partner, über Lizenzgebühren und Streaming-Modelle. Wieder andere sind darauf spezialisiert, Gold- und andere Rohstoffprojekte in einem Portfolio zu halten und mit JV-Partnern weiterzuentwickeln (Project Generators). Wieder andere spielen die Goldzyklen und kaufen während schlechter Phasen im Goldmarkt günstig Unzen im Boden, halten diese mit möglichst geringen Kosten über einige Jahre und verkaufen oder entwickeln Projekte in einem besseren Goldmarkt (Optionality Plays).

Bei aller Vielfalt der Geschäftsmodelle von Goldaktien, führt die „klassische“ Entwicklung sicherlich von der Exploration über die Entwicklung von Projekten, bis hin zur Produktion bzw. Übernahme durch ein anderes Unternehmen.

Eine Grafik von Brent Cook (Exploration Insights) zeigt anschaulich den Lebenszyklus eines erfolgreichen Rohstoffprojektes von der frühen Exploration bis hin zur späten Produktion. Auffällig ist der als relativer Wert skizzierte Kurvenverlauf, der alles andere als linear verläuft.

Die Explorations- und Entwicklungsphase von Goldaktien hat generell einen überaus spekulativen Charakter. Starke Volatilität ist vorprogrammiert und du solltest als Anleger deine persönliche Volatilitätstoleranz kennen, bevor du investierst. Der in der Grafik dargestellte Verlauf zeigt die „typische“ Entwicklung erfolgreicher Junior-Rohstoffaktien. Zu bestimmten Phasen kaufen und verkaufen erfahrungsgemäß unterschiedliche Anleger eine Aktie und es gibt je nach Phase der Entwicklung ganz unterschiedliche Chancen und Risiken und ganz unterschiedliches Potenzial für positiven oder negativen Newsflow.

Quelle: Exploration Insights

Aber sei gewarnt: In der Realität gelangt nur eines von etwa zehn Explorationszielen mit mineralischen Anomalien in eine Phase, in der Bohrungen durchgeführt werden und davon wird nur eines von fünfhundert oder sogar eintausend Projekten irgendwann zu einer profitablen Mine. Der „typische“ Verlauf ist also eher ein good-case Modell und hilft dir dabei, die Entwicklungsphase von Goldaktien gut einzuordnen.

Dies war das zweite von insgesamt zehn Kapiteln aus dem eBook „Goldaktien: 10 Erfolgsfaktoren für fortgeschrittene Anleger“. Das vollständige Dokument kannst du kostenlos hier herunterladen:

Investier schön!

Dein Florian

 

Florian Munsch

Herausgeber goldgeldwelt.de