Kolumne von Brent Cook

Der Peak bei den Gold-Entdeckungen

Gleich reihenweise senken Goldkonzerne in diesen Tagen die Zahlen ihrer Rohstoffressourcen. Barrick Gold räumt eine Senkung um 26 Prozent ein, weil man die Goldpreisprognose von 1.500 Dollar auf 1.100 Dollar reduziert hat – begleitet durch Milliardenabschreibungen. Goldcorp streicht 11 Prozent der Reserven, nachdem man die Goldpreisprognose um 50 Dollar auf 1.300 Dollar nach unten gesetzt hat. Die Abbauzahlen von Goldcorp lassen zudem darauf schließen, dass die Company gezielt höhergradiges Material abbaut. Auch Agnico-Eagle und Newcrest Mining haben ihre Ressourcenzahlen gekürzt, andere werden folgen. Das Bild ist eindeutig, auf breiter Front geht es mit den ausgewiesenen Reserven nach unten.

Interessant wird es, wenn man sich Kinross anschaut. Die Zahlen zeigen deutlich ein Problem, das seit einiger Zeit zu sehen ist. Es wird mehr Gold abgebaut als gefunden. Trotz unveränderter Preisprognose von 1.200 Dollar sind die angegebenen Reserven von Kinross um rund 20 Prozent gesunken, bereinigt um den Verlust eines Projektes in Ecuador. Ohne neue Entdeckungen und positive Veränderungen beim Projekt Lobo-Marte sieht das Produktionsprofil des Unternehmen in einigen Jahren enorm trostlos aus: Die jährliche Goldförderung wird in nicht mal mehr zehn Jahren eingebrochen sein.

Ähnlich sieht es bei vielen anderen großen Bergbaugesellschaften aus, wenn es zu keinem deutlichen Anstieg beim Goldpreis kommt, der zugleich auch die Gewinnmargen erhöht. In der jüngsten Vergangenheit haben explodierende Kosten unter anderem für Investitionen, Energie und Material den Goldpreisanstieg aufgefressen. Wenn sich dieses Szenario wiederholt, werden die nun aus den Bilanzen genommenen Goldreserven nie wieder in die Produktionspläne der Konzerne zurückkehren.

Die folgende Grafik zeigt das wahre Problem, mit dem sich die Goldminenkonzerne konfrontiert sehen. Während seit 1997 das abgebaute Erzvolumen um 75 Prozent gestiegen ist, hat sich der Goldmineralisierungsgrad in dieser Zeit rund halbiert. In deutlichen Worten: Die Goldkonzerne haben auf den Mineralisierungsgrad gepfiffen, nur um ihre Produktion marginal um 1,7 Prozent jährlich steigern zu können. Wenn man diese Entwicklung in die Zukunft fortschreibt, wird dies nicht gerade erfolgversprechend.

Milling Capacity of primary Gold Mines

Quelle: Wood Mackenzie

Fakt ist, dass die Goldkonzerne in der aktuellen Situation ihre Profitabilität steigern müssen, indem man auf vielfache Art Kosten kürzt und mit einem neuen Minenplan gezielt höhergradiges Material abbaut. Unglücklicherweise führt dieser Abbau hochgradigen Materials dazu, dass die Company am Ende mit einem unrentablen, niedergradigen Resterzkörper und damit "Müll" zurück bleibt, den man ohne einen signifikanten Goldpreisanstieg nie wieder rentabel wird abbauen können. Damit kann man "bye bye" zu einem Teil des Vorkommens sagen, das derzeit noch als Erz ausgewiesen wird. Und das ist mehr als ein Buchungstrick, bei dem man die Goldpreisprognose verschiebt – das ist real, einmal abgebautes Erz ist ein unverrückbares Faktum.

Für die Goldförderer führen also unglücklicherweise nur zwei Wege zu steigender Profitabilität: Einmal ein nachhaltiger Goldpreisaufschwung ohne Kosteninflation, oder man muss neue hochmargige Vorkommen finden oder zukaufen, mit denen man verloren gegangene oder abgebaute Ressourcen ersetzt. Wenn ersteres zustande kommt, kaufen sie sich einfach ein rundes Dutzend Companys und spielen sie das Spiel, dass deren "out-of-the-money" Unzen wieder profitabel werden.

Kommt aber nur der zweite Weg in Frage, dann haben die Konzerne ein echtes Problem. Denken sie daran: wirklich interessante Entdeckungen werden seltener und teurer, während sich die Erfolgschancen verschlechtern. Ein Grund dafür ist, dass wir seit Jahrzehnten tiefer und tiefer bohren müssen, um Erzkörper zu finden, nachdem wir seit Jahrhunderten den Erdball an der Oberfläche nach Vorkommen abgegrast haben. Der technische Fortschritt hat unsere Fähigkeiten, tief unter die Erde ins Unbekannte zu schauen, nur etwas verbessert. Die tiefen Bohrungen treiben die Kosten und legen die Latte für Mineralisierungsgrade und Erzkörper-Tonnage höher. Nun packen sie noch andere Hindernisse wie regulatorische Vorschriften, Umweltschutz, Politik usw. hinzu und das Problem wird akut.

Ich denke, wir sehen den Peak bei den Goldentdeckungen, zumindest bei den ökonomisch sinnvollen.

Den gesamten Artikel auf Englisch können Sie hier einsehen.

Ihr

Brent Cook

www.explorationinsights.com

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