Kolumne von Martin Siegel

Die Bundesbank und die "ganze" Wahrheit über 5 t Gold

Tagesbericht vom 24.01.14

Der Goldpreis steigt im gestrigen New Yorker Handel von 1.248 auf 1.265 $/oz an. Heute Morgen verzeichnet der Goldpreis im Handel in Shanghai und Hongkong leichte Gewinnmitnahmen und notiert aktuell mit 1.259 $/oz um etwa 23 $/oz über dem Vortagesniveau. Die Goldminenaktien ziehen weltweit kräftig an.

Von der Weltfinanzkrise zum Crack-up-Boom (Katastrophenhausse)

Die Welt: "Verschwörungstheorie". "Die ganze Wahrheit über das Gold der Bundesbank".

Insgesamt sollen innerhalb von 8 Jahren 674 t und davon 300 t aus den USA nach Deutschland geholt werden. Jetzt erklärt die Bundesbank, warum das so schwierig ist und 2013 nur 5 t aus den USA in Deutschland angekommen sind.

Die Begründung: Die Transporte begannen erst im Herbst, weil zuvor Verträge mit Transport- und Schmelzfirmen abgeschlossen werden mussten. "Erst nach monatelangen Vorbereitungen konnten die Sicherheitstransporte mit Lkw und Flugzeug beginnen".

Kommentar: Im Jahr 2000 hat die Bundesbank nach eigenen offiziellen Angaben 661 t Gold nach Deutschland geholt, was 55 t pro Monat entspricht und die Rate von 5 t im Herbst um das dreißigfache übersteigt.

Zum Vergleich:Merrill Lynch verfügt über die Logistik, am 13. April 2013 innerhalb von wenigen Stunden 124 t Gold zu verkaufen.

Die Bundesbank lässt das Gold aus den USA komplett umschmelzen. "Und die Kapazitäten der Schmelzbetriebe sind eben begrenzt".

Kommentar: Die Kapazitäten der Schmelzbetriebe liegen bei jährlich mindestens 3.000 t (Neuproduktion und Recycling).

"Bundesbanker überwachen die Schmelzen". "Zurück in Europa, kontrollieren sie, ob die richtigen Barren in der Schmelze ankommen".

Kommentar: In der Meldung vom 30.12.13 hieß es noch: "Eine Transportfirma ließ einen Teil der Goldbarren (Gewicht: 12,5 kg/Stück) einschmelzen, transportierte sie per Flugzeug und Lkw nach Frankfurt".

"Und in den neuen Barren soll exakt dasselbe Gold stecken wie zuvor".

Kommentar: In einer telefonischen Anfrage erklärte die Bundesbank, dass die Barren eingeschmolzen werden, um eine höhere und standardisierte Größe und Reinheit zu erhalten. Das ist nach der neuen Aussage falsch, denn es werden völlig neue Barren mit anderer Reinheit gegossen.

Das Schmelzen der Barren ermöglicht auch eine "ultimative Echtheitsprüfung".

Kommentar: Viel wichtiger als der Hinweis, dass eine "ultimative Echtheitsprüfung" ermöglicht wird wäre der Hinweis, dass eine "ultimative Echtheitsprüfung" durchgeführt wurde. Einen Kommentar über die vom Bundesrechnungshof geforderte Inventur und Prüfung des gesamten deutschen Goldbestands verweigert die Bundesbank weiterhin.

Die ganze Wahrheit über das Gold der Bundesbank enthält der Artikel in der "Welt" nicht. Eventuell sind Bruchteile der Wahrheit enthalten, wobei frühere Kommentare über das Gold der Bundesbank dann allerdings unwahr wären.

