Das abgelaufene Jahr 2014 war, wie zu erwarten, auch in der Realität eines der Zurückhaltendsten bei Verschmelzungen und Übernahmen in der Minenbranche. Das 4. Quartal 2014 ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber die Abschlüsse im 3. Quartal mit 119 Deals zeigen zwar von der Anzahl her ein beeindruckendes Bild, jedoch mit insgesamt 16,2 Mrd. USD ein um 17% verringertes Volumen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In Summe gingen in den ersten 3 Quartalen 414 Käufe bzw. Verschmelzungen mit einem Gesamtwert von USD 34,1 Mrd. über die Bühne. Ein klares Minus gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 mit 566 Abschlüssen und einem Gesamtwert von USD 65,4 Mrd.

Gut, werden manche sagen, die Branche leidet ja ohnehin unter permanenten Kapitalmangel. Wäre nicht Glencore`s Auslagerung des „Las Bambas“ mit USD 9 Mrd. gewesen, so wäre das Volumen noch viel stärker zurückgegangen.

Doch wie eine Untersuchung von EY Global Mining & Metals Transactions zeigte, so halten sich viele Kaufinteressierte trotz gut gefüllter Kriegskassen zwar noch zurück, haben aber viele Optionen in ihren Pipelines. Zumindest gaben dies 46% aller befragten Unternehmen bekannt und äußerten dazu, dass sie verstärkt Käufe in den nächsten 12 Monaten in Erwägung ziehen werden.

Kein Wunder, denn geordnete Zuwächse benötigt der Markt und noch selten zuvor waren die Gelegenheiten so günstig wie heute, denn schon lange nicht war die Unze Gold im Boden so weit unter Wert zu haben. Und ebenso lange waren die Explorer nicht so unterkapitalisiert wie in heutigen Zeiten.

Das zeigt auch das Stimmungsbarometer bei den befragten Unternehmen:

Hatten noch 6 Monate zuvor nur 26% der Unternehmen Vertrauen in die Werthaltigkeit der Branche, so waren es Ende September 2014 bereits wieder 60%. 34% hielten die Qualität der Möglichkeiten für Übernahmen vor 6 Monaten für gut. 6 Monate später waren es auch hier bereits wieder 60%. Alles in Allem sind dies eindeutige Signale, dass sich der Markt auch im Jahr 2015 weiter und vor allem beschleunigt drehen könnte.

In einer Publikation hat mining.com eine kurze Übersicht über die wesentlichsten und von der Größe her bedeutendsten Übernahmen bzw. Verschmelzungen erstellt.

An erster Stelle steht die Übernahme von Osisko Mining (TSX: OSK) durch Yamana Gold (TSX: YRI) und Agnico Eagle Mines (TSX: AEM) zu einem Kaufpreis von USD 3,9 Mrd. Trotz einer Bieterschlacht, bei der auch Goldcorp (TSX: G; NYSE: GG) versuchte Osisko zu übernehmen, hatten schlussendlich Yamana und Agnico Eagle die Nase vorn.

Taseko Mines (TSX: TKO) erwarb die kanadische Curis Resources (TSX: CUV) durch Übernahme aller Aktien. Als Kaufpreis wurden Can$ 80 Mio. genannt. Curis betreibt in Arizona ein robustes und fortgeschrittenes Kupferprojekt.

Und noch einmal tauchte Osisko in den Medien auf. Diesmal allerdings nicht als Übernahmekandidat, sondern als Käufer. Im November 2014 hatte Osisko, neuerdings als Osisko Gold Royalties (TSX: OR) bezeichnet, die Übernahme des Goldexplorers Virginia Mines (TSX: VGQ) zu einem Kaufpreis von $ 424 Mio. bekannt gegeben. Damit werden sie von den Royalties profitieren, die den beiden kanadischen Projekten in Quebec (Canadian Malartic und Eleonore) entstammen.

Der größte US-amerikanische Silberproduzent Coeur Mining (NYSE: CDE) tätigte 2014 den letzten bedeutenden Deal, als er um $ 146 Mio. alle Aktien der Paramount Gold und Silber Corporation (TSX: PZG) erwarb, und damit seine Position in Mexiko stärkte.

Man darf also gespannt sein, wie schnell sich das Karussell 2015 drehen wird, was die Großen der Branche an Akquisitionen durchführen werden, und wie sich die Kleinen am Markt behaupten werden. Es steht dem Markt auf jeden Fall ein aktionsreiches Jahr bevor und viele Großunternehmen werden sich Kleine einverleiben. Doch ist auch zu erwarten, dass sich Kleinere zusammenschließen werden, um mehr Substanz und dadurch besseren Zugang zu Finanzierungen zu erhalten. Hat man 2014 bereits als Konsolidierungsjahr bezeichnet, so dürfte sich 2015 daran nahtlos anschließen. Glaubt man den vielen Prognosen für das Jahr 2015, so werden sich wahrscheinlich die Marktverhältnisse nicht wesentlich verbessern. Dies sehen wir als hohe Wahrscheinlichkeit an, dass die generelle Markterholung noch weiter auf sich warten lässt und viele gute Assets kleinerer Unternehmen in die Portfolien der Großen verschwinden lässt.