Obwohl die Nachfrage nach Gold im zweiten Quartal des laufenden Jahres nachgegeben hat, erreichte das Edelmetall im Spätsommer mit einem Niveau von 1.350 US-Dollar eine wichtige historische Kursmarke. Seitdem geht es für das Edelmetall aber wieder nach unten. Woran liegt das? Beobachter des Goldmarktes machen für den jüngsten Kursrückgang vor allem die Notenbanken verantwortlich. Nachdem weitere Zinsschritte in den USA als beschlossene Sache erscheinen, halten sich Gold-Investoren zurück. Der Grund: Relativ zum verzinsten Dollar erscheint das Edelmetall bei höheren Zinsniveaus weniger attraktiv. Hinzu kommt die geringe Inflation, die ihrerseits nicht für Fantasie rund um Edelmetalle sorgt.

Politische Großwetterlage spricht für Edelmetalle

Die globale Nachfrage nach Gold ging bereits im ersten Halbjahr um 14 Prozent zurück. Im zweiten Quartal verzeichneten die Experten des World Gold Councils einen Rückgang um 10 Prozent auf 953 Tonnen. Hauptgrund für den Rückgang waren geringere Zuflüsse in Gold-ETFs. Diese waren in der Vorjahresperiode noch sehr gefragt und sorgen nun für einen negativen Basiseffekt. Gestiegen ist dagegen die Nachfrage nach physischen Investments. Auch die Schmuckindustrie fragte wieder mehr Gold nach. Während die Nachfrage insgesamt schwächelte, ging auch das Angebot zurück – im zweiten Quartal immerhin um acht Prozent. Marktexperten machen geringere Recyclingquoten verantwortlich.

Nachdem Angebot und Nachfrage zugleich nachgegeben haben, hält sich die Marktsituation weitestgehend die Waage. Da auch Zinsschritte in den USA eingepreist sind, könnten Neuigkeiten rund um Gold den Markt in die eine oder die andere Richtung bewegen. Welches Potenzial Gold hat, haben die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea vor einigen Wochen gezeigt. Damals kletterten die Umsätze an der Terminmarktbörse Comex auf Höchstniveaus, gefolgt von einem stark steigenden Goldkurs. Wie nordamerikanische Medien berichten, positionierten sich vor allem Hedgefonds im Zuge der wachsenden geopolitischen Spannungen bei Gold. Nachdem diese Anlegergruppe über Jahre eher Aktien zugesprochen hatte, zeigt die Marktreaktion im Zuge der jüngsten politischen Spannungen, welches Potenzial in Gold steckt.

Gold als Beimischung und Renditeturbo interessant

Gerade Anleger, die ohnehin schon am Aktienmarkt positioniert sind, könnten Gold als attraktive Beimischung sehen. Nachdem viele Goldunternehmen ihre Kosten während der vergangenen Jahre gesenkt und wenig profitable Projekte abgestoßen oder stillgelegt haben, erscheint der Sektor konsolidiert. Neben direkten Investments in Gold mittels ETFs oder in physischer Form, kommen für Anleger auch große Produzenten des Arca Gold Bugs Index in Frage. Risikobewusste Investoren können darüber hinaus auch Junior-Unternehmen erwerben, deren Börsenwert sich während einer erfolgreichen Explorationsphase sogar vervielfachen kann. Typische Vertreter dieser hochspekulativen Anlageklasse sind Midas Gold, Northern Star Resources oder auch Blackham Resources.