Die Edelmetallmärkte

Auf Eurobasis kann der Goldpreis gegen den schwächeren Dollar zulegen (aktueller Preis 29.591 Euro/kg, Vortag 29.328 Euro/kg). Am 18.07.11 hatte der Goldpreis die vorläufige Zielmarke von 1.600 $/oz überschritten und wurde damit erstmals seit über 20 Jahren wieder fair bewertet. Durch Preissteigerungen und die Ausweitung der Kreditmenge hat sich der faire Wert für den Goldpreis mittlerweile auf 1.800 $/oz erhöht. Mit der anhaltend volatilen Entwicklung an den Finanzmärkten ist nach heutiger Kaufkraft ein Preisband zwischen 1.700 und 1.900 $/oz gerechtfertigt. Unter 1.700 $/oz bleibt der Goldpreis unterbewertet, über 1.900 $/oz (nach aktueller Kaufkraft) beginnt eine relative Überbewertung. Bei einem Goldpreis von über 1.800 $/oz können viele Goldproduzenten profitabel wachsen und die Goldproduktion insgesamt längerfristig erhöhen. Bei einem Goldpreis von unter 1.700 $/oz wird die Goldproduktion mittelfristig sinken. Wegen der fehlenden Anlagealternativen empfiehlt es sich, auch zum Beginn einer zu erwartenden Übertreibungsphase voll in Gold, Silber und den Edelmetallaktien investiert zu bleiben. Mit der seit Anfang 2011 negativen Berichterstattung wurden die schwachen Hände aus dem Goldmarkt vertrieben, so dass nach dem Ausverkauf der letzten Monate ab 2014 wieder mit einer stabileren und freundlicheren Preisentwicklung gerechnet werden kann. In der kommenden Inflationsphase (Crack-up-Boom, Beschreibung in der Zeitschrift "Smart-Investor", Ausgabe April 2009 (http://www.smartinvestor.de/pdf/Smart-Investor-4-2009-S-44-49.pdf) wird der Zielkurs des Goldpreises deutlich angehoben werden müssen.

Silber verbessert sich (aktueller Preis 20,04 $/oz, Vortag 19,74 $/oz). Platin zieht an (aktueller Preis 1.453 $/oz, Vortag 1.441 $/oz). Palladium zeigt sich freundlicher (aktueller Preis 746 $/oz, Vortag 741 $/oz). Die Basismetalle fallen um etwa 1,5 % und stabilisieren sich auf niedrigerem Niveau.

Der New Yorker Xau-Goldminenindex verbessert sich um 2,5 % oder 2,3 auf 93,5 Punkte. Bei den Standardwerten ziehen Agnico Eagle 7,2 % und Goldcorp 4,1 % an. Bei den kleineren Werten haussieren Gabriel 18,0 %, San Gold 12,1 % und Endeavour 11,1 %. Santa Fe gibt 11,5 % nach. Bei den Silberwerten verbessern sich Aurcana 9,6 %, Wildcat 5,6 % und Endeavour 4,4 %.

Die südafrikanischen Werte entwickeln sich im New Yorker Handel fester. Anglogold ziehen 6,2 % und Gold Fields 3,3 % an.

Die australischen Goldminenaktien entwickeln sich heute Morgen freundlich. Bei den Produzenten steigen Rand 19,0 %, Perseus 10,7 % und Saracen 10,6 %. Gegen den Trend fallen Beadell 11,3 % (enttäuschender Quartalsbericht), Northern Star 10,1 % (umfangreiche Kapitalerhöhung) und Tanami 10,0 %. Bei den Explorationswerten haussieren Castle 25,0 %, Bassari 16,7 % und Indochine 12,1 %. Bei den Metallwerten gibt Mincor 5,0 % nach.

Stabilitas Fonds

Der Stabilitas Pacific Gold+Metals Fonds (A0ML6U) verbessert sich um 0,02 auf 50,20 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Castle (+25,0 %), Rand (+19,0 %) und Saracen (+10,6 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Northern Star (-10,1 %) und Unity (-7,5 %). Der Fonds dürfte heute deutlich gegen den Xau-Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 31.12.13 verliert der Fonds mit 4,5 % etwas weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 6,2 % zurückfällt. Die australischen Goldminenaktien können sich nach dem Ausverkauf im November vorsichtig stabilisieren. Der Verlust seit Jahresbeginn erhöht sich auf 62,9 % und liegt damit deutlich über dem Verlust des Xau-Vergleichsindex (-50,9 %). Das Fondsvolumen reduziert sich parallel zu den Kursverlusten von 6,7 auf 6,5 Mio Euro.

