Der US Präsident Trump kann es nicht lassen. Trotz großer Einwendungen und Bitten anderer Länder – allen voran Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel – hat Trump am Dienstag angekündigt aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran auszusteigen.

Ende 2015 war nach 13 Jahren entschieden worden, dass sich der Iran verpflichtet, für mindestens ein Jahrzehnt große Teile seines Atomprogramms stark zu beschränken und damit auch keine Atomwaffen mehr bauen zu können.

Im Gegenzug wurden Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Unterzeichner waren damals außer dem Iran die fünf Veto Mächte im UN Sicherheitsrat – USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien – sowie Deutschland.

Trump sorgt für Unverständnis

Trumps Ankündigung sorgt nun für große Unsicherheit und auch Unverständnis. Viele befürchten nun ein erneutes Aufkeimen von Konflikten im Nahen Osten und eine volatile Entwicklung des Ölpreises, in einer Phase, wo sich dieser eh schon auf hohem Niveau befindet.

Der Ölpreis hat bereits auf die Nachricht reagiert und stieg auf das höchste Niveau seit November 2014. Aktuell wird ein Barrel Rohöl (Brent) um die 77 USD gehandelt.

In China, der Hauptkonsument von Rohöl aus dem Iran, ist der Ölpreis an der kürzlich lancierten Future-Börse in Shanghai auf Höchststände angestiegen.

Alternativen gesucht

Die Exporte aus dem Iran nach Asien und Europa sollten mit großer Wahrscheinlichkeit bis weit in das Jahr 2019 zurückgehen. Viele Länder suchen bereits nach Alternativen, um einem Konflikt mit Washington zu umgehen.

Nach dem Abkommen 2015 ist der Iran wieder zu dem dritt wichtigsten Ölexporteuer geworden und hat im April 2018 2,6 Mio. Barrel pro Tag exportiert. Nur Saudi Arabien und der Irak führten mehr aus.

Es ist wahrscheinlich, dass die USA nach 180 Tagen wieder Sanktionen gegen den Iran auferlegen wird, falls es zu keinem Deal kommt.

Analysten gehen davon aus, dass sich das Rohölangebot um 200 000 Barrel pro Tag bis 1 Mio. Barrel pro Tag reduzieren könnte. Der größte Einbruch käme allerdings erst 2019, da die Sanktionen erst dann greifen würden.

Viele asiatische Raffinerien suchen heute bereits nach Alternativen. Vor allzu großer Panik wird allerdings gewarnt, Saudi-Arabien hat bereits angekündigt, dass sie zusammen mit anderen Produzenten dafür sorgen würden, das Rohölangebot zu erhöhen.

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