In der vietnamesischen Quang Nam Provinz ist der Goldrausch ausgebrochen. Rund um die Bon-Mieu-Mine suchen zahlreiche Goldschürfer ihr Glück – auf illegale Weise. Mit Cyanid versuchen die Goldsucher, das Edelmetall aus dem Gestein zu waschen. Die Folgen für die Umwelt sind katastrophal. Viele Flüsse in der Region gelten bereits heute als verseucht. Doch noch immer kommen Tag für Tag neue Glücksucher an. Premierminister Truang Hoa Binh hat nun Lokalpolitiker und Behörden dazu aufgefordert, die illegalen Aktivitäten zu untersuchen.

Betreiber Besra distanziert sich von Vietnam-Geschäft

Obwohl bereits Straßensperren errichtet wurden und häufig Razzien durchgeführt würden, gelinge es den Behörden nicht, den illegalen Goldsuchern Herr zu werden. „Die Schürfer leben in Camps und sobald die Polizei auftaucht, verschwinden sie im Wald“, berichtet eine Regionalzeitung. Die illegalen Aktivitäten gefährden die Trinkwasserversorgung der gesamten Region.

Die Bong-Mieu-Mine ist seit 2016 nicht mehr in Betrieb. Damals hatten Unwetter die Infrastruktur rund um das Projekt beschädigt. Zudem gab es zwischen Betreiber und Vietnam Streit über Steuerrückstände. Der bisherige Eigner, das kanadische Unternehmen Besra, hat Anfang April dieses Jahres eine Vereinbarung über die Ausgliederung von Bong Mieu in eine Gesellschaft geschlossen, die von ehemaligen Führungskräften betreut werden soll, die Erfahrung in der Region haben. Doch noch scheint die neue Eignergesellschaft ihr Recht auf der Liegenschaft nicht durchzusetzen. Seit Stilllegung der Mine vor einigen Monaten, lockt das Projekt illegale Goldschürfer an. Zunächst nur aus den benachbarten Gemeinden, später auch aus dem weiteren Umland.

Tunnel können jederzeit zusammenbrechen

Die illegalen Aktivitäten gefährden nicht nur die Gesundheit der Anwohner, die auf sauberes Trinkwasser angewiesen sind, sondern auch das Leben der illegalen Goldschürfer und den Zustand der Bong-Mieu-Mine. Viele der vierzig Tunnels sind nur unzureichend gestützt und könnten jederzeit zusammenbrechen. Erst Anfang April kam beim Zusammenbruch eines Tunnels ein Mann ums Leben, seine Ehefrau wurde verletzt. Obwohl das Areal seitdem mehrmals geräumt wurde, kehren die Glückssucher immer wieder zurück und bringen neben Pumpen, Hacken und Chemikalien sogar Sprengmaterial mit.