Nicht nur Spieler und Hochzeitsreisende zieht es immer wieder Nevada. Rund 650 Kilometer nördlich von Las Vegas graben auch die beiden größten Goldproduzenten der Welt nach Gold.

Denn selbst nach mehr als anderthalb Jahrhunderten der Exploration sind Barrick Gold (WKN 870450 / NYSE ABX) und Newmont Mining (WKN 853823 / NYSE NEM) der Ansicht, dass es noch jede Menge Gold in Nevada zu finden gibt. Obwohl aus dem US-Bundesstaat bereits ein Drittel des Ausstoßes der Konzerne stammt und dort mehr des gelben Metalls produziert wird als in Südafrika und Chile zusammen. Die Unternehmen verfeinern ihre Explorationstechniken und sehen sich in größeren Tiefen und jetzt auch in Bereichen um, die sie zuvor außen vor gelassen hatten, um neue Ressourcen zu finden.

Wie Newmonts Projektleiter für Nordamerika, Doug Livermore, Bloomberg News erklärte, sei Nevada trotz aller bereits getätigten Funde immer noch sehr aussichtsreich. Der Staat liefert bereits jetzt 6% der weltweiten Goldproduktion.

Nachdem der Goldpreis im vergangenen Jahr um knapp 30% gefallen ist, sind die Minenfirmen gezwungen, sich nach kostengünstigeren Möglichkeiten umzuschauen, ihre Produktion zu steigern, und die Explorationsbudgets zu senken. Unternehmen wie Barrick und Newmont konzentrieren sich deshalb verstärkt auf ihre vorhandenen Ländereien. Zumal das Investitionsrisiko in Nevada erheblich niedriger ist als in weniger stabilen Regionen der Welt.

Eine von zwei möglichen neuen Minen, die Newmont in Betracht zieht, liegt in Nevada. Die Lagerstätte namens Long Canyon wurde in einer Gesteinsformation gefunden, von der die Geologen nicht erwarteten, dass sie Gold enthalten würde.

Der Konzern treibt zudem einen neuen Schacht voran, mit dem man die Leevill-Mine in Nevada vergrößern will. Das Unternehmen ist seit rund 50 Jahren in dem US-Bundesstaat unterwegs und geht davon aus, dass man auch noch weitere 50 Jahre dort aktiv sein wird.

Barrick und Newmont betreiben zahlreiche Tagebaugruben und Untertageminen in Nevada. Die Konzerne haben wiederholt eine Fusion in Betracht gezogen, um die Kosten zu senken und Überschneidungen zu verhindern, doch die jüngsten Gespräche scheiterten im April dieses Jahres.

Die Analysten von Veritas Investment Research sind laut Bloomberg der Ansicht, dass ein Goldfund in Nevada wertvoller ist, als eine Lagerstätte in risikoreicheren Regionen. Ihrer Ansicht nach sollten Anleger bereit sein, für eine Unze Gold im Boden von Nevada mehr zu zahlen als anderswo.

Auch Barricks Bemühungen neue Lagerstätten zu finden und zu entwickeln konzentrieren sich derzeit auf Nevada – insbesondere auf einen 15,6 Mio. Unzen schweren Fund, den Barricks CEO Jamie Sokalsky als einen der größten Explorationserfolge weltweit im letzten Jahrzehnt bezeichnet. Die Goldrush-Lagerstätte liegt nur 6 Kilometer von Barricks Cortez Hills-Mine auf der anderen Seite eines Berges. Unter Gestein und Bergeklein versteckt, war sie mit traditionellen Techniken nicht zu entdecken.

Mark Bradley, ein Geologe, der behilflich war, Goldrush zu finden, erklärte gegenüber Bloomberg, dass man hier seit 1850 auf der Suche nach Goldvorkommen sei. Die offensichtlichen, nahe der Oberfläche gelegenen Lagerstätten seien deshalb schon vor langer Zeit entdeckt worden.

In der Vergangenheit aber wurde oft nur bis in Tiefen von 100 bis 200 Metern gebohrt, was unter anderem erklärt, warum Goldrush von den zahlreichen Vorbesitzern übersehen wurde. Teilweise entdeckte man Erz mit niedrigen Gehalten, das nicht leicht verarbeitet werden konnte und gab dann auf. Anfang der 2000er Jahre stieg das Interesse wieder, doch der Durchbruch kam erst 2009 als dann Barrick ein Wasserbohrloch abteufte, dieses auf Vererzung testete und eine positive Überraschung erlebte.

Auch in Nevada aber gibt es Risiken für die Minenfirmen. So sah sich Barrick Anfechtungsklagen in Bezug auf Cortez Hill von amerikanischen Ureinwohnern gegenüber und der Staat hat schon in der Vergangenheit höhere Steuern für Bergbaugesellschaften angestrebt.

Doch wie Barricks CEO Sokalsky vergangenen Monat erklärte, weiß man, dass in Nevada noch eine Menge Gold zu finden ist. Und der Barrick-Chef betrachtet Nevada weiterhin als einen der besten Orte weltweit, um Gold abzubauen.

Das sehen natürlich auch andere Unternehmen so wie zum Beispiel der Explorer Gold Standard Ventures (WKN A0YE58 / TSX.V GSV). Denn diesem ist es erst vor Kurzem gelungen, einen sehr viel versprechenden Teil des in Nevada liegenden, weltberühmten Carlin Trends zu konsolidieren, sodass dort nun zum ersten Mal systematisch mit neuesten Methoden exploriert werden kann.

Auch auf der Pinion-Lagerstätte von Gold Standard, dem derzeit wichtigsten Projekt des Unternehmens, wurde in der Vergangenheit nicht tief genug gebohrt – glaubt man bei Gold Standard. Das Unternehmen holt das derzeit nach und will schon im kommenden Monat eine erste, dem modernen kanadischen Standard NI-43 101 entsprechende Ressourcenschätzung vorlegen.

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