Wie der neueste Bericht der Mining Association of Canada (MAC) zeigt, befindet sich die kanadische Rohstoffbranche nach fünf harten Jahren wieder auf dem Erholungskurs. Doch einige Probleme bleiben – beispielsweise bei Düngeproduzenten und im Uransektor. Wie der Bericht zusammenfasst, kehrt in der Branche wieder vorsichtiger Optimismus zurück. Dies deckt sich auch mit den Aussagen der Redner während der Rohstoffmesse PDAC, die im März in Toronto stattfand.

Rohstoff-Sektor bleibt wichtig für Kanada

Noch immer gehört Kanada zu den Top-Produzentenländern von Rohstoffen: Bei Dünger ist Kanada Spitze, bei der Uranproduktion belegt das Land im weltweiten Vergleich Platz zwei, ebenso bei Nickel und Niob. Den dritten Platz nimmt Kanada bei Kobalt, Aluminium und Platin ein, den vierten bei Salz, Schwefel und Wolfram und Platz fünf bei Diamanten, Graphit und Gold. Insgesamt hängen in ganz Kanada 563.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Minenindustrie ab. Zugleich zahlt der Rohstoffsektor im Vergleich zu allen anderen relevanten Industriebereichen Kanadas auch die höchsten Löhne.

Die bedeutende Rolle des Rohstoffsektors für Kanadas Volkswirtschaft lässt sich auch historisch belegen. In der Vergangenheit trugen Metalle immer zwischen 2,7 und 4,5 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. 2015 lag dieser Wert bei 3,4 Prozent. Rechnet man Öl und Gas dazu, beträgt der Anteil des gesamten Rohstoffsektors an der kanadischen Wirtschaftsleistung sogar 7,3 Prozent oder 120,4 Milliarden Dollar. Lediglich Dienstleistungen, Immobilien, und die verarbeitende Industrie leisten in dieser Reihenfolge einen größeren Beitrag zu Kanadas Wirtschaft.

Saskatchewan und Nunavut als Aufsteiger

Betrachtet man den Minensektor entsprechend der Verarbeitungskette, so leistete die reine Metallförderung 2015 einen Beitrag von 24,6 Milliarden Dollar, die Metallveredelung 12,8 Milliarden Dollar, die Produktion von Nicht-Metallen wie Zement, Glas oder Keramik 5,4 Milliarden US-Dollar und die Metallverarbeitung 12,7 Milliarden Dollar zum kanadischen Bruttoinlandsprodukt.

Doch trotz der Zahlen gibt es in Kanada gewaltige regionale Unterschiede: In acht von dreizehn kanadischen Provinzen gingen die Produktionszahlen im Bergbau im Vergleich zu 2014 zurück. Quebec und British Columbia tragen jeweils den größten Anteil bei und produzierten 2015 jeweils Werte von mehr als einer Milliarde Dollar. Den größten absoluten Zuwachs erreichte Saskatchewan mit einem Anstieg von 7,1 Milliarden auf 8,5 Milliarden Dollar. Prozentual legte Nunavut am stärksten zu und steigerte seine Produktion um 32 Prozent auf 567 Millionen Dollar. Die gesamte Rohstoffproduktion sank kanadaweit um 4,2 Prozent. Doch Grund zur Sorge ist das nicht: Die Zahlen aus dem Jahr 2015 lassen die deutlichen Preissteigerungen bei Rohstoffen während der Jahre 2016 und 2017 komplett außen vor. Berücksichtigt man diese, steht Kanada weitaus besser da. Vor allem für Kanada wichtige Rohstoffe wie Kupfer, Zink oder Eisenerz konnten während der letzten Jahre wieder zulegen.

Kanadas Unternehmen wollen 2017 wieder mehr investieren

Einen Grund zur Sorge äußert die MAC in ihrem Bericht dennoch: Es gäbe einige Anzeichen dafür, dass Kanadas Wettbewerbsfähigkeit schwindet. Insbesondere die ausländischen Direktinvestitionen in den Minensektor seien 2015 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Dies ist umso auffälliger, als dass kanadische Unternehmen ihre ausländische Investitionstätigkeit im Minensektor im selben Zeitraum nur um rund sechs Prozent verringert hätten. Doch es gibt auch Grund zu Optimismus: Wie die Studie zeigt, wollen befragte Unternehmen 2017 rund 1,8 Milliarden Dollar in Exploration und Bewertung von Liegenschaften investieren. Das wären 18 Prozent mehr als 2016.

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