Die Edelmetalle tendierten in dieser Handelswoche eher trendlos, doch nachdem zwei der vier Edelmetalle bereits ihre Abwärtstrends überwunden haben, stehen die Zeichen auf Erholung. Noch versuchen einige Bären die Preise zu drücken, doch insbesondere Palladium, das seit dem Tief zur Monatsmitte wie eine Rakete alle Widerstände überwand und seither 140$ (+16%) zulegen konnte, weist den anderen Edelmetallen den Weg. Platin und Silber kommen noch nicht in die Gänge und die zaghafte Preiserholung war bisher einem schwächeren US Dollar zu verdanken. Nach erster Kritik Trumps an der Notenbank, zeigte er sich nun doch zufrieden mit der Arbeit von FED-Chef Powell. Kann der Dollar nun seinen Anstieg fortsetzen, was eine weitere Talfahrt des Euros forcieren würde, so dürften die Edelmetalle in US Dollar etwas ausgebremst werden. Die Abwärtstrends rücken jedoch näher und sobald es gelingt, diese Hürden zu überwinden, werden die Bullen zurückkehren und die Bären ihre historisch einmalig hohen Shortpositionen am Terminmarkt eindecken, was zu einem schnellen und starken Anstieg der Edelmetallpreise führen dürfte.

Das Setup für eine Zwischenerholung der Edelmetalle ist da

Der Silberpreis hat die Unterseite der langfristigen Handelsspanne bei 12,5€ noch einmal getestet

Ein Problem für die Edelmetalle ist der amerikanische Aktienmarkt, der ein neues Allzeithoch erreicht hat. Es handelt sich um die längste Hausse in der Geschichte der USA, was dazu führt, dass der sichere Hafen Gold aktuell gemieden wird. Doch alles hat ein Ende und so wird auch diese Hausse letztlich in einer Baisse enden, die womöglich schon sehr nahe ist. Eine Stagflation scheint unausweichlich, wobei in diesem Umfeld der Aktienmarkt über eine Dekade hinweg seitwärts verlaufen könnte. Inflationsbereinigt könnte dieser jedoch um 80-90% einbrechen, während die Edelmetalle von der Inflation profitieren und durch die Decke gehen werden. Das gleiche Szenario spielte sich in den siebziger Jahren ab, was die Blaupause für die kommenden zehn Jahre sein dürfte.

Die aktuelle Hausse am Aktienmarkt ist die Längste der Geschichte und somit länger als die Hausse der 90er Jahre

Emerging Markets unter Druck – Währungen kollabieren – Gold auf neuen Allzeithochs

Aufgrund der immer noch gut laufenden Konjunktur verzeichnete die Bundesrepublik einen Rekordüberschuss in der ersten Jahreshälfte. 48,1 Mrd. Euro bzw. 2,9% mehr als benötigt wurden, haben die Kleptomanen von Bund, Länder und Gemeinden den Bürgern gestohlen. Anstatt Steuern zu senken, werden die Politiker sicherlich wieder Mittel und Wege finden auch dieses Geld sinnentleert umzuverteilen und zu verschwenden. Alles, was der Staat über Steuern einnimmt, wird unproduktiv und nettowohlfahrtsmindernd verschwendet. Wäre das Geld hingegen beim Steuerzahler geblieben, so wäre es zielgerichtet zum größten Nutzen der Bevölkerung wachstums- und wohlfahrtsfördernd investiert worden. Wäre es anders, wären alle sozialistischen Staaten der Vergangenheit nicht so katastrophal gescheitert. Je geringer die Staatsquote eines Landes ist, desto stärker ist dessen Wirtschaft und desto reicher ist dessen Bevölkerung. Da der deutsche Staat 54,3 Cent eines jeden erwirtschafteten Euros für sich beansprucht und somit kaum Geld zum Sparen und Investieren bleibt, darf es auch nicht verwundern, dass die Altersarmut in Deutschland ständig zunimmt.

