Kanada zählt zweifelsohne zu den Ländern mit großer Dichte an Bergbaubetrieben. Bergbau hat in Kanada Tradition und beschäftigt seit Generationen einen guten Teil der Bevölkerung.Die MAC (Mining Association of Canada) veröffentlicht alljährlich den Stand der Dinge über diese für die Wirtschaft wichtige Branche. In ihrer Berichterstattung über das Jahr 2012 sind folgende Aussagen bemerkenswert.

418.000 Vollzeitbeschäftigte zählte man im Jahr 2012. Eine Steigerung gegenüber 2011, wo 330.000 Beschäftigte erhoben wurden. Die Steigerung ist unter anderem auch dadurch begründet, dass man 2012 erstmals Zulieferbetriebe wie externe Bohrfirmen hinzuzählte. Der Nettozuwachs an Beschäftigten betrug im Jahr 2012 2,8% oder in Zahlen ausgedrückt 11.000. Die Minenbranche ist ebenso der größte Arbeitgeber der Ureinwohner des Landes und schafft nebenbei noch Tausende an indirekten Jobs für sie. Jeder 41. Job in Kanada entfällt auf Minenbetriebe, welche Kanadas Staatshaushalt mit $ 52,6 Mrd. unterstützten. Die Minenaktivitäten schaffen 20% Anteil am gesamten Exporterfolg des Landes. Der durchschnittliche Wochenverdienst der Minenarbeiter lag 2012 bei $ 1.559,- und hat damit die Durchschnittslöhne der Branchen Waldarbeiter, Beschäftigte im Finanzwesen und Baugewerbe überholt. 2012 waren die Börsen Kanadas (TSX und TSX-Ventures) für 70% aller weltweit vergebenen Minenfinanzierungen verantwortlich. Mehr als 3.200 Unternehmen unterstützen kanadische Minenunternehmen mit Nachschub und Serviceleistungen.

Die MAC zeigt sich trotz der schwierigen Lage am Preismarkt für Rohstoffe weiterhin positiv für den kanadischen Bergbausektor. Die Herausforderungen für das Jahr 2014 und danach wären laut MAC wichtige Bausteine für ein langfristiges Bestehen des kanadischen Bergbausektors.

So seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen nach wie vor zu verfilzt. Es gehörten die viel zu komplexen Umweltverfahren neu reglementiert, ebenso wären die Unsicherheiten bei Genehmigungsverfahren auf mehr Effizienz zu durchleuchten. Dem Ausbau der Infrastruktur, speziell in Kanadas Norden, muss mehr Beachtung geschenkt werden.

Soll die Bergbaubranche auch weiterhin eine führende Rolle spielen, so wäre auf gut ausgebildete Fachkräfte zu achten, denn in den nächsten 10 Jahren würden durch Pensionierungen rd. 145.000 neue Positionen geschaffen. Die kanadischen Minenbetriebe stehen im direkten Wettbewerb mit australischen und chinesischen Unternehmen. Der Staat hätte dafür zu sorgen, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bliebe. Dies ginge nur mit klaren Handelsvorgaben, Investitionsvorgaben und Doppelbesteuerungsabkommen. Nur so könnte sich der Bergbausektor weiter positiv entwickeln.

Anmerkung der Redaktion:

Auch wenn Kanada als traditionelle Größe am Bergbaumarkt bekannt ist, so zeigen die Ausführungen der MAC nach wie vor vorhandene Schwachpunkte in der Infrastruktur, Gesetzgebung und im Personalwesen auf. Kanada wird gut daran tun, sich dieser für seinen Staatshaushalt so wichtigen Branche verstärkt zu widmen, denn die Leistungsfähigkeit des kanadischen Bergbaus ist unumstritten und seine Steuerleistungen würden bei verbesserten Rahmenbedingungen direkt ins staatliche Budget wirken. Verbesserte Bedingungen würden somit auch für die Aktionäre der Unternehmen Risikominimierung und höhere Chancen bedeuten.