In den letzten Monaten kamen die Kobaltpreise deutlich unter Druck. Im Mai 2018 waren sie noch auf einem Niveau von über 75.000 EUR pro Tonne, aktuell zahlt man 45.000 EUR pro Tonne, ein Rückgang von 40%. Hauptgrund für den Verfall war eine Angebotssteigerung von Kobalt; vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo, wo in den letzten Monaten zusätzliches Kobalt gefördert wurde.

Eine Erhöhung der Subventionen von Elektrofahrzeugen in China, welche für etwa 50% der Produktion von Elektroautos verantwortlich sind, konnten den Preisverfall ähnlich wie bei Lithium nicht verhindern.

Nun könnte der Kobaltpreis wieder vor einer Trendwende stehen. Experten von Capital Economics, einem führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsunternehmen aus London, glauben, dass der Kobaltpreis bis Mitte 2019 um 30% ansteigen könnte. Der Grund dafür liegt in einer Ankündigung von Glencore PLC, dem weltweit größten Rohstoffunternehmen mit Sitz in der Schweiz.

Glencore stoppt kurzfristig Kobalt Exporte aus dem Kongo

Das Glencore-Management gab bekannt, dass die Kobalt Hydroxid Exporte der Katanga Kupfer-Kobalt Mine im Kongo wegen zu hohem Uranium Gehalt für mehrere Monate gestoppt werden müssen. Das Analyseteam sagt, dass die 25 Millionen Dollar teure Ionenaustauschanlage von Glencore zur Beseitigung der Radioaktivität bis Ende Juni 2019 fertiggestellt sein sollte. Allerdings dürfte es bis Ende 2019 andauern, bis die gesamte Kobalt Produktion verkauft sein dürfte.

Angesichts dieser Entwicklung erhöht Capital Economics die kurzfristige Prognose für den Kobaltpreis. Sie glauben, dass der Kobaltpreis bis Mitte Juni 2019 wieder auf einen Preis von 70.000 USD ansteigen könnte. Die Analysten sind der Meinung, dass der Markt bis Mitte nächsten Jahres sehr eng sein wird und die Nachfrage höher als das Angebot sein sollte. Für die nächsten zwölf Monate gehen die Experten davon aus, dass die Preise volatil bleiben, der Kobaltpreis aber auf hohem Niveau verharren sollte.

Der Kobaltpreis dürfte langfristig sogar noch weiter steigen und bis Ende 2020 eine Höhe von 80.000 USD erreichen, so die Experten. Hauptgrund hierfür ist vor allem die hohe Nachfrage nach Batterien.

Glencore hatte die Katanga Mine im Jahr 2015 für eine umfassende Sanierung stillgelegt und den Betrieb erst Anfang dieses Jahres wieder aufgenommen. In diesem Jahr hat Glencore bis heute 25.700 Tonnen Kobalt aus den Minen in Kongo produziert.

Im Juli 2018 gab Glencore bekannt, bis zum Ende des ersten Quartals im nächsten Jahr eine jährliche Produktionsrate von 40.000 Tonnen Kobalt erzielen zu wollen. Dies entspricht einem Drittel der weltweiten Gesamtleistung.

Die Preise für Kobalt-Sulfat, die in der Batterieversorgungskette gebräuchliche raffinierte Form, sind in China sechs Monate lang in Folge gefallen. Heute ist der Preis auf dem niedrigsten Stand seit Mitte 2017.

Caspar Rawles, Analyst bei Benchmark Minerals, bezeichnete den Zeitpunkt der Ankündigung von Katanga in einem Interview mit Bloomberg als „opportunistisch“, da Glencore derzeit Angebotsverhandlungen für 2019 führt.

Die Demokratische Republik Kongo, die sich derzeit in einer umstrittenen Wahl befindet und einen Ebola-Ausbruch erlebt, produziert mehr als 60% des weltweiten Kobalts. Der Anteil sollte in den nächsten fünf Jahren sogar noch wachsen. Das zentralafrikanische Land besitzt auch die Hälfte der weltweiten Kobaltreserven, die fast immer als Nebenprodukt von Kupfer und Nickel abgebaut werden.

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