Nach dem Verkaufsdruck zu Wochenbeginn konnte der Goldpreis im US-Handel trotz der Entscheidung der Fed, ihre Anleihekäufe zur Stützung der US-Wirtschaft um weitere 10 Mrd. USD pro Monat zu senken, leichte Gewinne verbuchen und schloss am Spotmarkt bei 1.267,70 USD pro Unze. Beobachter machten dafür Short-Eindeckungen und Schnäppchenjäger sowie eine Nachfrage nach dem gelben Metall als Sicherem Hafen angesichts der Turbulenzen in den Emerging Markets verantwortlich. Im frühen europäischen Handel allerdings gab der Goldpreis wieder deutlich nach.

Das am gestrigen Mittwoch veröffentlichte Statement des Offenmarktausschusses der US-Notenbank zeigte, dass die Fed ihr Stützungsprogramm für die US-Wirtschaft um weitere 10 auf nun „nur noch“ 65 Mrd. USD pro Monat reduzierte. Das hatten Marktbeobachter im Vorfeld vielfach erwartet, auch wenn es keinen 100%igen Konsens gab. Die Fed betonte in ihrer Mitteilung aber auch, dass die Zinsen weiterhin auf ihrem extrem niedrigen Niveau gehalten würden.

Darüber hinaus hatte die türkische Zentralbank gestern mitgeteilt, dass sie die Zinsen drastisch, auf 12%, erhöht habe, um eine weitere Abwertung der Lira zu verhindern. Auch die indische Zentralbank hatte diese Woche bereits die Zinsen angehoben und die südafrikanische Notenbank folgte der Türkei dann ebenfalls.

Die weltweiten Aktien- und Finanzmärkte stehen unter Druck, da es Turbulenzen bei einigen der weniger bedeutenden Währungen gibt. Jüngst schwächere chinesische Wirtschaftsdaten und Spekulationen um die weitere Vorgehensweise der Fed werden als Auslöser für die Währungsschwäche in den Emerging Markets ausgemacht. Die größte Sorge ist, dass den Finanzmärkten die Liquidität ausgeht, sollten die Zentralbanken weltweit ihre Gelddruckmaschinen, die in den letzten Jahren mit Hochdruck gelaufen sind, abstellen. Die Vergangenheit zeigt, dass sich Probleme mit kleineren Währungsmärkten zu den großen Währungen und dann weltweit ausbreiten können. Aus diesem Grund steigt die Attraktivität von Gold als Sicherem Hafen.

Das Schicksal der Rohstoffmärkte ist weiterhin an die Entwicklung der US-Märkte und der Aktienmärkte weltweit gebunden. Sollte der bisherige Höhenflug sich wie zuletzt der Fall weiter abschwächen, dann dürfte verstärkt Kapital aus Aktien hin „harte“ Assets fließen, zu denen die Rohstoffe gehören.

Mittlerweile steht auch das chinesische Neujahrsfest unmittelbar bevor, das dazu führt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt für mehrere Tage quasi stillsteht. An den meisten asiatischen Märkten dürfte in dieser Zeit ein zurückhaltender Handel herrschen.

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