Ein interessanter Vortrag von Jim Lennon (MacQuarie Securities) auf der derzeit laufenden Bergbaumesse „Mining Indaba“ im südafrikanischen Cape Town lässt aufhorchen. Seiner Beobachtung nach sei China nach übermäßigen Stimuliprogrammen für die Wirtschaft und Boomjahren mit Steigerungen von bis zu 12% in der Wirtschaftsleistung 2009 und 2010 wieder auf die Bremse gestiegen und in einen gesunden Bereich von 7% bis 8% zurückgekehrt.

Man darf nicht vergessen dass China nach wie vor für rd. 50% aller weltweit abgebauten Rohstoffe als Abnehmer fungiert. Und genau dieser Trend sei nach wie vor ungebrochen und würde die Basis für steigende Rohstoffpreise in den kommenden Jahren sein.

Als Begründung für seine Ansicht bietet Lennon eine Übersicht der Entwicklung der weltweiten Rohstoffbranche des letzten Jahres an, denn diese müsse man schon differenziert betrachten.

Eisen hätte, natürlich getrieben durch Chinas Nachfrage, am besten performt. Dies sei aber vom Markt nicht wirklich registriert worden. Aber auch Kupfer, Blei und Zinn hätten sich wacker geschlagen. Alle anderen Rohstoffe wurden eher abgestraft. Vor allem Aluminium, Zink und Nickel seien davon am stärksten betroffen gewesen.

Abseits der Entwicklung in China wären nach Lennons Meinung noch Afrika und Indien erwähnenswert. Allerdings hätten diese Länder keine Chance auf China aufzuschließen, denn dazu seien ihre Infrastrukturen und deren Energiemangel die größten Bremsklötze für eine starke Entwicklung. Längerfristig sieht Lennon jedoch starke Ansätze speziell in Südafrika, da sich verstärkt Geschäftsanbahnungen im Bergbausektor abzeichnen würden, die in den kommenden Jahren ihre Auswirkungen haben und Südafrika zu erneutem Aufschwung verhelfen könnten.

Insgesamt sieht Lennon eine sich langsam verbessernde Situation am Rohstoffmarkt mit leichten Steigerungen auf der Bedarfsseite. Vor allem gestützt durch die konsequent hohe Nachfrage aus China. Natürlich mit rd. 15% bis 25% noch weit unter dem Boomjahr 2007, aber dennoch sei das leichte Anziehen am Markt bereits spürbar.

Natürlich müssten auch die Unternehmen ihre Hausaufgaben machen. Die Kostenbremse und das Überdenken von Projekten wären die Hauptziele, denen sich Bergbaubetriebe zu widmen hätten.

Denken wir nur zum Beispiel an die Kostenexplosion bei Kupferbetrieben. Die Kapitalkosten haben sich in den letzten Jahren versechsfacht, aber auch die Produktionskosten seien um das Vierfache angestiegen. Getrieben von höheren Energiekosten, Konstruktionskosten und auch von verschärften und somit teureren Umweltauflagen.

Fügt man nun diese Fakten alle zu einem großen Bild zusammen, so ist durchaus in nächster Zeit wieder mit einer besseren Basis für Rohstoffe zu rechnen, wobei China auch weiterhin die tragende Rolle für die Preisentwicklung am Rohstoffsektor spielen dürfte.