Noch läuft der zweitlängste Konjunkturaufschwung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges und noch wachsen die westlichen Volkswirtschaften, sodass auch das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 2% stieg, wobei das Wachstum im zweiten Quartal bei 0,5% lag. Dies ist kein Vergleich zu der starken US-Wirtschaft, die im zweiten Quartal revidiert um 4,2% annualisiert wachsen konnte. Deregulierungen, Steuersenkungen sowie eine kluge Innen- und Außenpolitik von Donald Trump verhelfen der USA im Augenblick zu einem nochmaligen Endspurt am Ende des Konjunkturzyklus. Dass die USA mit niedrigen Steuern und mehr Freiheit produktiver sind zeigt auch ein Vergleich der Performance der Aktienmärkte zwischen den USA und dem sozialistischen Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. Der Dow Jones Aktienindex steht 130% über dem Niveau des Jahres 2000, der breitere S&P 500 verzeichnet ein Plus von 90% und der mit den US Indizes vergleichbare DAX Kursindex kann währungsbereinigt lediglich ein mickriges Minus von 4% aufweisen.

Natürlich erwarten „Experten“ eine Fortsetzung des zweitlängsten Aufschwungs in der Geschichte, der sich angeblich noch viele Jahre fortsetzen soll. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass sehr bald eine Rezession eintreten und die Finanzblasen patzen werden. Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland fielen im Juli bereits um 0,4%, was schlechter als die Markterwartung war. Die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen liegen bei 3%, während diese in Deutschland bei 0,57% liegen, womit erneute Probleme in der Peripherie der Eurozone bereits vom Markt eingepreist werden. Die Teuerung in der EU von 2,1% ließe der EZB eigentlich Raum für Zinsanhebungen bzw. eine restriktivere Geldpolitik, doch ist die gesamteuropäische Lage so labil, dass Zinsanhebungen schnell zu einer Krise führen könnten und sich die EZB daher scheut eine Trendwende in der Geldpolitik zu vollziehen. Womöglich kommt die nächste Krise so schnell, sodass der EZB keine Zeit bleibt die anzuheben und stattdessen die Druckerpresse wieder anwerfen muss, sodass der sozialistischen EU ihre Frankenstein Planwirtschaft nicht in einem großen Knall um die Ohren fliegt.

In den USA liegt die Teuerung bei 2,95%, während die Wirtschaft mit 4,2% wächst und der Arbeitsmarkt stabil ist, womit die US-Notenbank genügend Raum für zwei weitere Zinsanhebungen hat. Trotz offiziell realer Negativzinsen, könnte diese Entwicklung die Edelmetalle kurzfristig noch belasten, doch bremsen die Zinsanhebungen die Konjunktur aus und eine Rezession wird von Zinsschritt zu Zinsschritt wahrscheinlicher.

Die US Notenbank dürfte im September erneut die Zinsen anheben

Anderen sozialistischen Regierungen ist ihre Planwirtschaft bereits um die Ohren geflogen, wie aktuell in der Türkei, Venezuela und Argentinien, während sich in Südafrika der nächste Wirtschaftskollaps bereits anbahnt.

Die argentinische Währung kollabierte in dieser Woche auf 0,22€, nachdem Investoren die Hoffnung auf eine bessere Politik verloren haben. Trotz eines 50 Mrd. Dollar schweren Bail Outs durch den IWF, wird die nächste Inflationswelle des Pesos bereits von den Märkten eingepreist. Am Mittwoch verlor der Peso 8% an einem Tag, was der stärkste Einbruch in der Geschichte dieser Fiat Währung war. Die argentinische Zentralbank verkaufte 200 Mio. Dollar an Reserven, um den Einbruch zu stoppen, doch waren die Bemühungen vergebens. Die Inflation in Argentinien liegt bei 31% und die Zinsen liegen bei 45%, weshalb Investitionen in die Wirtschaft zum Erliegen gekommen sind. Nur Gold ist dort aktuell ein sicherer Hafen, dessen Preis in Peso auf 46.500 Peso je Feinunze angestiegen ist. In den letzten vier Jahren hat sich der Goldpreis in Peso verneunfacht, was wieder den Charakter als Sicherer Hafen bei einem Staatsversagen vor Augen führt.

