Das Silicon Valley in den USA ist die wohl bekannteste Hightechschmiede der Welt. Viele Unternehmen, die Trends gesetzt haben und setzen, haben hier ihre Wurzeln und ihren Sitz. Namensgeber der besonderen Region ist allerdings ein auf den ersten Blick profanes chemisches Element: Silizium, in chemischen Zusammenhängen auch Silicium geschrieben und in der englischen Sprache als Silicon bezeichnet. Das phonetisch ähnlich klingende deutsche Wort „Silikon“ entspricht übrigens nicht dem chemischen Element, sondern bezeichnet einen synthetisch hergestellten Kunststoff, bei dem Silizium einer der Ausgangsstoffe ist.

Das Halbmetall ist alles andere als selten. Geschätzte rund 25 Prozent der Erdkruste geht auf das Element und chemische Verbindungen mit Silizium zurück, das man vor allem vom Urlaub am Meer in Form des Sandstrands oder von Sandwüsten kennt – in beiden Fällen als feinkörnige Quarzsande. Doch trotz seiner vermeintlichen Allgegenwärtigkeit ist der Rohstoff, industriell genutzt, knapp. Der Grund dafür liegt in den hohen Reinheitsgraden, die viele siliziumverarbeitende Industrien benötigen, um Produkte überhaupt fertigen zu können.

Silizium – der Rohstoff der Hightech-Industrie

Das häufige Vorkommen von Silizium in der Natur lässt einen vielleicht die Tatsache übersehen, dass das Halbmetall ein echter Hightech-Rohstoff ist. Ohne Silizium läuft zum Beispiel kein Computer – der Rohstoff ist in der Fertigung von Computerchips derzeit unentbehrlich. Silizium ist ein sogenannter Elementhalbleiter mit einer großen Bedeutung in der Elektrotechnik und Elektronik. Solche Halbleiter haben nur wenige bis quasi keine freien Elektronen, weshalb sie Strom eigentlich schlecht leiten können. Das ändert sich, wenn Energie zugeführt wird. Ihre Leitfähigkeit lässt sich zudem gut beeinflussen, unter anderem durch die gezielte Beimengung anderer Rohstoffe. So ist der Bau von Transistoren, also Schaltungen kleinster Bauart, und daraus folgend Mikrochips möglich.

1958 war das Jahr, in dem Forscher unter anderem bei Texas Instruments (ISIN: US8825081040) eine integrierte Schaltung auf einem siliziumbasierten Chip entwickelt haben. Seitdem hat das Material seinen Siegeszug in den verschiedensten Sparten der Elektronik und Elektrotechnik gefeiert. Die wirtschaftlichen Einsatzbereiche sind enorm vielfältig, werden allerdings durch die Chipindustrie und ihre verschiedensten Ausprägungen dominiert. Die Solarenergieindustrie ist eine etwas jüngere Branche, die mehr und mehr Silizium für die Fertigung von Solarzellen nachfragt. In der Wirtschaft wird Silizium allerdings auch für die Produktion vieler anderer Güter genutzt, Beispiele neben dem eingangs bereits genannten Silikon sind Glas, Schleifmittel oder auch Porzellan.

Zahlreiche börsennotierte Silizium-Unternehmen

An der Börse gibt es diverse große und kleinere Unternehmen, die sich mit der Förderung und Veredelung des Rohstoffes Silizium beschäftigen. Zu nennen sind hier unter anderem die Münchener Wacker Chemie (ISIN: DE000WCH8881) als einer der größten Hersteller von Polysilicium oder auch die kanadische Uragold Bay Resources(ISIN: CA91689A2039). Bei letzterer darf man sich durch den Namen nicht verwirren lassen, das Unternehmen agiert nicht nur im Goldbereich, sondern ist auch in aussichtsreiche Projekte zur Quarzförderung eingestiegen.