Australische Minenunternehmen erhöhen weiterhin ihre Suche nach Lithium, obwohl Lithiumpreise weltweit am Fallen sind. Die Unternehmen glauben, dass sich der Preis für das Rohmaterial, welches hauptsächlich für wiederaufladbare Batterien verwendet wird, bald wieder erholen sollte. Australien ist für etwa die Hälfte des weltweiten Lithium Angebots verantwortlich.

Im Gegensatz zu anderen Ländern wird in Australien Lithium vorwiegend aus Festgestein-Minen gefördert. Argentinien, Bolivien und Chile gewinnt das Rohmaterial Lithium aus Salzseen. Viele neue Festgestein Projekte verschiffen aktuell Lithium in alle Welt. Dies führte zu einem Preisverfall von Lithium Carbonat um satte 44% im Vergleich zum Beginn des Jahres.

Dennoch setzen viele Firmen weiterhin auf den Rohstoff. So sagten viele Teilnehmer der „Diggers and Dealers“ Minen Konferenz in Kalgoorlie, West Australien, dass sie vor allem in die Förderung von Lithium investieren würden.

„Wir fühlen uns mit unserem aktuellen Verschuldungsgrad sehr wohl und wollen uns nun auf Wachstum konzentrieren“, sagte Elizabeth Gaines, CEO des weltweit drittgrößten Eisenerzminen-Unternehmens Fortescue Metals. „Wir verfügen über viele, sehr talentierte Mitarbeiter, die sich bis jetzt auf andere Rohstoffe konzentriert haben. Für uns geht es generell um die Größenordnung. Unsere Explorationsaktivitäten konzentrieren sich aktuell sich auf das Auffinden von Lithium. Wenn wir glauben, dass es etwas von ausreichendem Umfang ist, dann würden wir es sogar selbst weiterentwickeln.“

Die Independence Group, die bereits über ihre Nova-Nickel-Mine in West-Australien Beteiligungen an Batterien hat, plant ebenso die Exploration zu verstärken und will so ihre Präsenz im Batteriegeschäft ausbauen.

Der CEO Peter Bradfort sagt dazu, dass der Hauptfokus des Unternehmens weiterhin auf Kupfer, Nickel und Kobalt liegt, aber dass die Explorationsexperten ebenso nach hochwertigen und erstklassigen Lithium-Projekten suchen. Die Independence Group wird 2018 hierfür 51 Mio. AUD investieren und hat seit dem Rohstoffpreisabsturz im Jahr 2016 viele Minenlizenzen erworben und den Landbesitz um 400% erhöht.

Pilbara Minerals plant die Kapazität seiner Lithium-Pilotanlage Pilgangoora im australischen Nordwesten mehr als zu verdoppeln. Das Unternehmen rechnet damit, dass sich der Lithiummarkt bis Anfang nächsten Jahres wieder erholen wird.

China weiterhin dominiert die Nachfrage nach Lithium

Laut Experten wird Chinas Absatz von Elektro-Fahrzeugen 2018 voraussichtlich  um 40% steigen. 2017 ist der traditionelle Automobilmarkt des Landes stark eingebrochen.

„Einige wollen die Zunahme des Spodumen-Angebots für den Preisverfall verantwortlich machen. Ich stimme dieser These einfach nicht zu“, sagte ein Experte gegenüber Reportern. Spodumen ist ein Lithium-Quellenmineral.

Er glaubt, dass die Preise für Lithiumkarbonat aufgrund einer schrittweisen Änderung der chinesischen Subventionen gefallen seien. Das Land fördert neue Technologien, die es batteriebetriebenen Fahrzeugen ermöglichen, mit einer einzigen Ladung weiter als je zuvor zu reisen. Daher wird weniger Lithium als erwartet nachgefragt. Zudem sei das Angebot von minderwertiger Lieferungen von australischen Salzseelithium-Produzenten gestiegen.