Das Herz des europäischen Edelmetallhandels liegt in der Mitte Europas. pro aurum hat im Süden der Bundesrepublik seinen Siegeszug angetreten. Und jenseits der Grenze machen zwei Player regelmäßig in der Edelmetallszene von sich reden: die Münze Österreich als Innovationsschmiede der weltweiten Münzprägung sowie der österreichische Ökonom und Analyst Ronald Peter Stöferle als Autor des vielbeachteten „In Gold We Trust“-Reports. pro aurum hat den 175. Geburtstag der Wiener Philharmoniker zum Anlass genommen, um in die österreichische Hauptstadt zu reisen und sich mit Stöferle sowie dem Generaldirektor der Münze Österreich, Mag. Gerhard Starsich, zu treffen.

Schauen Sie sich hier die aktuelle pro aurum TV-Sendung an: Mit Ronald Stöferle und dem Generaldirektro der Münze Österreich:

Im Interview mit pro aurum TV erklärt Ronald Peter Stöferle, warum die mehrjährige Schwächephase bei Gold und Silber aus seiner Sicht beendet ist. Stöferle denkt, dass die Frühphase eines neuen Bullenmarktes begonnen hat: „Wir haben Ende 2015 den Höhepunkt der Panik bei Gold und Silber gesehen, seitdem steigt Gold in jeder Währung.“ Stöferle rechnet vor: „Im letzten Jahr hat sich Gold sehr schön entwickelt, seit Anfang dieses Jahres sind wir auf Dollar-Basis etwa acht Prozent im Plus, in Euro sind es mit etwa drei Prozent etwas weniger, aber Gold hat dennoch eine ganz ansehnliche Performance hingelegt.“ Dies ist aus Sicht von Ronald Peter Stöferle vor allem deshalb auffällig, weil Gold bis heute nicht im Mainstream der Medien und Finanzwelt angekommen sei.

Mehrere Faktoren werden den Goldpreis beeinflussen

Aus Sicht von Ronald Peter Stöferle werden in den kommenden Monaten gleich mehrere Faktoren den Goldpreis besonders stark beeinflussen. Als ganz wesentlichen Faktor nennt Stöferle die Opportunitätskosten in Form von Aktien. Gold wird sich nach Einschätzung von Ronald Peter Stöferle schwertun, solange Aktien haussieren. Er weist jedoch auf eine Überhitzung in diesem Markt hin. „Wir sprechen auch von der ‚Everything Bubble’; Aktien, aber auch Anleihen und Immobilien sind nahe ihrer Allzeithochs, ewig lange wird es so nicht weitergehen.“ Stöferle spricht von einem „monetären Surrealismus“, wenn allein im ersten Quartal 2017 über 1.000 Milliarden an Geld durch die Notenbanken in die Finanzmärkte gepumpt wurden. Nach Einschätzung von Ronald Peter Stöferle werden die Realzinsen wegen der hohen Schuldenstände nicht signifikant steigen. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass in den USA die Rezessionsgefahren deutlich höher sind, als am Markt angenommen. Stöferle geht jedoch davon aus, dass die Notenbanken nicht tatenlos zusehen werden: „Die Zinsen werden wieder gesenkt, neue geldpolitische Lockerungen werden kommen, fiskalische Stimuli. Das ist der Zeitpunkt, an dem Gold stark zulegen wird.“

In seinen Goldreports hat sich Ronald Peter Stöferle immer auch mit dem Thema „finanzielle Repression“ beschäftigt. Er befürchtet, dass sich Anleger auf weitere „Folterwerkzeuge“ einstellen müssen, allen voran auf die Manipulation des Zinses: „Die derzeitige Zinssituation entspricht nicht dem freien Markt“, stellt Stöferle klar. Zudem erfolgt eine systemische Bevorzugung von Staatsanleihen. Die Realzinsen werden lange niedrig bleiben müssen: „Wir befinden uns in der Nullzinsfalle“, resümiert Stöferle. Allerdings seien negative Realzinsen ein sehr positives Fundament für den Goldpreis. Es gibt nach Darstellung von Ronald Peter Stöferle jedoch noch andere Spielarten der Sparer-Bestrafung, beispielsweise ein Bargeldverbot. Als aggressivste Form nennt Stöferle die Negativzinsen, die im Zuge der nächsten Finanzkrise an der Tagesordnung stehen können.

Anleger sollten sich Gedanken über ihre Goldstrategie machen

Als mittelfristiges Kursziel hat Ronald Peter Stöferle den Bereich um 1.400 US-Dollar ausgemacht. Er weist jedoch darauf hin, dass Anleger ihre Strategie genau durchdenken sollten: Wer auf „Sicherheitsgold“ für den Fall einer massiven finanziellen Repression setzt, sollte sich nicht zu stark auf die Tagespreise von Gold fokussieren und stattdessen sukzessive zukaufen. Wenn Gold als „Performancegold“ verstanden wird, also Rendite abwerfen soll, wäre nach Einschätzung von Ronald Peter Stöferle ein Investment in Minenaktien sinnvoll.

Münze Österreich verkauft ungefähr eine Million Goldmünzen pro Jahr

Neben den Einschätzungen von Ronald Peter Stöferle hat auch das Wort eines weiteren Österreichers auf dem Edelmetallmarkt ein besonderes Gewicht: Mag. Gerhard Starsich ist seit 2011 der Generaldirektor der Münze Österreich und seit 2008 im Vorstand. Er hat somit den Edelmetall-Boom von Anfang an begleitet: „Für uns waren die vergangenen Jahre ganz tolle Jahre. Im Jahr 2008, also dem Beginn der Wirtschaftskrise, sind die Umsätze plötzlich auf das Zehnfache angestiegen.“ Heute verkauft die Münze Österreich ungefähr eine Million Goldmünzen pro Jahr. Seit der Markteinführung im Jahr 1989 wurden in etwa 18 Millionen Gold-Philharmoniker hergestellt, der Wert dieser Münzen liegt bei ungefähr 14 Milliarden Euro. Starsich verrät, dass die Philharmoniker das wichtigste Produkt der Münze Österreich sind. Während die Bullion-Produkte einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro pro Jahr generieren, kommen die übrigen Produkte auf insgesamt 100 bis 200 Millionen Euro.

Zum Erfolg des Wiener Philharmonikers in Gold und Silber hat nach Einschätzung von Gerhard Starsich auch pro aurum beigetragen. Das Unternehmen ist seit 2003 eng mit der Münze Österreich verbunden: „Für uns ist pro aurum eine Erfolgsgeschichte, es ist unser ältester und größter deutscher Händler“, lobt Starsich und verrät, dass er sich mit den beiden Geschäftsführern in ständigem Erfahrungsaustausch befinde, um gemeinsam neue Produkte zu entwickeln und Marketing-Maßnahmen zu planen.