Viele Beobachter sind über die Wachstumsperspektiven in China besorgt. Erwartet wird für das laufende Jahr ein Plus von 7,4 Prozent. Das ist für das Riesenreich schon fast eine kritische Marke, erste Alarmglocken läuten. Seit 1990 ist die Wirtschaft des Landes in keinem Jahr so gering gewachsen.

Relativ entspannt sehen dies jedoch die Kupferproduzenten. Sie sind von den chinesischen Sorgen nicht betroffen – im Gegenteil. Es wird erwartet, dass der chinesische Hunger nach Kupfer im laufenden Jahr weiter ansteigen wird. Die ersten Zahlen bestätigen diese Vermutungen. Im Januar sind 536.000 Tonnen raffiniertes Kupfer nach China eingeführt worden. Das war ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Dezember 2013. Schaut man auf den Januar 2013 liegt das Plus sogar bei 53 Prozent.

Kupfer ist ein vielseitiger Rohstoff, das Metall wird in der Transportbranche benötigt, bei der Produktion von Waren und auf dem Bau. In China werden derzeit die Stromnetze aufgrund der Weiterentwicklung des Landes massiv ausgeweitet, auch hier ist Kupfer notwendig. 40 Prozent der chinesischen Nachfrage gehen auf diesen Netzausbau zurück. Mögen andere Bereiche schwächeln, das Stromnetz boomt, hier werden auch für die kommenden Jahre hohe Wachstumsraten erwartet. Ein Jahresplus von fast 15 Prozent gilt dabei als nicht ausgeschlossen. Somit ist die chinesische Wachstumsschwäche für das Kupfer kein großes Problem.

Dies kann man auch an den jüngsten Preisentwicklungen sehen. Am Monatsanfang kostete eine Tonne Kupfer in New York rund 7.100 Dollar, inzwischen muss man fast 7.220 Dollar je Tonne zahlen. Die Tendenz könnte weiter steigen, da die Lager sich mehr und mehr leeren.

Besonders gut ist das an der London Metal Exchange zu beobachten. Dort waren im vergangenen Juni noch 678.000 Tonnen Kupfer eingelagert, damals lag der Kupferpreis mit rund 6.640 Dollar je Tonne auf einem Tief. Inzwischen hat sich der Lagerbestand auf 296.000 Tonnen mehr als halbiert.

Die jüngsten chinesischen Importdaten könnten auch Rückschlüsse auf andere Länder geben. Experten halten es für durchaus möglich, dass nicht nur der chinesische Hunger nach Kupfer größer wird. Die anziehende Konjunktur sollte weltweit für eine höhere Nachfrage nach Kupfer sorgen. Diese Meinung hat zuletzt auch mehrfach Peter Willbrandt, der Vorstandschef der deutschen Aurubis (ISIN: DE0006766504) vertreten. Er hat jüngst erst darauf verwiesen, dass es am Markt für Kupferkathoden eine Knappheit gibt. Willbrandt glaubt daher, dass sich der Kupfermarkt 2014 positiv entwickeln wird – nicht nur in China.