Nickel gehört in der Stahlproduktion zu den unverzichtbaren Rohstoffen, um den Stahl zu veredeln. Rostschutz durch „Vernickelung“ ist weithin bekannt und so wundert es nicht, dass das Element vor allem aus China nachgefragt wird. Der asiatische Staat ist der weltweit größte Stahlproduzent und hortet zugleich enorme Lagerbestände des Rohstoffes.

Doch diese Lagerbestände könnten schrumpfen, denn der Exportbann für unverarbeitete Erze, den Indonesien in Kraft gesetzt hat, trifft den Nickelmarkt ganz besonders. Indonesien gehört zusammen mit den Philippinen zu den größten Nickel-Bergbauländern der Welt, 2012 rangierte man hinter den Philippinen auf Platz 2 der Weltrangliste, noch vor Russland und Australien. Mit entsprechend starken Auswirkungen der Exportbeschränkungen ist zu rechnen. Das zeigt auch die Entwicklung der chinesischen Nickelimporte aus Indonesien im Januar, die deutlich gestiegen sind. Die Chinesen haben die Lagerbestände vor dem Exportstopp noch einmal so umfangreich wie möglich aufgefüllt.

Exportbann Indonesiens hinterlässt deutliche Spuren

Das hat Gründe: Der brasilianische Vale-Konzern (ISIN: BRVALEACNOR0), einer der Weltmarktführer im Nickel-Bergbau, rechnet nicht damit, dass der indonesische Bann schnell fallen wird. Vale-Manager Peter Poppinga, Executive Director für die Basismetallsparte der Gesellschaft, geht davon aus, dass die indonesischen Politiker an dem Bann festhalten werden und dieser sehr gut begründet sei. Der Staat will mehr weiterverarbeitende Industrie im eigenen Land ansiedeln, bisher beschränkt sich die Wertschöpfung im Nickelsektor weitgehend auf den Abbau des Erzes, das dann exportiert wird – eine Weiterverarbeitung wäre für das Land wirtschaftlich lukrativ.

Mit dem ausfallenden indonesischen Angebot verändert sich das Marktumfeld für Nickel signifikant. Geprägt bisher durch einen Angebotsüberschuss, könnte der Markt nun in ein Defizit fallen, glauben Rohstoffexperten. Allerdings nicht sofort – dafür sorgt China mit seinen eingelagerten Vorräten. Ab 2015 aber wäre mit einem Nachfrageüberhang zu rechnen, glauben die Barclays-Analysten und beziffern das drohende Angebotsdefizit auf 36.000 Tonnen.

Vales Totten-Projekt würde von steigenden Preisen wohl deutlich profitieren

Kein Wunder also, dass man sich in der Branche auf steigende Nickelpreise einstellt. Vale-Manager Poppinga rechnet sogar mit einem signifikanten Kursanstieg auf mehr als 20.000 Dollar für die Tonne des Metalls. Aktuell notiert Nickel an der Börse bei Kursen knapp über der 14.300er-Marke. Poppinga geht also davon aus, dass es mittelfristig zu einem Kursanstieg um rund 40 Prozent kommen kann.

Für Vale sind das gute Aussichten, denn bereits bei aktuellen Kursen ist die Nickelförderung des Konzerns auf dem neuen Totten-Projekt in Ontario profitabel. Laut Poppinga profitiere man hier nach Investitionen von 760 Millionen Kanadischen Dollar von geringen Kosten sowie der Beiproduktion anderer Metalle wie zum Beispiel Gold. Mit dem Projekt will die Gesellschaft langfristig sinkende Produktionsmengen anderer Nickelminen ausgleichen.