Citigroup hat sich in einer neuen Studie negativ über die Entwicklung des Eisenerzpreises geäußert. Die Analystin Tracey Liao sagt: „Wir sehen einen Abwärtstrend für den Eisenerzpreis und erwarten Tiefpunkte im vierten Quartal diesen und im ersten Quartal nächsten Jahres.

Die Expertin rechnet für das dritte Quartal 2017 mit einem Eisenerzpreis von 51 USD pro Tonne. Für das vierte Quartal 2017 erwartet sie eine nochmalige Reduktion auf 48 USD pro Tonne.

Aktuell befindet sich der Preis für Eisenerz auf einem Niveau von 54,7 USD pro Tonne, ist allerdings seit seinem Höchststand Anfang März dieses Jahres schon um massive 40% gefallen.

Im Gegensatz dazu stieg parallel der Preis für Stahl. Solch eine gegenteilige Entwicklung hat sich bisher nur einmal in den letzten fünf Jahren ereignet: im zweiten Quartal 2015.

Die Stahlpreise sind vor allem deshalb gestiegen, weil es zu einem Angebotsrückgang aufgrund von mehreren Schließungen ineffizienter Hochöfen kam. Dies sollte sich aber nun ändern.

Die beiden großen Minenunternehmen die brasilianische Vale SA und die australische Roy Hill Holdings Pty haben ihre Eisenerz-Kapazitäten deutlich ausgeweitet. Grund hierfür sind die äußerst robuste Gewinnmargen und die steigenden Preise für Stahl.

Doch China hat mittlerweile die Auslastung der Hochöfen deutlich reduziert und die Nachfrage nach Eisenerz scheint einen Höchststand erreicht zu haben, so die Analystin der Citigroup.

Citigroup erwartet ein Angebotsüberhang von 118 Millionen Tonnen Eisenerz in 2017, obwohl die Preise schon deutlich gefallen sind.

Vale SA (WKN: 897998)und Roy Hill Holding Pty allein könnten 60 Mio. zusätzliche Tonnen Eisenerz in den Markt pumpen.

Citigroup hat ebenso die Kurziele für die beiden großen Unternehmen BHP Billiton (WKN: 908101)und Rio Tinto (WKN: 852147) nach unten revidiert. Das Rating „Kaufen“ wurde aber beibehalten.