Die Aktie des Autobauers Tesla Motors ist eines der schillerndsten Papiere an der Börse. Die US-Gesellschaft will die Mobilität mit ihren Elektroautos revolutionieren. Bisher sind die Automobile der US-Amerikaner vor allem für Kunden mit größerem Geldbeutel reserviert, doch das soll sich ändern. Damit die Fahrzeuge billiger werden, muss Tesla in großem Maßstab produzieren, um Skaleneffekte zu nutzen.

Ein Meilenstein auf dem Weg dorthin wird die angekündigte „Gigafactory“ für die Produktion eines der Herzstücke der Tesla-Autos sein: den Batterien. Mit milliardenschweren Investitionen will der Konzern bis 2020 in den USA einen Standort aus dem Boden stampfen, der eine halbe Million Hightech-Batterien pro Jahr produzieren soll. Für den Erfolg dieser Fabrik braucht der Trendsetter aus den USA vor allem eins: Rohstoffe in ausreichender Menge aus verlässlichen Quellen, wie Chris Berry von www.discoveryinvesting.com in seinem aktuellen Newsletter schreibt. Und das ist gar nicht so einfach, Berry verweist hierbei neben den benötigten Mengen auch auf Risiken wie die wachsende Tendenz zu Nationalisierungen im Rohstoffsektor.

Welches Rohstoffunternehmen profitiert von Teslas „Gigafactory“?

Die Nachrichten über Teslas riesige Batteriefabrik hat eine Reihe von Junior-Minenaktien daher auch in die Höhe schießen lassen. Die enorm große zusätzliche Nachfrage, die die „Gigafactory“ produzieren wird, dürfte für die bisherigen Produzenten zum Beispiel im Graphitbereich eine Herausforderung sein. Berry rechnet aus, dass Tesla rund 112 Prozent der aktuellen weltweiten Förderung von Lamellengraphit benötigt, um die Batteriefabrik zum Erfolg zu führen.

Berry zweifelt angesichts dieser Maßstäbe daran, dass sich Tesla bei seiner Rohstoffversorgung der Batteriefabrik allein auf unsichere Juniors verlassen wird, die bisher keine Produktion gestartet haben – dies umso mehr vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme im Rohstoffsektor, die vor allem Juniors betreffen. Logischer für Tesla bei möglichen Partnerschaften seien wohl etablierte Konzerne. Für den Lithiumsektor nennt Berry Rockwood Holdings (ISIN: US7744151033) als sinnvollen Rohstoffpartner, einen der Weltmarktführer der Branche.

Teslas Pläne: Silberstreif oder falsche Hoffnungen für Rohstofftitel?

Wer tatsächlich von Teslas Großfabrik für Batterien profitieren wird, ist zum derzeitigen Zeitpunkt enorm schwer zu prognostizieren. Abhängig ist dies nicht zuletzt von dem chemischen Aufbau der Batterien, die der US-Konzern produzieren wird. In seinem Modell Tesla S zum Beispiel nutze das Unternehmen eine Kathodenchemie unter Nutzung von Nickel, Kobalt und Aluminium, die von Panasonic (ISIN: JP3866800000) komme. Daher sei es überraschend gewesen, so Berrys Fazit, dass die Kursexplosion im Rohstoffsektor als Folge von Teslas Ankündigungen an den betreffenden Werten aus den Sparten Nickel und Kobalt vorbei gegangen sei.

Ohnehin müsse Tesla mit seinen Megaplänen noch einen Realitätscheck durchlaufen, merkt Berry an. Der Konzern habe noch einen langen Weg vor sich. Die bisherigen Erfolge des Unternehmens seien allerdings unbestritten und eine aufregende wie willkommene Entwicklung. Das Unternehmen baue tolle Autos, so Berry nach einer Testfahrt mit Teslas Modell S. Und doch seien über die Rohstoffversorgung für die Wachstumspläne hinaus viele Risiken zu beachten, die Tesla am Erfolg hindern könnten.

Eines der potenziellen Risiken ist das Verkaufsmodell Teslas, das die üblichen dazwischen geschalteten Autohändler umgeht. Dies hat das Unternehmen nun im US-Bundesstaat New Jersey und vor allem bei Gouverneur Chris Christie in die Bredouille gebracht: Dort wurde ein Gesetzt verabschiedet, das in der Branche bereits als „Anti-Tesla-Gesetz“ gilt.

Berry weist aber auch noch auf viele andere Risiken hin. So werden zum Beispiel weltweit mit dem Einsatz milliardenschwerer Investitionen alternative Fahrzeugmodelle zu den herkömmlichen Benzin- und Diesel-Autos entwickelt. Zu nennen ist hier unter anderem die Brennstoffzellenaktivitäten des japanischen Autobauers Toyota (ISIN: US8923313071). Dies sei alles enorm spekulativ, dürfe von Investoren aber nicht vernachlässigt werden, rät Berry.