Die vergangenen drei Jahre waren in der Edelmetallbranche sehr schwierig. Niemand hat wirklich geglaubt, dass die Probleme so lange andauern würden. Doch mehr und mehr Experten werden optimistisch, dass das Tal durchschritten ist. Zu ihnen gehört David Smith, wie er im Gespräch mit „The Gold Report“ deutlich macht. In einem ausführlichen Interview nennt er eine Reihe von Gründen für seinen Optimismus. Er gibt zugleich aber auch Hinweise, welche Gesellschaften derzeit einen genauen Blick lohnen.

Die Vergangenheit war von einem Bärenmarkt geprägt. Die Kurse der Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium waren weit von ihren zwischenzeitlichen Hochs entfernt. Die Aktienkurse der Produzenten dieser Rohstoffe sanken tiefer und tiefer, über die Entwicklung der Kurse viele Explorationsunternehmen schweigt man sich besser aus. Doch diese Zeiten scheinen ein Ende zu finden. Der Bärenmarkt wandelt sich in einen Bullenmarkt.

Palladium und Platin als Treiber

Ein Grund dafür sind die Entwicklungen in Südafrika. Dort werden die Platinminen seit Monaten bestreikt. Täglich fehlen dadurch 5.000 bis 10.000 Unzen Platin und auch Palladium. Die betroffenen Konzerne haben rund 2 Milliarden Dollar an Umsatz eingebüßt. Der Markt kann dies nicht mehr kompensieren. Es gibt ein Loch zwischen Angebot und Nachfrage, das sich nicht so rasch schließen lässt. Sobald der Streik vorbei ist, was sich andeutet, wird der Preis für Platin und Palladium zunächst fallen. Das ist eine normale Marktreaktion. Für Smith ergeben sich dadurch jedoch Kaufmöglichkeiten, da das Angebotsdefizit auch nach einem Ende der Streiks nicht aufgelöst sein wird. Er sieht vielmehr, und wird dabei unter anderem von den Experten von Sprott unterstützt, ein langfristiges Angebotsdefizit für diese Metalle. Weder in Südafrika noch in Russland können Bergbaukonzerne ihre Produktion rasch genug hochfahren. Gleichzeitig steigt sowohl aus der Industrie als auch bei Investoren die Nachfrage nach Platin und Palladium an.

Auch bei Gold und Silber ist eine Trendumkehr erkennbar. Die Handelsvolumen werden wieder größer, sowohl bei den Metallen als auch bei den Aktien der Produzenten. Smith rät dazu, sich daher zunächst mit den Metallen einzudecken. Im zweiten Schritt soll man die Aktien von Produzenten kaufen. Im dritten Schritt, wenn man risikobereit ist und noch Geld auf dem Konto hat, kann man auch Explorer erwerben. Hier muss man sich jedoch der Risiken bewusst sein. Der Kurs einer Explorer-Aktie kann um das 20fache steigen, er kann aber auch gegen Null tendieren. Solche Investments sind nicht für jeden geeignet. Doch das Chancen-Risiko-Verhältnis war lange nicht mehr so günstig.

Smith macht in dem Interview zudem deutlich, welche Platingesellschaften zu seinen Favoriten zählen. Ganz oben steht Ivanhoe Mines (ISIN: CA46579R1047) von Robert Friedland. Friedland hat bereits mehrere große Entdeckungen gemacht, er gilt in der Branche als Legende. Doch auch Stillwater Mining (ISIN: US86074Q1022) traut der Experte einiges zu. Dabei betont er, dass er von beiden Unternehmen Aktien hält.

Zwar ist Südafrika das Mekka für Platinproduzenten, es lohnt aber auch ein Blick in andere Regionen. In Kanada bietet Wellgreen Platinum (ISIN: CA9495041043) interessante Möglichkeiten. Nach einem Kursverfall ist die Aktie inzwischen sehr günstig zu haben. Das Potenzial wird von Smith jedoch als hoch angesehen.

China als Trendsetter beim Gold

Eng mit der Entwicklung am Markt verbunden ist das Verhalten von China. Das Land ermutigt seine Bevölkerung, Gold zu kaufen. Zuletzt hat man sogar ein Handelsbüro in Vancouver (Kanada) eröffnet, um einen noch besseren Zugang zum gesamten Bergbausektor zu haben. Für viele chinesische Privatinvestoren ist ein Investment in Gold keine Spekulation auf kurzfristige Gewinne. Es ist ein Zeichen von Wohlstand und Sicherheit. Ähnlich ist die Situation in Indien. 2014 werden die beiden Länder wieder darum streiten, wer Einfuhrweltmeister beim Gold werden wird. Ging der Titel zuletzt an China, so glaubt Smith, dass 2014 Indien die Nase wieder vorne haben wird.

Damit werden Goldaktien für ihn wieder interessanter. Neben den „big guys“ wie Goldcorp (ISIN: CA3809564097) oder Yamana Gold (ISIN: CA98462Y1007) fallen auch die Namen einiger kleiner Gesellschaften, die derzeit noch günstig zu haben sind. Smith nennt in diesem Zusammenhang Alexco Resource (ISIN: CA01535P1062), Endeavour Silver (ISIN: CA29258Y1034) sowie Gran Colombia Gold (ISIN: CA38501D5010).

Kolumbien und Argentinien als Förderländer der Zukunft

Bei diesem Firmennamen kommt er unweigerlich auf die Situation in Kolumbien zu sprechen. Diese hat sich deutlich verbessert. Zwar ist das Land und sind die dortigen Geschäfte nicht so sicher wie in den USA oder Kanada, man hat jedoch einen klaren Sprung nach vorne gemacht. Entsprechend lohnt sich ein genauer Blick auf die Aktivitäten vor Ort.

Neben Kolumbien sieht Smith auch großes Potenzial in Argentinien. Er setzt auf einen neuen Präsidenten, der 2015 ins Amt kommen soll, und der ausländische Gelder anziehen kann. Nach dem Abgang der noch amtierenden Präsidentin Kirchner sieht er für das südamerikanische Land ein großes Aufholpotenzial. Die Ressourcen im Boden sind vorhanden, sie müssen nur genutzt werden. Zu den Gewinnern kann dann auch Pan American Silver (ISIN: CA6979001089) zählen, die in der Provinz Chubut ein großes Silberprojekt bearbeiten.

In absoluten sicheren Gebieten ist ein weiterer Liebling von Smith tätig. Pretium Resources (ISIN: CA74139C1023) sucht in British Columbia nach Gold und hat bereits hohe Mineralisierungsgrade publiziert. Ein weiterer Pluspunkt für das Unternehmen ist das sehr erfahrene Management. Gleiches gilt für Sandstorm Gold (ISIN: CA80013R2063), bei denen die Unternehmensführung ebenfalls genau weiß, was sie macht. In diesem Zusammenhang fällt auch der Name von First Majetic Silver (ISIN: CA32076V1031), die in Mexiko sowohl im Silber- als auch im Goldgeschäft tätig sind.

All diese Gesellschaften können vom anstehenden Bullenmarkt profitieren. Manchmal kann es dabei schon kurzfristig gute Nachrichten geben, bisweilen muss man sich etwas gedulden. Der perfekte Zeitpunkt ist nie wirklich zu finden. Doch eines steht fest: Der Optimismus wächst – und zwar deutlich!