Gewinn im Jahr 2009: 131,1 % (bester Goldminenfonds)
Gewinn im Jahr 2010: 81,3 % (zweitbester Goldminenfonds)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 14,0 %
Verlust im Jahr 2013: 62,9 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Silber & Weissmetalle (A0KFA1) verliert 2,0 % auf 25,88 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Aurcana (+9,6 %), Wildcat (+5,6 %) und Endeavour (+4,4 %). Der Fonds dürfte heute parallel zum Hui-Vergleichsindex zulegen.

In der Auswertung zum 31.12.13 verliert der Fonds mit 3,8 % deutlich weniger als der Hui-Vergleichsindex, der um 9,0 % nachgibt. Der Fonds schließt das Gesamtjahr mit einem Verlust von 53,7 % damit besser als der Hui-Vergleichsindex (-57,1 %) ab. Das Fondsvolumen nimmt durch die Kursverluste von 16,7 auf 16,1 Mio Euro ab.

Gewinn im Jahr 2009: 47,9 %
Gewinn im Jahr 2010: 60,3 % (zweitbester Rohstofffonds 2010, Euro und Euro am Sonntag)
Verlust im Jahr 2011: 27,3 %
Verlust im Jahr 2012: 3,7 %
Verlust im Jahr 2013: 53,7 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold+Resourcen (A0F6BP) verliert 1,1 % auf 21,24 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Saracen (+10,6 %), Oceana (+9,7 %) und Endeavour (+9,6 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Northern Star (-10,1 %) und Mincor (-5,0 %). Der Fonds dürfte heute gegen den Xau-Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 31.12.13 verliert der Fonds mit 3,8 % etwas weniger als der Xau-Vergleichsindex, der um 6,2 % zurück fällt. Seit dem Jahresbeginn verliert der Fonds 58,3 % und schneidet damit schlechter als der Xau-Vergleichsindex (-50,9 %) ab. Das Fondsvolumen fällt parallel zu den Kursverlusten von 2,1 auf 1,9 Mio Euro zurück.

Gewinn im Jahr 2009: 12,4 %
Gewinn im Jahr 2010: 21,8 %
Verlust im Jahr 2011: 30,9 %
Verlust im Jahr 2012: 20,1 %
Verlust im Jahr 2013: 58,3 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Der Stabilitas Gold & Resourcen Special Situations (A0MV8V) verliert 0,8 % auf 20,03 Euro. Die besten Fondswerte sind heute Saracen (+10,6 %), Oceana (+9,7 %) und Endeavour (+9,6 %). Belastet wird der Fonds durch die Kursrückgänge der Beadell (-11,3 %), Northern Star (-10,1 %) und Equatorial (-8,3 %). Der Fonds dürfte heute deutlich gegen den TSX-Venture Vergleichsindex nachgeben.

In der Auswertung zum 31.12.13 verliert der Fonds mit 3,2 % marginal stärker als der TSX-Venture Vergleichsindex, der um 3,1 % nachgibt. Mit einem Verlust von 54,7 % seit dem Jahresbeginn bleibt der Fonds deutlich hinter dem TSX-Venture Vergleichsindex (-31,3 %) zurück. Das Fondsvolumen bleibt unverändert bei 1,7 Mio Euro.

Gewinn im Jahr 2009: 73,1 %
Gewinn im Jahr 2010: 87,4 % (bester Rohstoff- und Energiefonds, Handelsblatt)
Verlust im Jahr 2011: 22,3 %
Verlust im Jahr 2012: 37,1 %
Verlust im Jahr 2013: 54,7 %

Hinweis: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.