Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie die enormen Ausschläge beim Goldpreis in der vergangenen Woche mitbekommen? Nachdem er am Donnerstag, 21. April, kurz nach der Sitzung der EZB, an der Marke von 1.270 Dollar je Unze geschnuppert hatte, kam plötzlich „jemand“ auf die Idee, innerhalb von wenigen Minuten für zwei Mrd. Dollar Gold-Futures auf den Markt zu werfen. Der Sinn der Übung ist klar: den Goldpreis wieder nach unten zu drücken, um zu verhindern, dass er das 52-Wochen-Hoch bei 1.271 Dollar knackt, woraufhin der Preis deutlich in Fahrt kommen dürfte. „Jemand“ ist niemand anderes als die weltweiten Notenbanken und die Banken, die im Sinne der Notenbanken agieren.

Draghi feuert gewaltige Bazooka ab

Doch zurück zur EZB-Sitzung. Vielen Anlegern dürfte gar nicht bewusst sein, welche Büchse der Pandora EZB-Chef Mario Draghi diesmal geöffnet hat. Er hat die Details des neuen Programms zum Kauf von Unternehmensanleihen bekanntgegeben. Und das Programm hat es wirklich in sich. Es wird im Juni starten. Dabei werden sechs Notenbanken von Ländern der Euro-Zone, darunter die Bundesbank, Investment Grade-Anleihen (also keine Ramschanleihen) von Unternehmen außerhalb des Bankensektors kaufen. Die Emittenten der Anleihen, also die Schuldner, müssen aus dem Euro-Raum stammen. Die EZB hat dabei ausdrücklich angekündigt, dass auch Anleihen von Unternehmen gekauft werden, deren Mutter ihren Firmensitz außerhalb der Euro-Zone hat.

Einfach gesagt: Fracking-Unternehmen aus den USA brauchen nichts anderes zu tun, als eine Tochter in der Euro-Zone zu gründen, und über die Tochter Anleihen emittieren, um am Kaufprogramm der EZB teilzunehmen. Mit diesem Schritt kann die EZB ihr gigantisches QE-Gelddruckprogram künftig quasi weltweit abfeuern. Laut den Berechnungen der Deutschen Bank kann die EZB damit Papiere im Wert von 865 Mrd. Euro kaufen. Mit immer neuen Geldspritzen kann die EZB die Strafzinsen immer weiter in den negativen Bereich drücken. Damit wird Gold zusehends attraktiver. Wenn man als Anleger die Wahl hat, zwischen Zinsen von minus 0,5 Prozent auf zweijährige Bundesanleihen und Gold, dann fällt jedenfalls mir die Wahl sehr leicht.

Die obenstehende Kolumne ist ein Auszug aus dem Gold-Brief (www.gold-brief.de). Geschrieben von Gold-Experte Egmond Haidt werden die Leser alle 2 Wochen kostenlos über die Entwicklungen bei Gold informiert! Kein Abo, keine Weitergabe der Daten!