Die vergangenen 5 – 6 Jahre waren für die Welt des Bergbaus wohl eine der schlimmsten Perioden, die sie durchmachen mussten. Überproduktionen, gefallene Marktpreise, überteuerte Produktionen, Finanzknappheit, strategische Fehlentwicklungen innerhalb der Unternehmen waren alles daran beteiligte Argumente, um Explorationsgesellschaften wie auch Produzenten gegenüber den Investoren schlecht dastehen zu lassen. Viele strauchelten und viele haben mit Kosteneinsparungsprogrammen gerade noch das Überleben gesichert. Dazu hat diese Periode noch bewirkt, dass für die Entdeckung und Erforschung neuer Lagerstätten – sogenannte greenfield explorations – kein Kapital vorhanden war. Viel lieber hat man sein Heil in der Ausbeutung bereits bestehender historischer Ressourcen gesucht, da diese leichter zu erforschen und mit weniger Risiko abzubauen waren. Jedoch, und da sind sich sowohl Analysten wie auch Firmenbosse im Klaren, ist der langfristige Fortbestand der Bergbaubranche von der Entdeckung neuer Lagerstätten abhängig.

Eine Übersicht der Investitionsbereitschaft des Sektors am Beispiel der Majors zeigt die zuletzt sinkenden Kapitalmengen, die in Neuentdeckungen geflossen sind.

Pic1 Investitionen der Majors

Quelle: Moody`s Investor Services

Ein weiteres Zeichen der fatalen Situation war auch ein Aussetzen von Dividendenzahlungen. Etwas, was bei Anlegern als ein untrügliches Zeichen für finanzielle Schräglage des Unternehmens wahrgenommen wurde. Die Ausschüttung von Dividenden stellt aber einen wichtigen Vertrauensbeweis für die Kraft und Stärke eines Unternehmens dar.

Insgesamt ein recht düsteres Gesamtbild für die Branche, das wir noch vor den Augen haben. Doch es zeigen sich gute Ansätze für eine nachhaltige Erholung. Diese ist natürlich überwiegend gegründet auf dem Abbau von Überkapazitäten am Weltmarkt und der intensiven Kostenreduktion innerhalb der Unternehmen. Erfreulich begleitet durch Erhöhungen diverser Rohstoffpreise. Aber die wichtigsten Faktoren, die für eine nachhaltige Erholung sprechen, dürften folgende sein:

Greenfield-Exploration

Auch wenn uns nur ein Trendbericht aus Australien vorliegt, so dürfte sich dieser wohl auch bei den kanadischen Unternehmen vorfinden. Im Jahr 2016 konnte eine verstärkte Investitionstätigkeit der Minengesellschaften in die Erforschung völlig neuer Vorkommen festgestellt werden. Dies würde keine Gesellschaft durch Übernahme von Risiko, Zeit und Kapital auf sich nehmen, würden sich nicht die Grundsatzbedingungen als dafür positiv darstellen. Alleine diese Tatsache zeigt, dass nach langer Abstinenz nun wieder zukunftsorientiert gedacht und gehandelt wird. Ein untrügliches Zeichen einer sich verbessernden Gesamtsituation.

Dividendenzahlungen

Ein weiterer Aspekt für eine sich bessernde Zukunft ist die Tatsache, dass viele Unternehmen bereits für die Zeit ab 2017 wieder die Zahlungen von Dividenden auf ihrem Plan haben. Dies würden sie nicht anstreben, würden sie von weiter schlechten Marktverhältnissen ausgehen.

Senkungen der CAPEX

Einen großen finanziellen Posten in jeder Unternehmensentwicklung stellt die CAPEX, die Investitionsgröße für die Produktionsaufnahme, dar. Viele Unternehmen haben aus der Geschichte gelernt und sich in Zeiten der Schwäche neu, professionell und effizient aufgestellt. Nun erreichen uns Informationen, dass man neben der Straffung der operativen Kosten auch bemüht ist mit innovativen Ansätzen die Belastungen der Unternehmen durch die CAPEX zu schmälern. Sicherlich auch eine Folge der vergangenen schlechten Jahre, aber ein gutes Zeichen dafür, dass man gewillt ist wieder attraktiv für seine Aktionäre zu werden und neue Aktionäre anzulocken. Die nachfolgende Grafik zeigt die statistische Entwicklung der CAPEX am Beispiel der Top-30-Minengesellschaften, gesplittet nach Rohstoffen.

Pic2 CAPEX

Quelle: Bloomberg, BMI

Fügt man nun die 3 Themenbereiche Investitionen in die Erforschung neuer Lagerstätten, in Aussicht gestellte Dividendenzahlungen und Ansätze zur weiteren Senkung der CAPEX zu einem Gesamtbild zusammen, so wird erkennbar, dass die Bergbaubranche nicht mehr dabei ist nur ums Überleben zu kämpfen, sondern bereits wieder zukunftsorientiert am Markt tätig ist. Bessere Wirtschaftlichkeit, Dividendenzahlungen und Risikobereitschaft zur Entdeckung neuer Vorkommen sind heute für Anleger interessanter denn je geworden. Die Bergbaubranche hat sich, gezwungen durch die Miseren der letzten Jahre neu orientiert und aufgestellt. Daher darf man bei sich nicht wieder extrem verschlechternden Marktverhältnissen, davon ausgehen, dass die Erholung der Bergbaubranche eine nachhaltige ist und sich auf Sicht auch den Anlegern wieder als interessantes Investitionsfeld erschließen wird.