Der Preis für Palladium ist seit Anfang des Jahres um mehr als 20% gestiegen und kratzt mit aktuell 816 USD an seinem zwei Jahres Höchststand. Palladium ist damit einer der Rohstoffe mit der besten Kursentwicklungen in den den letzten Jahren.

Historisch waren die Preisentwicklungen von Palladium und Platin eng miteinander verbunden und hoch korreliert. Beide gehören chemisch zur selben Gruppe und finden ihre Anwendung in in ähnlichen Bereichen.

Doch seit einem Jahr haben sich beide Preise stark gegensätzlich entwickelt und Experten des GFMS Teams bei Thomson Reuters glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Preis für Palladium höher ist als der für Platin.

Dies wäre das erste mal seit 2001 und umso erstaunlicher, war der Preis für Palladium zwischen 2002 und 2012 doch um satte 1000 USD pro Unze günstiger als der von Platin.

Palladiums Preisanstieg in den letzten Jahren sollte allerdings nicht sonderlich überraschen. 2016 war das fünfte Jahr in Folge mit substantiellem Angebotsdefizit (2016: 37 Tonnen).

Zudem lief der Automobilmarkt in China und den USA bis 2016 auf Hochtouren. Palladium wird hauptsächlich für Fahrzeugmotoren und Katalysatoren benötigt und der Automobilsektor zeigt sich verantwortlich für 70% der Gesamtnachfrage nach Palladium. Experten gehen nun allerdings davon aus, dass der überproportional starke Preisanstieg von Palladium bald zu Ende sein könnte.

So glauben Analysten der Commerzbank an einen baldigen Rückschlag von Palladium. Fundamental sei der hohe Preis nicht zu rechtfertigen, denn gerade das Wachstum der Automobilbranche in den USA und in China hat sich deutlich verlangsamt.