Übernahmen im Minensektor: Wer wird die nächste Osisko Mining?

Übernahmen im Minensektor: Wer wird die nächste Osisko Mining?

Übernahmeaktivitäten haben die Rohstoffbranche – mit wenigen Ausnahmen – in den letzten Jahren der Krise nicht gerade in Atem gehalten. Eine solche Ausnahme ist gerade zu Ende gegangen: Das Rennen um die milliardenschwere Übernahme von Osisko Mining (ISIN: CA6882781009) haben Yamana Gold (ISIN: CA98462Y1007) und Agnico-Eagle Mines (ISIN: CA0084741085) gewonnen, nachdem sich Goldcorp (ISIN: CA3809564097) aus der Bieterschlacht zurückgezogen hat.

Das Beispiel Osisko Mining ist typisch für die Übernahmeaktivitäten im Goldminensektor. Es werde zunehmend schwieriger, in bergbaufreundlichen Gebieten große Goldvorkommen zu entdecken. Osisko ist dies mit der Malartic-Mine im kanadischen Quebec gelungen – ein großes Asset mit einem sehr überschaubaren Risiko im Vergleich zu anderen, politisch instabilen Gegenden der Welt. Das ist zugleich einer der Hauptgründe für das große Interesse, das Osisko bei den Majors der Goldbranche auf sich vereinigen konnte.

Majors auf der Suche nach großen, risikoarmen Goldvorkommen

Deals wie dieser werden in der Branche weiter attraktiv bleiben, glauben Experten wie Steve Todoruk von Sprott Global Resource Investments. Nicht immer, das zeigt der Blick in die Vergangenheit, hatte Goldcorp bei solchen Deals das Nachsehen wie nun im Fall Osisko. Die Company konnte zum Beispiel im Jahr 2006 von Virginia Gold Mines das Goldprojekt Eleonore, ebenfalls in Quebec beheimatet, übernehmen. Es ging um 4 Millionen Unzen Gold in hochgradigem Erz, die Virginia entdeckt und erkundet hatte. 420 Millionen Dollar musste Goldcorp zahlen, anschließend noch reichlich in die Weiterentwicklung der Mine investieren – Ende dieses Jahres soll die Produktion starten und jahrelang sichere Cashflows bringen.

Übrigens: Goldcorp hat zu dem Projekt vor einigen Tagen ein 7:40 Minuten langes Video ins Internet gestellt, das sich anzuschauen lohnt und gut die Aktivitäten der vergangenen Jahre zum Aufbau des Bergwerks illustriert!

Typische Verhaltensweisen der "big guys" bei Zukäufen

Die beiden Deals, an denen Goldcorp einmal als Gewinner und einmal als Verlierer beteiligt ist, sind für Todoruk typische Vorgehensweisen der Majors bei Akquisitionen. Todoruk, Experte für Investments in Companies, die neue Vorkommen entdecken, sieht vor allem Unterschiede in den Risikoprofilen der Trades, die immer wieder zu beobachten sind. Zum einen die Akquisition ganzer Unternehmen, wie nun bei Osisko Mining, nachdem diese Projekte weit voran getrieben haben und diese weitgehend frei von Risiken sind oder sogar schon die Produktion aufgenommen haben. Zum anderen ist es der Kauf einzelner Projekte, wie im Fall des Eleonore-Goldvorkommens von Virginia Gold Mines durch Goldcorp. Hier gehen die Majors stärker ins Risiko und kaufen wesentlich früher zu, nachdem fest steht, dass bei einem Projekt große Vorkommen im Boden zu finden sind und klare Hinweise auf einen rentablen Abbau vorliegen.

Allerdings warnt Todoruk die Anleger vor möglichen Kursschwächen bei Aktien der Juniors zwischen diesen beiden Phasen, wenn hohe Investitionen des Juniors in das Projekt vorgenommen werden müssen. Dann stehen meist große und ständige Kapitalerhöhungen an.

Die Erkenntnisse können Investoren für eigene Investmententscheidungen nutzen, wenn man auf der Suche nach weiteren Übernahmekandidaten ist. Während derzeit die M&A-Aktivitäten im Rohstoffsektor noch sehr überschaubar sind, geraten vor allem die Majors der Branche mehr und mehr unter Druck. Man muss wieder verstärkt zukaufen, wenn man die jüngsten Verluste von Rohstoffreserven ausgleichen will, die durch die Preiskrise aus den Bilanzen mangels Rentabilität herausgefallen sind. Das gilt vor allem für die Edelmetallbranche.

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