Mit der Ruhe in Burkina Faso ist es vorbei. Ende Oktober musste der bisherige Präsident Blaise Compaoré zurücktreten. Der 63jährige war seit 1987 sechster Präsident des westafrikanischen Landes. Jetzt wollte er sich vom Parlament eine fünfte Amtszeit genehmigen lassen, das führte zu Unruhen. Compaoré musste am 31. Oktober zurücktreten, das Militär übernahm die Macht. Ein Oberstleutnant der Präsidentengarde, Isaac Zida, wurde zum Übergangspräsidenten ernannt.

Burkina Faso drohten Sanktionen

Die westafrikanischen Nachbarn beobachteten die Vorgänge in Ouagadougou mit Sorge. Ein Putsch und eine Militärregierung passten nicht in ihr Konzept. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Economic Community Of West African States – ECOWAS) hat bei den neuen Machthabern entsprechend interveniert. Ihr Einspruch hat Gewicht, man hat in der Region einen besseren Namen als beispielsweise die Afrikanische Union. ECOWAS hat dem Land Sanktionen angedroht, falls das Militär das Machtvakuum missbrauchen sollte. Es wurde gefordert, die Macht innerhalb von zwei Wochen an eine zivile Regierung zu übergeben.

Was niemand für möglich gehalten hat, ist in der Nacht geschehen. Alle beteiligten Gruppen haben sich geeinigt, dass es zeitnah wirklich zu einer zivilen Übergangsregierung kommen wird. Diese soll neue Parlaments- und Präsidentenwahlen im kommenden Jahr vorbereiten. Somit würde Burkina Faso wieder auf den Pfad der Demokratie zurückkehren.

Kurse der Bergbaugesellschaften unter Druck

Viele Bergbauunternehmen schauen ebenfalls sehr genau auf das Geschehen in Burkina Faso. Es gibt eine Reihe von Companies, die dort engagiert sind. Dazu zählen Roxgold (ISIN: CA7798992029), Orezone Gold (ISIN: CA68616T1093), Orbis Gold (ISIN: AU000000OBS4), Semafo (ISIN: CA8169221089), Golden Rim Resource (ISIN: AU000000GMR9) und True Gold Mining (ISIN: CA89783T1021). Bisher gehörte Burkina Faso zu den stabileren Ländern Afrikas, man konnte dort in relativer Ruhe arbeiten und musste sich nicht um die politische Lage sorgen.

Präsident Compaoré hatte erkannt, wie wichtig der Bergbau für sein Land ist, daher hatten sich viele Verantwortliche der Branche gewünscht, dass er eine fünfte Amtszeit erleben würde. Mit Schrecken denkt die Branche an so manchen Wechsel auf dem Präsidentenstuhl in anderen Ländern zurück. In Ecuador oder Argentinien beispielsweise haben neue Präsidenten die Bergbaugesellschaften gehörig unter Druck gebracht. Solche Unsicherheiten versucht man möglichst zu vermeiden. Stabilität zählt zu den höchsten Gütern des Sektors.

Doch zumindest kurzfristig war die Lage in Burkina Faso alles andere als stabil. Das hatte Konsequenzen für Roxgold und Co. Alle Gesellschaften teilten in den Tagen des Putsches ein Schicksal: Ihre Kurse fielen deutlich ab. Ende Oktober sackte der Roxgold-Kurs auf dem ersten Höhepunkt der Krise um 26 Prozent ab, Orezone verlor 28 Prozent, gleiches gilt für Semafo und True Gold. Wirklich erholt haben sich die Kurse der Bergbauunternehmen bisher noch nicht. Das bietet Investoren eine Chance. Die politische Einigung sollte sich beruhigend auf den Sektor auswirken. Das könnte den Kursen neue Impulse verleihen.