(4600 vor Christus bis 1799)

Kein anderer Rohstoff ist für die Menschheit seit alters her so interessant wie das Gold. Es ist glänzend und praktisch unzerstörbar.

Schon die Ägypter liebten das edle Metall. Auch heute ist Goldschmuck etwas Besonderes. So ist die Schmuckindustrie auch aktuell der größte Goldnachfrager. Mit einem steigenden Wohlstand – besonders in der Mittelschicht der Emerging Markets – steigt auch die Nachfrage nach Schmuck. Schon etwa 4600 v. Chr. wurde in Mesopotamien Gold zu Schmuck verarbeitet. Grabfunde belegen dies. Etwa 2600 v. Chr. bis 1500 v. Chr. gab es in Ägypten die ersten Goldminen und zwar in Nubien. Heute wird dort ebenfalls nach Gold gesucht, zum Beispiel von Alexander Nubia im arabisch-nubischen Schild, ein Gebiet mit VMS-Lagerstätten, wo viel versprechende Goldgehalte warten. Etwa 1100 v. Chr. wurde in China erstmals mit kleinen rechteckigen Goldstücken bezahlt.

500 Jahre später wurde im heutigen Türkei Gold unter der Herrschaft von König Krösus, der berühmt für seinen Reichtum war, gefördert. Bald darauf wurde Gold auch im Mittelmeergebiet, in Spanien und im mittleren Osten abgebaut. Heute entwickelt beispielsweise Astur Gold im nördlichen Spanien eines der größten unentwickelten Goldvorkommen in Westeuropa, das Salave-Projekt. Dort haben schon die Römer nach Gold gesucht und auch gefunden.

Wenig später bringt Cäsar, unter anderem aus dem heutigen Frankreich, Gold mit nach Hause und bezahlt damit seine Soldaten. Karl der Große bereicherte sich etwa 800 n. Chr. am Gold besiegter Königreiche, um die Herrschaft über Westeuropa zu erlangen. In einer Münzreform ließ er antike Goldmünzen durch Silbermünzen ersetzten.

Als ein Zahlungssystem immer wichtiger wurde, stieg der Bedarf an werthaltigen Münzen. Der römische Kaiser Friedrich ließ seit 1231 in Brindisi Goldmünzen prägen. Die damaligen Finanzmetropolen Venedig und Florenz begannen ebenfalls Goldmünzen herauszugeben. Ungefähr die Hälfte des benötigten Goldes kam damals aus Westafrika. Heute ist China der größte Goldproduzent der Erde.

Mansa Musa, von 1312 bis 1337 König von Mali, musste die Schwankungen des Goldpreises bereits damals auf seiner legendären Pilgerfahrt nach Mekka am eigenen Leib verspüren: Als damals reichster Mann gab er auf seiner Reise so viel Gold aus, dass der Wert des auf Gold basierenden ägyptischen Dinars auf Jahre ruiniert war. So musste er sich aufgrund des gefallenen Goldpreises auf der Rückreise Geld leihen. Mansa Musa wäre auch heute noch durch seinen vor allem über Goldhandel und -abbau erreichten Reichtum in der Forbes-Reichen-Liste ganz vorne zu finden.

Blicken wir nach Spanien in das Jahr 1492: Christoph Kolumbus entdeckt Amerika und Spanien steigt zur Weltmacht auf. In der Folge kommt es um 1700 unter Führung von König Ferdinand von Spanien zu großen Goldentdeckungen in Brasilien. Über lange Zeit sicherte Spanien durch Gold- und Silberimporte aus der neuen Welt seine Vormachtstellung.

Einen wichtiger Meilenstein legte am 21.9.1717 Sir Isaac Newton. Als Leiter des königlichen Münzamtes legte er den Goldstandard fest, der 200 Jahre galt. Leider verrechnete er sich: Der Kurs für den Umtausch von einem Pfund Sterling in Gold betrug 3,89 Pfund pro Feinunze. Newton setzte ein Silber-Gold-Verhältnis von 15,5 zu1 an und damit einen zu niedrigen Goldpreis. Da Silber nun zu teuer war, verdrängte Gold das Silber als Zahlungsmittel, was Grundlage für den späteren Goldstandard war. Berechnungen gehen davon aus, dass Silber um 17,5 mal mehr in der Erdkruste vorhanden ist als Gold. In den letzten 5000 Jahren lag das Verhältnis im Mittelwert bei 15:1. Zur Zeit der Pharaonen lag die Gold-Silber-Ratio bei 3:1, zeitweise (1939-1941, 1991) bei 100:1.

Wie es nach der ersten Goldförderung in den USA in 1799 weiterging in der Geschichte des Goldes, lesen Sie demnächst in Teil 2.