Der argentinische Peso kollabierte in dieser Woche, während der Goldpreis in Peso ein neues Allzeithoch erreichte

In der Türkei wurden sämtliche Neubauten eingestellt, sodass die Bauwirtschaft lahm liegt, da nach der Abwertung der Lira das Geld für die Fertigstellung der Immobilien fehlt. Die Immobilienblase kollabiert weiter und die türkische Wirtschaft sowie der türkische Staat sind über beide Ohren in Fremdwährungen verschuldet. Aktuell sehen wir dort den Beginn einer größeren Rezession, was immer die logische Konsequenz aus Steuerverschwendung, ausartender Bürokratie, Korruption und Staatsverschuldung über die Druckerpresse ist. Nachdem die türkische Wirtschaft über die Notenbank finanziert wurde, die ihre Bilanz in den letzten zehn Jahren versiebenfacht und somit den inneren „Wert“ der Lira ausgehöhlt hat, ist der letztliche Einbruch der Lira eine zwingend logische Konsequenz, die Erdogan mit seiner Politik selbst zu verantworten hat. Allein in den letzten viereinhalb Jahren ist der Goldpreis in türkischer Lira um 167% angestiegen und hat somit den Wertverlust der Lira kompensiert. Wer dort auf Gold setzte, konnte seine Ersparnisse vor der Inflationspolitik des Staates retten, wogegen jene, die auf den Staat und Erdogan vertrauten, mit Enteignung und womöglich Armut bestraft wurden. In der Türkei sind keine Reformen in Sicht und die Regierung Erdogans lebt weiterhin auf Pump über die Druckerpresse, weshalb die Lira weiterfallen wird.

Die türkische Lira fällt weiter und der Goldpreis in Lira notiert wieder über 8.000 Lira

Die immer kommunistischer werdende Regierung in Südafrika ist dazu übergegangen das Land von den weißen Besitzern der Produktionsmittel ohne Entschädigung mit Gewalt zu enteignen und an Schwarze umzuverteilen. Dass die Regierung in dieser Woche die Weißen dazu aufgefordert hat, ihre Waffen abzugeben, ist typisch für totalitäre Regime und nur logisch, da man so wenig Gegenwehr wie möglich bei der gewaltsamen Enteignung möchte. Wie in der Sowjetunion erfolgte erst die Entwaffnung der Bevölkerung und danach wurden Millionen hilflose Regimegegner durch die Sozialisten hingerichtet. Wie frei ein Land ist, erkennt man eben an seinen Waffengesetzen.

Ohne Eigentumsrechte gibt es keine Planungssicherheit, weshalb der Zusammenbruch Südafrikas vorprogrammiert scheint. Niemand wird auch nur einen Cent in ein Land investieren, in dem Eigentums- und Freiheitrechte nicht respektiert werden und durch den Staat nicht geschützt werden. Jeden Tag droht die Enteignung und so finden sich aktuell auch keine Käufer für die Farmen jener, die das Land gerne fluchtartig verlassen würden, womit die Besitztümer wertlos wurden. Der südafrikanische Rand wird unter der sozialistischen Regierung der ANC, die zunehmend extremistischer wird, vermutlich den Weg des Zimbabwe Dollar gehen. Eine weitere Hyperinflation dort ist in einigen Jahren nur zwingend logisch, wenn die dortige Regierung nicht schnell eine völlige Kehrtwende in ihrer Politik vollzieht. Der Rand brach in dieser Woche noch einmal ein, als US Präsident Trump die dortige Landreform infrage gestellt hatte. Der südafrikanische Rand ist in diesem Jahr bereits um 20% eingebrochen und dürfte weiter fallen – der Goldpreis in Rand wird dementsprechend ansteigen.

Der Rand könnte als nächste Währung stark abwerten in den kommenden Jahren

Die Währungsabflüsse aus den Emerging Markets zurück in die USA stellt einige Volkswirtschaften, deren konjunktureller Aufschwung lediglich auf Verschuldung gebaut war, vor große Probleme. Erste Volkswirtschaften kollabieren und Währungen werten ab. Eine Ansteckung auf das Bankensystem der westlichen Volkswirtschaften kann nicht ausgeschlossen werden und so besteht die Gefahr, dass der Aufschwung in Europa und den USA, der ebenfalls auf billigem Geld der Notenbanken basiert, bald sein Ende finden und eine neue Krise beginnen könnte. Sobald die Notenbanken bzw. die Regierungen dann auch nur die Absicht erneuter Rettungsprogramme äußern, werden die Edelmetallpreise durch die Decke gehen und neue QE-Programme sofort eingepreist werden. Die Nachfrage nach Edelmetallen wird explodieren, wobei insbesondere das unterbewertete Silber stark ansteigen wird. Die große Trendwende an den Märkten ist in den kommenden 18 Monaten zu erwarten und die aktuell niedrigen Preise bei den Edelmetallen stellen günstige Einstiegsmöglichkeiten dar.

