Mercer Studie zu GoldGold hat schon seit langem den Ruf, in Krisenzeiten ein „sicherer Hafen“ zu sein und das Risiko von Portfolios zu senken. Eine neue Studie der Consultingfirma Mercer, die auf die Beratung von Unternehmen in Investmentfragen spezialisiert ist, ging nun der Frage nach, ob das tatsächlich der Fall ist. Die Studie zeigt, dass dieser Ruf für das Edelmetall mehr als berechtigt ist.

Die Experten haben bei ihrer Untersuchung drei Szenarien zugrunde gelegt, die sich jeweils um den Vertrauensverlust des Marktes in das globale Wirtschafts- und Währungssystem drehen. Zugrunde gelegt wurden drei verschieden starke Grade des Vertrauensverlustes, so eine Mitteilung der Deutsche Börse Commodities. Untersucht wurden dabei unter anderem die Auswirkungen, die eine Anlage in Gold auf ein Portfolio aus Aktien hochkapitalisierter Unternehmen sowie europäischen Staatsanleihen hat – ein typisch zusammengestelltes Depot vieler Anleger also, institutioneller wie privater.

5 Prozent Gold im Portfolio senkt die Risiken

Die Auswertung der Daten von Mercer zeigt, dass sich solche Portfolios mit einem Investment in Gold sinnvoll diversifizieren lassen. „Bis zu 5 Prozent Gold reduzieren das Verlustrisiko im Depot deutlich“, sagt Martina Gruber, Geschäftsführerin der Deutsche Börse Commodities GmbH. Die Tochter der Deutsche Börse AG hat mit Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) eine Inhaberschuldverschreibung am Markt, die zu 100 Prozent mit physischem Gold unterlegt ist und zugleich dem Investor einen Auslieferungsanspruch zusichert. Die Laufzeit ist unbegrenzt, das Gold liegt bei der Clearstream Banking Frankfurt im Tresor, einer weiteren Tochtergesellschaft der Deutsche Börse AG. Der Markt ist liquide, Xetra-Gold war im vergangenen Jahr der am meisten gehandelte ETC im Xetra-Handel.

Die Mercer-Studie zum Gold zeigt aber noch mehr. Es sei enorm schwierig, einen „fairen“ Goldpreis zu ermitteln, heißt es. Der Grund ist einfach: je nach Marktlage projizieren die Börsianer verschiedene Erwartungen in das Edelmetall. Manchmal wird dieses fast nur als Rohstoffinvestment wahrgenommen, manchmal vor allem als Versicherung in Krisenzeiten.

Goldpreis vor Anstieg auf 1.430 Dollar?

Gerade dieser Charakter des Goldes könnte in der kommenden Zeit wieder stärker in den Vordergrund rücken. Immer noch stellt die Krim-Krise ein Damoklesschwert für die internationalen Börsen dar. Die Angst vor einer größeren militärischen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine hat nicht abgenommen, im Gegenteil. Hinzu kommt die Eiszeit, die sich zwischen den westlichen Industrienationen und Russland wirtschaftlich anbahnt.

Was sagt der Goldchart?

Der Blick auf den Goldpreis-Chart offenbart zudem Trendwendepotenzial. Darauf weisen die Experten der WGZ Bank in einer aktuellen Analyse hin. Es bestehen gute Chancen auf ein zeitnahes Drehen des Goldpreises nach oben, heißt es in der Studie der Chartexperten. Kommt es dazu, könnte der Goldpreis sich in Richtung 1.430 Dollar für die Feinunze entwickeln, so die Prognose. Allerdings müssen Trader, so der Rat der WGZ Bank, auf die Unterstützung um 1.275 Dollar achten – ein Rutsch hierunter könnte den Goldpreis unter Druck bringen.