Liebe Leserinnen und Leser,

die Korrektur beim Goldpreis hat sich etwas ausgeweitet. Einen fundamentalen Grund dafür kann ich aber absolut nicht finden. Was ist also der Grund für den Kursrückgang bei Gold? „Jemand“ drückt künstlich den Preis über den Futures-Markt nach unten. So hatte eben dieser „Jemand“ am Mittwoch, den 24. August, um 8.40 Uhr New Yorker Zeit (14.40 Uhr deutscher Zeit) innerhalb von einer Minute deutlich mehr als 10.000 Gold-Kontrakte auf den Markt geworfen. Dadurch wurden innerhalb von einer Minute Futures für 1,5 Mrd. Dollar auf den Markt geworfen.

„Jemand“ ist für mich niemand anderes, als die Banken, die im Sinne der Notenbanken agieren, um den Goldpreis unten zu halten. Der Sinn der jüngsten Übung kann nur einer sein: den Goldpreis zu drücken. Denn wenn dieser „Jemand“ – wie ein normaler Investor – die Absicht gehabt hätte, beim Verkauf seiner Futures einen möglichst hohen Preis zu erzielen – hätte er sie über mehrere Stunden, oder Tage verteilt allmählich verkauft.

US-Wirtschaft kühlt stark ab

Sie und ich müssen uns eines fragen? Wird das größte geldpolitische Experiment aller Zeiten – also das immer gigantischere Gelddrucken und die immer tieferen Strafzinsen – gut ausgehen? Falls ja, kann man weiter Papiergeld sowie Aktien halten und alles ist gut. Oder wächst mit jeder weiteren Gelddruckrunde die Gefahr, dass die Inflation kräftig schießen wird? Dann ist Gold genau das richtige Investment!

Derzeit faselt die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen bei jeder Gelegenheit, dass die US-Wirtschaft stark sei und dass deswegen, Zinserhöhungen weiter auf dem Tisch lägen. Wenn die US-Wirtschaft so stark ist, wie Yellen und viele andere „Experten“ behaupten, warum gibt es dann seit Dezember 2008 Nullzinsen in den USA? Seit fast acht Jahren!

In den vergangenen Quartalen hat sich das Wirtschaftswachstum vielmehr dramatisch abgeschwächt. Immerhin lag das annualisierte Wirtschaftswachstum in den vergangenen vier Quartalen bei lediglich 1,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Der annualisierte Wert wird berechnet, wenn man die Veränderung gegenüber dem Vorquartal mit dem Faktor vier multipliziert.

Yellen muss die Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr senken

Die Prognose der Volkswirte für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr sinkt immer weiter und hat zuletzt mit nur mehr 1,5 Prozent ein Rekordtief erreicht. Vor einem Jahr hatten die Experten noch ein Plus von 2,7 Prozent vorhergesagt. Eine Wirtschaft, bei der Staat, private Haushalte und Unternehmen mit insgesamt rund 65 Billionen Dollar in der Kreide stehen, – das sind horrende 350 Prozent der Wirtschaftsleistung –, kann schlicht und einfach nicht stark wachsen.

Die US-Notenbank dürfte daher bei der Sitzung am 21. September die Prognose für das Wachstum für 2016 das dritte Mal in diesem Jahr – nach den Sitzungen im März und Juni – senken. Bislang liegt sie noch bei 1,9 bis 2,0 Prozent. Das wäre wohl kaum der richtige Zeitpunkt für eine Zinserhöhung, oder?

Wenn den Investoren in den nächsten Monaten zusehends klar werden sollte, dass das andauernde Gerede über Zinserhöhungen, nichts anderes als ein Bluff war, sollte der Dollar gegenüber Yen und Euro kräftig den Rückwärtsgang einlegen und die US-Zinsen deutlich sinken. In dem Umfeld dürfte der Goldpreis kräftig Rückenwind bekommen.

Die Entscheidung für Sparer wie Sie und mich ist klar: Wir können unser Geld in Staatsanleihen anlegen und beispielsweise Italien mit einem Schuldenberg von horrenden 2,25 Billionen Euro Geld für zehn Jahre für ein Prozent pro Jahr leihen. Oder wir kaufen Gold und setzen darauf, dass die weltweiten Notenbanker immer mehr Geld drucken werden und damit die Strafzinsen immer weiter nach unten drücken. In dem Umfeld sollte der Goldpreis weiter kräftig klettern. Angesichts derartiger „Wahlmöglichkeiten“ ist mein Ratschlag klar.

Stocken Sie Ihre Goldbestände weiter zügig auf. Nur damit schützen Sie sich gegen den Irrsinn der weltweiten Notenbanker und die weitere Abwertung des Papiergeldes. Nach dem jahrelangen, gigantischen Gelddrucken der weltweiten Notenbanken sind Aktien und Anleihen extrem teuer. Hingegen ist Gold trotz des kräftigen Anstiegs seit Jahresanfang immer noch viel zu billig.

Die obenstehende Kolumne ist ein Auszug aus dem Gold-Brief. Geschrieben von Gold-Experte Egmond Haidt, werden die Leser alle 2 Wochen kostenlos über die Entwicklungen bei Gold informiert! Kein Abo, keine Weitergabe der Daten!