Der „noch“ nach Ausstoß größte Goldproduzent der Welt Barrick Gold (WKN 870450/ NYSE:ABX) musste im gestrigen Handel Verluste hinnehmen. Damit reagierte die Aktie auf den schwachen, in der Nähe der Marke von 1.200 USD pro Unze notierenden Goldpreis und negative Analystenkommentare.

Der Konzern, der 2014 rund 6,25 Mio. Unzen des gelben Metalls produzierte, hat dieses Jahr bereits zweistellige Kursgewinne verbucht, da man begonnen hat, durch eine Restrukturierung an der Senkung der Kosten zu arbeiten und weitere Assets abzustoßen, um die Schuldenlast zu reduzieren.

Allerdings ist die Aktie auf die letzten zwölf Monate gesehen immer noch 40% im Minus. Derzeit verfügt Barrick somit in New York über eine Marktkapitalisierung von 14,8 Mio. USD, was weit von den mehr als 50 Mrd. USD entfernt ist, mit denen das Unternehmen noch 2011 an der Börse bewertet wurde – als der Goldpreis allerdings auch noch rund 600 USD höher lag als heute.

Barrick will seine Verbindlichkeiten 2015 um 3 Mrd. Dollar senken und bestätigte am gestrigen Montag, dass man die Minen Cowal in Australien und Porgera in Papua Neu Guinea verkaufen will, die zusammen im vergangenen Jahr 762.000 Unzen Gold produzierten. (Wir berichteten.)

Langfristig ausgerichtete Anleger machen sich zudem langsam Sorgen um die Wachstumsaussichten des Unternehmens. 2014 förderte Barrick mehr als 1 Mio. Unzen Gold weniger als noch 2013. Zwar erklärte Co-President Kelvin Dushnisky den Analysten von BMO Capital Markets, dass der Konzern 2016 und 2017 mehr als 6 Mio. Unzen des gelben Metalls produzieren werde, doch danach wird der Ausblick unsicherer.

Eine neue Studie der Analysten von JP Morgan zu Barrick, die in der kanadischen Financial Post zitiert wurde, deutet auf einen deutlichen Rückgang ab 2020 hin. Die Experten erwarten, dass die Produktion des Unternehmens dann bei nur noch rund 4,5 Mio. Unzen Gold liegen wird. Es sei zuletzt offensichtlich geworden, dass die obere Grenze einer tragfähigen Goldproduktion für Barrick bis 2020 bei 4,5 Mio. Unzen liegen und in den Jahren danach sogar noch sinken sollte. Vorausgesetzt Barrick erweise sich als fähig, neue Projekte so zu übernehmen, dass sie auch einen Zuwachs bedeuten, so JP Morgan.

Mit einem Ausstoß von weniger als 4 Mio. Unzen Gold pro Jahr würde Barrick weltweit auf Platz vier abrutschen, hinter Newmont Mining (WKN 853823), Anglogold Ashanti (WKN 164180) und Goldcorp (WKN 890493), dem bereits jetzt nach Marktkapitalisierung größten Goldunternehmen der Welt, liegen.

Dushnisky ging auf einer BMO-Konferenz in Miami auf dieses Thema ein, wies darauf hin, dass Barrick allein dieses Jahr vier vorläufige Machbarkeitsstudien zu Projekten in Nevada veröffentlichen werde. So könnte zum Beispiel die Produktion auf dem Turquoise Ridge-Projekt auf 500.000 verdoppelt werden, da dort sehr hohe Gehalte zu finden seien. Und auch eine neue Mine in Spring Valley, Nevada, werde in Betracht gezogen, so Dushnisky.

Für die Exploration will der Konzern zwischen 220 und 260 Mio. Dollar ausgeben. Die Hälfte davon wird in Nevada eingesetzt und 85% der Gesamtsumme auf den amerikanischen Kontinenten.

Dushnishky erklärte zudem, dass das in Probleme geratene Pascua Lama-Projekt, das derzeit auf Eis gelegt ist, dieses Jahr weiter vorangebracht werden könnte, indem Barrick 30 bis 40 Mio. Dollar auf das Genehmigungsverfahren verwende. Die Wassermanagementgenehmigungen – Stein des Anstoßes bei den chilenischen Behörden – wolle man Mitte dieses Jahres neu beantragen.

Barrick hat zudem einen neuen Projektleiter auf das Pascua Lama-Projekt, das auf der Grenze zwischen Chile und Argentinien liegt, entsendet. 2013 hatte der Konzern mehr als 5 Mrd. Dollar des Projektwertes abgeschrieben, das potenziell 800.000 Unzen Gold pro Jahr fördern könnte. Schlussendlich könnten die Kosten für den Bau der Mine allerdings mehr als 8 Mrd. Dollar erreichen

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