Die technischen Tendenzen beider Metalle trüben sich mehr und mehr ein. Neue Mehrjahrestiefs könnten folglich bevorstehen. Doch was sagt die Saisonalität?

Heute ist es wieder einmal an der Zeit den großen Blick auf die beiden Edelmetalle in Form des Goldes und Silber zu werfen. Zuletzt ist es recht ruhig um eben diese geworden, was überdies sehr anschaulich in der mehr und mehr abnehmenden Volatilität zu vernehmen war. Doch auch die Monatskerzen in den nachfolgenden Charts weisen eine geringe Spanne auf. Dies dürfte jedoch mit Sicherheit kein Dauerzustand bleiben und so wollen wir nach einem kleinen Rückblick eine Vorausschau wagen.

Beginnen wir mit dem Goldpreis. In Euro berechnet scheint sich der Preis je Unze über der Marke von 1.000 EUR festigen zu wollen, doch ist dies nicht der heutige Schwerpunkt. Denn dieses Niveau hat der Goldpreis in US-Dollar berechnet (die Rohstoffwährung schlechthin) noch vor sich. So wie es augenblicklich scheint stehen die Chancen eines solchen Rücklaufs günstig. Doch beginnen wir von vorn und schauen auf das Big Picture vom Goldpreis anhand des Monatscharts während der vergangenen 18 Jahre. Vom Start der Rally im Jahr 2001 ausgehend, korrigierte Gold bislang mehr als 23,60% aufgrund der Aufgabe dieses Fibonacci-Levels im Bereich rund um die Marke von 1.200,00 USD. Mit den heutigen Verlusten unterstreicht Gold die Möglichkeit einer weiteren Talfahrt bis zum Unterstützungsniveau von 1.035,00 USD. Der Sprung oder kurze Spike bis unter die Marke von 1.000,00 USD je Unze wäre dann ja auch nur noch einen Steinwurf entfernt. Sollte es gar zu einer weiteren Verschlechterung der Stimmung am Goldmarkt kommen, wäre im Ausdehnungsfall und unter rein technischer Betrachtung ein Rücklauf bis zum Preislevel von 875,00 USD möglich. Dort befindet sich das 38,20%-Fibonacci-Level und könnte mitsamt der ebenfalls dort verlaufenden Horizontalunterstützung durchaus Halt bieten.

Positives wäre demgegenüber erst wieder bei einem Anstieg über die Marke von 1.290,00 USD zu vermelden. Ein Ausbruch über die sekundäre Abwärtstrendlinie seit dem Frühjahr 2014 könnte zumindest wieder Spielraum in Richtung Norden eröffnen. Doch scheint das edle Metall selbst noch nicht bereit dafür. Rein Saisonal erwartet einem eh erst zur Mitte des August eine freundlichere Tendenz.

070715-Gold

Monthly-Chart – Created Using Tradesignalonline & FXBull

Bevor wir zum Silberpreis wechseln noch ein kleiner Hinweis. Kurzfristigere Einschätzungen zu Gold und anderen Märkten erhalten Sie hier und exklusiv auf dem JFD Desktop. Dort stand Gold bereits seit einigen Tagen auf der „Short-List“ und kippte heute, wie auch die Indizes, stark zurück.

Somit kommen wir nunmehr zum kleinen Bruder des Goldes in Form des Silberpreises. Bekanntermaßen erfuhr Silber bisher eine wesentlich stärkere Korrektur und so befindet sich der Preis bereits längst auf den Niveaus rund um die Finanzkrise des Jahres 2008. Doch auch hier scheint das finale Tief noch nicht gefunden und somit muss man durchaus nochmals mit einem Test der Unterstützung bei 14,45 USD rechnen. Wird in diesem Zusammenhang das Tief vom Dezember 2014 bei 14,12 USD unterschritten, könnten gar weitere Abgaben bis zum Niveau von 11,30 USD drohen. Letzteres Niveau erscheint als Worst-Case-Variante und doch liefert einem der Preischart dieses Niveau. Idealerweise – doch was ist das schon – taucht der Silberpreis nicht nachhaltig unter das Niveau von 14,00 USD je Unze zurück. Doch dies ist kaum vorstellbar, sofern Gold weiter in Richtung von 1.000,00 USD tendieren sollte.

Für Optimismus bleibt derzeit wenig Raum und so ist auch hier beim Silberpreis erst deutlich höher mit einer tatsächlichen Entspannung zu rechnen. Eine Rückkehr über die Marke von 20,00 USD wäre jedenfalls ein Hinweis auf die Verbesserung der bislang noch immer unveränderten bärischen Gesamtsituation.

070715-Silber

Monthly-Chart – Created Using Tradesignalonline & FXBull

Christian Kämmerer

Head of Research & Analysis JFD Brokers Germany

JFD Brokers – Just FAIR and DIRECT

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Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte:Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.