Liebe Leserinnen und Leser,

ob wir im Goldminensektor 2015 einen guten Start sehen werden, hängt von den nächsten Tagen ab. Grund genug, um heute einmal einen Blick auf die wichtigsten Indikatoren im Goldminensektor zu werfen.

Betrachten wir den AMEX GOLD BUGS Index (HUI), so sehen wir rein technisch betrachtet eine optimale Trendwendeformation, die jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Der Goldminenindex hat Anfang November ein Paniktief markiert. In dieser Bewegung wurde kurzfristig die Mehrjahresunterstützung bei 150 Punkten unterschritten. Dieses Panik-Tief hat dann aber in den folgenden Wochen gehalten und der HUI hat mehrere höhere Tiefs eingezogen. Interessant ist die aktuelle Konstellation. Der Index konnte am Freitag den 02.01.2015 die 50-Tagelinie überschreiten und sowohl der RSI als auch der MACD lieferten Kaufsignale. Der nächste Widerstand liegt bei 180 Punkten im Markt. Sollte dieser Überwunden werden, wäre die Bodenbildung bzw. Trendwende unter rein technischen Gesichtspunkten abgeschlossen!

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AMEX GOLD BUGS INDEX (HUI); Quelle: www.stockcharts.com

Stärke der Goldminen und Doppel-Boden in der Ratio

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die relative Stärke der Goldminen zum Goldpreis. Diese drückt sich in einer steigenden HUI-GOLD-RATIO aus. Auch bei dieser Entwicklung sehen wir das Paniktief Anfang November, welches nochmals am 16.12.2014 erfolgreich getestet wurde. Seitdem bauen die Goldaktien zum Goldpreis eine relative Stärke auf. Die 50-Tagelinie wurde am Freitag überschritten. Die Chance, dass die Ratio einen tragfähigen Doppelboden ausbildet, erscheint uns sehr hoch:

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HUI-GOLD-Ratio; Quelle: www.stockcharts.com

Warum Goldminen jetzt das bessere Gold darstellen

Viele Anleger werden sich fragen, warum man in Goldminenaktien investieren sollte, wo die Performance der vergangenen drei Jahre so miserabel war. Die wichtigsten beiden Gründe möchte ich Ihnen heute nennen. Dies sind fundamentale Tatsachen, die die Wirtschaftlichkeit vieler Goldminen massiv verbessern werden, ohne, dass es einen entsprechenden Aufschwung beim Goldpreis benötigt! Sie können also als Anleger, mit einem Investment in ausgewählte Goldminenaktien, auch von einem seitwärts tendierenden Goldpreis profitieren.

1. Fallende Energiekosten sind noch nicht eingepreist!

Zum einen fallen weltweit die Energiekosten. Der Rohölpreis ist in den vergangenen Wochen um rund 50% eingebrochen. Die Energiekosten spielen bei den Goldminenunternehmen eine wichtige Rolle. Etwa ein Drittel der Förderkosten besteht aus reinen Kosten für Öl, Gas oder Elektrizität. Ein Ölpreis von über 100 USD hat die Kosten der Minenbetreiber in den letzten Jahren viel Geld gekostet. Aktuell, mit einem Ölpreis von deutlich unter 60 USD, sieht die Welt deutlich besser aus. Laut unseren internen Kalkulationen könnten sich diese Kostensenkungen im Energiebereich bereits im aktuellen Quartal mit Einsparungen von bis zu 125 USD pro Unze auswirken.

Nehmen wir an, Sie haben einen Goldproduzenten mit Förderkosten von 1.100 USD und einem Goldpreis von 1.200 USD und einer Quartalsförderung von 50.000 Unzen. Der Gewinn würde pro Quartal bei 5 Millionen USD liegen. Fallen die Förderkosten aber um “nur” 100 USD, so würde der Gewinn pro Quartal auf 10 Millionen USD steigen. Eine Kostensenkung von nur rund 8,33% würde den Gewinn um satte 100% steigen lassen!

Dies ist die enorme Hebelwirkung bei den Goldminenaktien.

Die fallenden Energiekosten sind also ein Segen für die Goldminenunternehmen und bislang hat der Markt diese Kosteneinsparungen noch nicht eingepreist!

2. Schwache Währungen der Rohstoff-Länder gegenüber dem US-Dollar!

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die schwachen Währungen in Australien oder Kanada im Vergleich zum US-Dollar. Wie schon in einigen anderen Berichten angemerkt, sollte man sich als Investor nicht nur mit dem Goldpreis im US-Dollar beschäftigen, da dieser meist nur die “halbe Wahrheit” anzeigt. Betrachten wir uns den Goldpreis im Australischen Dollar, so sieht die Welt ganz anders aus. Der Australische Dollar hat heute ein 5,5 Jahrestief zum US-Dollar markiert. Im Umkehrschluss steigt der Goldpreis im Australischen Dollar entsprechend deutlich an. Aktuell notiert die Unze Gold bei ca. 1.480 AUD! Bedenken Sie nun, dass ein Unternehmen selbst mit vergleichsweise hohen Produktionskosten von z.B. 1.200 AUD eine deutliche Marge von 280 AUD bzw. von fast 24% einfahren kann!

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Goldpreis im Australischen Dollar; Quelle: www.infomine.com

Eine ähnliche Entwicklung sehen wir beim Kanadischen Dollar. Auch diese traditionelle Rohstoffwährung schwächelt zum US-Dollar, was zu entsprechend hohen Goldpreisen in der heimischen Währung führt. Aktuell notiert die Unze Gold bei ca. 1.410 CAD:

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Goldpreis im Australischen Dollar; Quelle: www.infomine.com