Wenn man sich in den Jahren 2011 bis 2013 unter Rohstoffmanagern nach ihren größten Sorgen umgehört hat, gab es vor allem drei „Favoriten“: Sorgenfalten bereiteten zum einen die explodierenden Kosten, ferner die Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten sowie der Zugang zu Kapital. Letztere Sorge wurde von Quartal zu Quartal größer und drückte vor allem auf die Juniors in der Branche. Die Probleme wurden so groß, dass zwischenzeitlich schon über eine große Insolvenzwelle bei den jungen Explorationsgesellschaften spekuliert wurde.

Damit hatte die Abwärtsspirale aber auch ihren Tiefpunkt erreicht. 2011 hatten fallende Preise im Rohstoffsektor und bei den Aktien der Branche die Attraktivität von Rohstoffinvestments für Anleger mehr und mehr sinken lassen. Die fallenden Kurse brachten Investoren dazu, ihr Kapital abzuziehen, was die Kurse wiederum unter Druck brachte, was wiederum neue Verkäufe auslöste. In den Hausse-Jahren vor dem Goldpreispeak 2011 lief diese Spirale genau andersherum, da zogen die Gewinne neue Investoren an, die wiederum für Gewinne sorgten, die die nächsten Investoren anzogen. Geld war in Hülle und Fülle vorhanden und wurde ebenso in Hülle und Fülle in Projekten schlechter Qualität verbrannt.

Investoren kehren an den Markt zurück

Heute, Mitte 2014, sieht die Lage schon wieder besser aus und die Tristesse des Jahres 2013 ist etwas verflogen. Teile der zuvor geradezu geflüchteten Investoren sind am Markt zurück und engagieren sich wieder. Neue Geldgeber, vor allem aus der Private-Equity-Szene, sind hinzu gekommen. Man hat sich auf Seiten der großen Geldgeber mit Expertise verstärkt, greift auf das Wissen von Geologen und Rohstoffmanagern zurück, die nun zu den Teams der Kapitalgeber gehören. So ist man wesentlich besser in der Lage, die Chancen und Risiken abzuschätzen.

Dass das Kapital mit der Gießkanne verteilt wird, ist also Vergangenheit. Vor allem Unternehmen mit robusten Daten bei den Explorationsprojekten können sich nun aber wieder ohne größere Probleme finanzieren. Das zeigen einige Deals der vergangenen Monate deutlich: Kapitalerhöhungen konnten platziert werden, selbst die M&A-Aktivitäten beleben sich langsam wieder. Allerdings achten Investoren nun stark auf die Qualität der Projekte, in die man investiert – ein typisches und natürlich auch gesundes Verhalten nach der Marktbereinigung. Man hat seine Lehren gezogen.

Neue Finanzierungswege stehen zur Verfügung

Auch in den Unternehmen wird umgedacht. In den vergangenen Jahren hat der Markt alternative Finanzierungswege entwickelt, deren Beliebtheit nach und nach zu steigen scheint. Darauf wies jüngst der Investmentbanker Michael Faralla von TD Securities auf einer Konferenz der „Canada-South Africa Chamber of Business“ hin. Branchenexperte Faralla sieht in solchen Alternativwegen neues Potenzial für die Rohstoffranche, die sich allerdings stärker öffnen müsse. Bislang werden neue Alternativen von vielen Konzernmanagern skeptisch beäugt, vor allem aufgrund der Kosten. Doch Faralla plädiert dafür, auch die Kehrseite der Medaille zu sehen: Bedingungen wie vor 2011 wird es so schnell nicht mehr geben. Und Projekte, die aufgrund von Kapitalmangel nicht voran kommen, sind ebenfalls keine erstrebenswerte Alternative. Hier gilt es für die Manager genauer abzuwägen als bisher. Als mögliche Alternative kommen „Streaming-Deals“ in Frage, wie sie zum Beispiel Silver Wheaton (ISIN: CA8283361076) und Sandspring Resources (ISIN: CA8001101085) Ende 2013 abgeschlossen haben. Auf diesem Wege werden zukünftige Förderungen von Rohstoffen vorfinanziert und die Finanzierung mit der Produktion selbst abgesichert. Es ist vielleicht nicht der beste Weg von allen verfügbaren, aber es ist ein Weg, der zum Ziel führen kann.