Auch wenn der Kursverlauf aufgrund des aktuell starken Euros mit einer kleinen Delle versehen ist: Insgesamt entwickelt der Dax sich prächtig – was vermutlich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen zurückzuführen ist. Zum einen sehen sich viele Sparer gezwungen, in Aktien zu investieren – festverzinsliche Finanzprodukte liefern nur noch eine sehr geringe Rendite. Zum anderen ist es um die deutsche Wirtschaft derzeit bestens bestellt. Eine ganz spezielle Frage lautet dennoch: Wie ist es um die Investition in Rohstoffe bestellt? Diese Anlageklasse ist nicht unumstritten; Experten raten dazu, die Risiken nicht zu unterschätzen.

Komplizierte Finanzprodukte machen Rohstoffinvestition schwierig

Prinzipiell erscheint es einfach, in Rohstoffe zu investieren. Üblicherweise ist dies aber nicht physisch möglich, von Gold einmal abgesehen. Es muss also grundsätzlich entschieden werden, ob gegen die Rohstoffförderung investiert wird, was beispielsweise mittels Aktien durch entsprechende Unternehmensbeteiligungen möglich wäre. Die Alternative besteht darin, Zertifikate zu kaufen, was einem Rohstoffbesitz gleichkäme. Darüber hinaus werden ganz unterschiedliche Finanzprodukte angeboten, die entweder hohe Chancen und Risiken bieten oder aber auf eine langfristige Geldanlage ausgelegt sind. Viele Fonds sowie einige Derivate beziehen sich nicht direkt auf den Rohstoffpreis, sondern auf Termingeschäfte, welche an der Börse gehandelt werden. Dadurch wird nicht der Preis nachgebildet sondern die Entwicklung – im Einzelfall kann dies einen ganz erheblichen Unterschied machen, weil natürlich ebenso auf fallende Kurse gewettet werden kann.

Hohe Renditechancen

Unzweifelhaft sprechen hohe Renditechancen für die Investition in Rohstoffe: Die weltweit landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehen zurück, gleichzeitig steigt der Bedarf schon aufgrund des Bevölkerungswachstums. Auch wenn die moralische Bewertung vielleicht schwer fallen mag: Mit Reis, Milch, Weizen oder Holz dürfte sich in den kommenden Jahren viel Geld verdienen lassen. Spekulativ bleibt das Geschäft aber trotzdem, denn für den Nichtfachmann ist es schwierig zu bewerten, inwieweit diese Entwicklungstendenzen bereits von den aktuellen Kursen berücksichtigt werden. Anders gesagt: Es ist schwierig zu beurteilen, bei welchen Effekten es sich um einen längerfristigen Trend handelt, und welche Preisentwicklungen lediglich temporäre Gründe haben und vorübergehend sind. Zu den weiteren Vorzügen zählt noch ein guter Diversifikationseffekt, das Risiko des Gesamtportfolios sind in jedem Fall. Ein Teil des Anlagekapitals in Rohstoffe zu investieren erscheint also durchaus geboten. Dabei sollte aber eine entsprechende Expertise vorhanden sein oder auf anderem Wege genutzt werden können. Das Investment ist insgesamt schwer zu verstehen und gleichzeitig hoch spekulativ.

Fazit: Investition in Rohstoffe durchaus sinnvoll

Auch wenn die Investition in Rohstoffe womöglich fraglich erscheint: Abseits moralischer Bedenken lässt sich durchaus eine hohe Rendite erwirtschaften. Wer eine Geldanlage in Öl oder Holz plant, sollte sich mit der Materie allerdings genauestens auseinandersetzen. Für Neulinge ist es schwierig zu bewerten, inwieweit die aktuellen Kurse auch die Marktwerte abbilden. Grundsätzlich besteht aber zur Investition in Sachwerte keine Alternative – Aktien dürften sich auch künftig renditestärker entwickeln als festverzinsliche Kapitalmarktprodukte.

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