Viele Goldkonzerne haben ein Problem: Der deutliche Preisrückgang für die Feinunze des Edelmetalls und die geringen Explorationserfolge in dem Sektor haben zu massiven Rückgängen bei den Goldreserven geführt, die die „Großen“ der Branche ausweisen. Es sind meist Reserven, die nicht mehr wirtschaftlich abgebaut werden können, die im Rahmen der jüngsten Quartalsbilanzen aus den Büchern verschwanden. Andere Probleme kommen hinzu, zum Beispiel politischer Art.

Manche dieser Reserven dürften nie wieder in den Büchern auftauchen, befürchten Experten, wenn nämlich zukünftige Preisanstiege beim Gold durch Kostensteigerungen im operativen Geschäft der Gesellschaften kompensiert werden. Das zehrt nicht nur am Wert der Unternehmen, sondern könnte unter anderem seine Spuren in den Aktivitäten der Gesellschaften bei der Erkundung neuer Goldvorkommen sowie Übernahmen hinterlassen.

Silberkonzerne steigern Reserven

Beim Silber sieht dies etwas anders aus – und das, obwohl der Silberpreis in der jüngsten Baisse wesentlich stärker als das Gold unter die Räder gekommen war. Einigermaßen überrascht dürfte die Börse davon sein, dass eine ganze Reihe von Silberkonzernen die Reservezahlen erhöhen konnte, obwohl man in den internen Kalkulationen ebenfalls geringere Silberpreise hat einfließen lassen. Darauf weisen die Analysten bei J.P. Morgan hin und sind von diesem Faktor enorm positiv angetan.

Im Blickpunkt haben die Experten von J.P. Morgan dabei vor allem drei Unternehmen. Zum einen ist dies Hecla Mining (ISIN: US4227041062): Das Unternehmen konnte unter anderem aus den Projekten Casa Berardi und Lucky Friday neue Silbervorkommen in die Bücher nehmen. Zum anderen ist Coeur Mining (ISIN: US1921085049) zu nennen, hier geht der Anstieg der Silberreserven vor allem auf das Rochester-Projekt zurück. Dritter im Bunde, der allerdings das deutlich kleinste Plus ausweist, ist Pan American Silver (ISIN: CA6979001089), dessen Reserven vor allem dank der mexikanischen Aktivitäten gestiegen sind.

Silberpreis zusätzlicher „Hebel“ für die Aktienkurse

Spannend wird jetzt sein, wie sich der Silberpreis weiter verhält. Die Feinunze des Edelmetalls hat sich zuletzt wieder etwas verteuert. Aus einer Bodenbildung an der breiten Supportzone oberhalb von 18,21 Dollar konnte sich der Silberpreis etwas nach oben absetzen, es ging von der 19-Dollar-Marke seit Ende Januar bis in den Bereich um 22 Dollar in die Höhe. Um diese Marke pendelt der Preis bisher auch im Handel am Mittwoch. Charttechnisch trifft die Notierung zwischen 21,90/22,18 Dollar und 23,09/23,62 Dollar auf die nächsten verschiedenen Hindernismarken.

Weiter steigende Silberpreise verbessern dabei natürlich die Ausgangslage für die Silberkonzerne erheblich – insbesondere wenn die Preiszuwächse sich auch in den Gewinnspannen niederschlagen und nicht durch weitere Kostensteigerungen aufgefressen werden. Dann könnten die erhöhten Reserven wie ein zusätzlicher „Hebel“ für die Aktienkurse der Unternehmen wirken.