Werden für ein Unternehmen die ersten nicht bezahlten Research-Reports geschrieben, fühlen sich die Manager geadelt. Nimmt dann auch noch ein international angesehenes Investmenthaus die Berichterstattung auf, ist das wie der Ritterschlag.

Der kanadische Uran-Explorer Fission Uranium konnte in den vergangenen Monaten mit seinen sensationellen Funden im Athabasca-Becken für Furore im Bergbausektor sorgen. Immer mehr Investoren und Analysten von Investmentbanken wurden durch die teils exzellenten Bohrergebnisse auf Fission aufmerksam. Jüngst haben sich auch die Analysten des australischen Investmenthauses Macquarie Equities, ein ausgesprochen Bergbau affines Institut, an die Betrachtung von Fission heran gewagt. Das Ergebnis dürfte Fission-Aktionäre freuen und sich für die Lenker des Uran-Explorers wie eben ein Ritterschlag anfühlen.

Die Macquarie-Analysten Pierre Vaillancourt und Duncan Lai errechneten immerhin für die Fission Uranium-Aktie ein Kurspotenzial von gut 80 Prozent. Ihr Kursziel für in 12 Monaten legten sie bei 2,25 Kanadischen Dollar fest. Um auf diesen Wert zu kommen, betrachteten Vaillancourt und Lai das Unternehmen aus verschiedenen Bewertungsblickwinkeln. Zum einen errechneten sie den Wert anhand des abgezinsten zukünftigen Cash-flows (DCF). Und zum anderen gingen sie davon aus, dass das Unternehmen übernommen würde und gaben dabei den Einzelteilen jeweils einen Wertansatz.

Beim DCF-Modell gingen sie von einem durchschnittlichen Uranpreis von 60 US-Dollar je Pound aus. Diese Größenordnung ist durchaus plausibel, da langfristige Lieferverträge auch heute auf höheren Preisen basieren als der Kassakurs des Urans heute mit rund 31 Dollar zeigt. Des weiteren setzten sie einen Zinssatz von 8% an, um die zukünftig erwarteten Geldeingänge abzuzinsen. Als Wert ermittelten die Analysten dabei für das Patterson Lake South Projekt 862 Millionen US-Dollar. Weitere Projekte eingeschlossen erreicht der abgezinste Wert 911 Millionen US-Dollar, was 2,87 kanadischen Dollar je Aktie entspricht.

Bei der Übernahmevariante erklären die Analysten deutlich, dass sie nicht davon ausgehen, dass Fission selbst in Zukunft das Uran-Projekt ausbeuten würde. Dagegen gingen sie davon aus, dass Fission in den kommenden zwei Jahren übernommen würde. Sobald eine größere Ressource definiert sei und möglicherweise eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie vorläge, solle es soweit sein. Um den möglichen Übernahmebetrag darzustellen, gehen die Macquarie-Experten von einem Vergleich zwischen Fission und dem 2011 übernommenen Konkurrenten Hathor Exploration aus. Hathor wurde vom Bergbau-Riesen Rio Tinto, der auch einige Uranprojekte besitzt, für rund 636 Millionen Can-Dollar gekauft. Das bedeutete einen Preis von 10,50 US-Dollar je Pound Uran-Ressource von Hathor. Auch Hathor sei ein Unternehmen mit einem Hauptprojekt, der Roughrider-Liegenschaft, ebenfalls im Athabasca-Becken gewesen. Würde nun dieselbe Bewertung bei Fission, deren Ressourcen die Analysten auf rund 100 Millionen Pound Uran schätzen, angesetzt, würde ein Unternehmenswert von 1,05 Milliarden US-Dollar herauskommen.

Da zum einen jedoch der Uranpreis immer noch Schwäche zeigt und bei der DCF-Methode sehr weit in die Zukunft geblickt werden muss, haben die Analysten einen gewissen Abschlag von den beiden Bewertungsansätzen als Sicherheitspuffer genommen. Doch auch mit einem Kursziel von 2,25 Can-Dollar je Aktie dürften Fission Uranium-Aktionäre beim aktuell noch schwachen Uranpreis gut leben können.