Was geschieht, wenn sich die Nummer eins und die Nummer drei der weltweiten Goldproduzenten zusammentun, kann man schon bald in Chile beobachten: Barrick Gold (WKN:870450) und Goldcorp (WKN:890493) haben sich zusammengeschlossen, um im Norden von Chile Cerro Casale, eines der größten Gold-Kupfer-Projekte der Welt zu entwickeln. Als Teil der Abmachung verkauft Barrick 25 Prozent der Anteile von Cerro Casale an den neuen Kooperationspartner.

Die neue Zusammenarbeit wird in der Minen-Szene als Paradigmenwechsel gesehen: Produzenten würden nach Jahren der Kosteneinsparungen nun erstmals wieder auf Expansion und Wachstum setzen. Dazu passt auch die Meldung, dass Goldcorp zukauft und für 250 Millionen Dollar Exeter Resource Corp. schluckt. Damit wird Goldcorp zum alleinigen Eigentümer des Caspice Gold-Kupfer-Projekts, das nur zehn Kilometer von Cerro Casale entfernt liegt.

Zusammenarbeit soll Effizienz steigern

„Mit dem Erwerb von Caspice und der nun fünfzig Prozent umfassenden Beteiligung an Cerro Casale wollen wir beide Liegenschaften gemeinsam mit Barrick ähnlich entwickeln, wie wir dies bereits mit der Nueva-Union-Mine in Zusammenarbeit mit Teck Resources machen“, wird Goldcorps Präsident und CEO David Garofalo in nordamerikanischen Medien zitiert. Die Kooperation habe darüber hinaus das Ziel, mittels Synergieeffekten im Bereich der Infrastruktur Kosten zu sparen und den Einfluss der Projekte auf die Umwelt zu reduzieren.

Die Vereinbarung zwischen Barrick und Goldcorp sieht weiterhin vor, dass Goldcorp in den ersten zwei Jahren nach Abschluss der Kooperation mindestens 60 Millionen Dollar investiert. In den darauf folgenden Zwei-Jahres-Perioden werden jeweils Investitionen von 80 Millionen Dollar fällig, bis der Gegenwert der mit der Transaktion verbundenen Schuld getilgt ist. Investiert Goldcorp nicht wie vereinbart, wird eine direkte Zahlung von 50 Prozent des Minderbetrags gegenüber Barrick fällig, die wiederum mit der Gesamtschuld verrechnet würde.

Die zuletzt geschlossene Zusammenarbeit ist nicht die erste Kooperation der beiden Gold-Giganten: Bereits in der Vergangenheit hatten beide Gesellschaften gemeinsam die Marigold-Mine in Nevada entwickelt und das Projekt schließlich 2014 für 275 Millionen Dollar an Silver Standard Resources verkauft.

Konkrete Pläne aus dem Jahr 2010 sehen hohe Investitionen vor

Das Cerro-Casale-Projekt beinhaltet nachgewiesenen Reserven von 23,2 Millionen Unzen Gold und 58,7 Millionen Unzen Silber. Weiterhin stecken 5,8 Milliarden Pfund Kupfer unter der Erde des Projekts. Laut einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2010, die von Kinross Gold, dem bisherigen Anteilseigner des Projekts, durchgeführt wurde, soll Cerro Casale eine Tagebaumine werden. Die Pläne sehen vor, über zwanzig Jahre mittels des Heap-Leach-Verfahrens Rohstoffe zu fördern. Die Investitionskosten wurden damals auf rund 4,2 Milliarden Dollar geschätzt.