TECHNISCHE ANALYSE

Platin – Historisch einmaliges Setup für steigende Preise

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Platin notieren im extrem bullischen Bereich. Dies lässt Raum für einen mehrwöchigen, spekulativ getriebenen Anstieg des Platinpreises.

Die Produzenten sind mit 4,4 Tsd. Kontrakten auf der Käuferseite, was historisch einmalig ist. Die Produzenten hielten noch nie eine so große Netto-Longposition, was mittelfristig extrem bullisch ist. Die Bereinigung in der Amplitude ist ebenfalls historisch einmalig und zeigt, dass jeder Trendfolger im Platin auf fallende Preise gesetzt hat. Ein Short Sqeeze mit einem deutlichen schnellen Anstieg kann jetzt jederzeit starten. Über dem Abwärtstrend bei 830$ kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal und zu massiven Eindeckungen bei den Bären. Platin war noch nie so deutlich im Kaufbereich – derartiges haben wir in all den Jahren nicht gesehen. Das CRV für einen mehrwöchigen Anstieg ist jetzt extrem hoch. Charttechnische Kaufsignale sollten nun angenommen werden – Verkaufssignale sollte man hingegen ignorieren.

Der Terminmarkt für Platin war noch nie so extrem im Kaufbereich – jeder Spekulant scheint auf fallende Preise gesetzt zu haben

Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im grünen bullischen Bereich befindet – erstmals halten die Produzenten eine Netto-Longposition

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

Chartanalyse zu Platin in US-Dollar

Während der Palladiumpreis seit zwei Wochen bereits wie eine Rakete alle Widerstände hinter sich lässt und auch das Gold bereits seinen Abwärtstrend überwinden konnte, zeigt sich Platin noch relativ schwach. Hier konnte noch kein prozyklisches Kaufsignal erzeugt werden, was erst mit einem Preis über 835$ der Fall wäre.

Gelingt ein Anstieg darüber, so dürfte es, angesichts der historisch einmaligen Shortspekulation am Terminmarkt zu einer starken Eindeckung von Shortpositionen der Bären kommen, was den Preis schnell auf 900$ oder deutlich darüber katapultieren könnte.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Preis in 2-3 Monaten tiefer als aktuell steht, ist extrem unwahrscheinlich. Ein Anstieg über mehrere Wochen ist jetzt hingegen sehr wahrscheinlich. Ein wieder steigender Dollar könnte den Platinpreis in US Dollar etwas ausbremsen, wogegen der Preis in Euro umso mehr profitieren dürfte.

Platin ist das günstigste aller vier Edelmetalle, wobei sich auf Sicht der kommenden fünf bis 10 Jahre ein Engpass aufgrund der poltischen Entwicklungen in Südafrika auftreten könnte. Platin ist insbesondere für langfristig orientierte Investoren aktuell eine extrem günstige Gelegenheit, die große Gewinne verspricht. Besonders physische Investoren sollten ihr Edelmetalldepot diversifizieren, indem sie 5% bis 10% Platin beimischen.

Platin dürfte in den nächsten Handelstagen den Abwärtstrend überwinden und ein prozyklisches Kaufsignal erzeugen

Chartanalyse zu Platin in Euro

In Euro muss der Platinpreis ebenfalls erst den langfristigen Abwärtstrend überwinden. Über 760€ je Feinunze wäre das Kaufsignal für große Investoren da und es ist sogar möglich, dass es sich dann um eine übergeordnete Trendwende handelt.

Im Bereich von 750€ bis 760€ befinden sich gleich drei charttechnische Widerstände, die angesichts der Situation am Terminmarkt jedoch diesmal einfach zu überwinden sein sollten. Platin ist historisch günstig im Verhältnis zu den anderen drei Edelmetallen und auch im Verhältnis zur Inflation der vergangenen zehn Jahre. Wir erwarten, dass der Platinpreis zu seinem alten relativen Mittelwert zu den anderen Edelmetallen zurückkehren wird, was bedeutet, dass sich Platin in den kommenden zehn Jahren besser entwickeln dürfte, als die anderen Edelmetalle. Entsprechend scheint es ein kluger Schachzug zu sein, langfristig auf einen steigenden Preis zu setzen und die günstige Gelegenheit für Käufe zu nutzen.

Platin in Euro dürfte in Bälde den Abwärtstrend überwinden und so ein prozyklisches Kaufsignal liefern

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