Dass China, Flaute hin oder her, weltweit nach Rohstoffen Ausschau hält, die sie als künftige Sicherung ihres Bedarfes akquirieren, ist nichts Neues. Quer über den Erdball beteiligen sie sich an Unternehmen oder schließen Lieferverträge ab, nur damit sie ja genug Nachschub für ihren nach wie vor vorhandenen Rohstoffhunger bekommen. Industriemetalle, Lithium, seltene Erden und Uran stehen überwiegend auf der Wunschliste, speziell in Afrika. Über die Aktivitäten in Australien, Südamerika aber auch Kanada liest man in diesem Zusammenhang häufiger. Aber schon lange war kein Bericht über die Aktivitäten Chinas in Afrika erhältlich. Doch diese Tage stieß ich auf interessante Veröffentlichungen, die Chinas wachsenden Einfluss auf die Rohstofflager Afrikas betreffen. Interessant vor allem deswegen, weil dadurch die steigenden Investitionen der letzten 10 Jahre einmal deutlich aufgezeigt werden.

Statistischen Erhebungen zufolge haben sich seit 2006 die Investitionen Chinas in den afrikanischen Ländern verfünfundzwanzigfacht. Und dabei wurden nur Projekte im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium gewertet. Sogenannte Greenfield-Projekte oder Projekte in frühen Erforschungsstadien, die ebenfalls chinesische Beteiligungen besitzen, wurden nicht in die Statistik mit aufgenommen. Alleine daraus kann man erkennen, welche Anstrengungen die chinesische Regierung unternimmt um sich langfristig zu versorgen.

Werfen wir nun in Folge einen Blick auf die einzelnen Rohstoffe und deren Entwicklung. Die nachfolgende Grafik zeigt sehr gut die steigenden Beteiligungen in den jeweiligen Rohstoffen.

China Beteiligungen 01

Quelle: intelligenceMine

Klare Steigerungen bei den Basismetallen und Edelmetallen kennzeichnen die Grafik, aber auch dass seit 2012 Interesse an Edelsteinen besteht. Die obige Grafik ist aufsteigend kumulativ zu sehen und entspricht nicht den jeweiligen Jahresinvestments. Festgehalten muss auch an dieser Stelle werden, dass nicht alle chinesischen Investments veröffentlicht worden sind, somit die obige Grafik durchaus unvollständig sein dürfte.

Kommen wir nun zur regionalen Entwicklung. Wieder zeigt uns eine sehr gute Grafik die Entwicklung der letzten Jahre, wo Investitionen vor 10 Jahren bestanden haben und wie sie sich lm Laufe der Jahre ausgebreitet hatten.

China Beteiligungen 02

Quelle:IntelligenceMine

Ausgehend von Südafrika wurde mittlerweile ein Großteil des afrikanischen Kontinents erobert. Zumindest in den Bereichen, wo Bodenschätze existieren. Dabei sind nicht nur Beteiligungen an Minengesellschaften zu sehen, sondern auch in Infrastruktur, Energieentwicklung, Handel mit Metallen, Metallurgische Labors und in viele andere Nebenbereiche des Bergbaus.

Die im ersten Foto eingeblendete Husab Uranmine ist eine der weltweit größten Uranlagerstätten, befindet sich derzeit im Konstruktionsstatus und soll in Bälde kommissioniert werden. Hier wurde mit chinesischem Kapital innerhalb von 3 Jahren ein Gigant aus dem Boden gestampft.

Auch ein sehr beachtliches Engagement der chinesischen Zijin Mining Group in der demokratischen Republik Kongo kann angeführt werden. Die massive Kamoa Kupferlagerstätte wird als weltweit größte unentwickelte hochgradige Kupferlagerstätte angesehen. Rund USD 500 Mio. hat die Zijin Group eingebracht, um dieses mittlerweile entwickelte Vorkommen unter ihre Kontrolle zu bekommen. Hinter Zijin stehen nicht nur Mitarbeiter als Experten zur Verfügung sondern auch jede Menge weiteres Kapital der öffentlichen Hand. Somit kann man deren Wunsch, die Produktion so rasch als möglich zu bewirken, durchaus ernst nehmen. Ivanhoe Mines als Projektpartner im Kamoa Projekt kann dies nur Recht sein, kommen sie dadurch ebenfalls früher auf die Verdienstseite.

Dass viele afrikanische Länder hervorragende Bodenschätze besitzen zeigen die Jahresstatistiken des United States Geological Survey (USGS) deutlich aus. Hier ein paar in der Veröffentlichung ausgewiesenen Fakten dazu:

  • Südafrika stellt 52% Anteil an der weltweiten Chromproduktion und ist daneben noch Spitzenreiter bei der Manganproduktion und bei den PGM-Metallen, bei denen sie 95% der Weltreserven besitzen. Südafrika ist ebenso größter Produzent von Ilmenit und zweitgrößter bei Vanadium. Südafrika rangiert auch bei Rutilen und Zirkonium unter den Top 5 weltweit.
  • DRC – oder Demokratische Republik Kongo produziert rd. die Hälfte der weltweiten Jahresmenge an Kobalt und besitzt dazu die weltgrößte Reserve. Dieser Staat ist ebenso in der Weltrangliste der Produzenten unter den Top 5 bei Kupfer, Diamanten und Tantal.
  • Botswana ist wertmäßiger Weltmarktführer bei der Diamantproduktion und unter den Top5 bei den Edelsteinen insgesamt.
  • Guinea gehört zu den Top 5 der Bauxitproduzenten und besitzt die weltweit größten Reserven dieses Rohstoffes.
  • Zimbabwe ist der 5.größte Lithiumproduzent und bei den Platingruppenmetallen ebenfalls unter den Top 5 Nationen weltweit.
  • Marokko ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Phosphaten und kontrolliert 75% der weltweiten Reserven.
  • Mozambique gehört zu den Top 5 der Tantalproduzenten und ebenso bei Ilmenit und Zirkonium. Ruanda ist sogar Weltmarktführer in der Tantalproduktion.

Man sieht sehr deutlich die Positionierung Afrikas bei den weltweiten Rohstoffvorkommen. Somit ist es eigentlich kein Wunder, dass China sich sehr stark in diesen Regionen engagiert.

Trotz derzeit nachlassender Wirtschaftsleistung Chinas ist der Trend der Beteiligungen ungebrochen. Dies erfuhr ich persönlich durch Gespräche mit Leitern namhafter chinesischer Investitionsfonds, die auf Rohstoffe spezialisiert sind.