China und sein Gold, das ist und bleibt ein großes Geheimnis. Niemand kann genau sagen, wie viele Tonnen Gold in den Tresoren der Nationalbank lagern, niemand hat eine wirkliche Ahnung, wie viel Gold in das asiatische Reich eingeführt wird, Statistiken dazu werden nicht veröffentlicht. Bisher haben neun nationale Banken die Goldeinfuhren unter sich ausgemacht, nur sie hatten die entsprechenden Lizenzen vom Staat.

Doch diese Politik wird langsam ein wenig aufgeweicht. Das Land will mehr Transparenz, es will internationale Investoren locken, die auf dem Goldmarkt aktiv werden sollen. Seit Monaten gibt es immer wieder Indizien in dieser Hinsicht. So sind inzwischen zwei ausländische Banken an der Shanghai Futures Exchange zugelassen, um Goldfutures zu handeln. Dabei handelt es sich um die ANZ und um die HSBC. Im vergangenen Jahr hat China zudem erstmals mit Gold hinterlegte ETFs erlaubt. Außerdem hat man die Handelszeiten an der Futurebörse in Shanghai verlängert.

Die Börse will zudem aktiver auf ausländische Investoren zugehen. Aus diesem Grund soll in der Freihandelszone von Shanghai bald auch von Ausländern mit Goldfutures gehandelt werden können. Das erhöht die Attraktivität der Börse und der Stadt für ausländische Geldgeber.

Um aber ausländische Investoren wirklich für den Futuresmarkt zu begeistern, braucht man auch ausländische Mitspieler auf der Bankenseite. Hier greifen die Behörden auf alte Partner zurück: ANZ und HSBC. Beide Banken haben nach Berichten von „Reuters“ die Lizenz erhalten, Gold nach China einzuführen. Bestätigt wird das von den Banken bisher nicht, auch gibt es keine offizielle Stellungnahme des Staates. Die Agentur beruft sich jedoch auf zwei Quellen, die mit der Materie vertraut sind. Gleichzeitig wird berichtet, dass eine zehnte chinesische Bank künftig die Lizenz zur Goldeinfuhr erhalten hat, die China Everbright Bank.

Damit öffnet sich der chinesische Goldmarkt ein Stückchen mehr. Dies hat den Vorteil, dass dadurch auch das Angebot an Gold auf dem Markt zunehmen kann. Wenn man die Aufschläge sieht, die in China pro Unze Gold gezahlt werden, so kann man verstehen, dass hier Handlungsbedarf besteht. Im vergangenen Frühjahr haben Chinesen bis zu 30 Dollar Aufschlag je Unze zahlen müssen, inzwischen liegt das Premium bei 15 Dollar. Damit führen die Chinesen dieses Ranking in der Region klar an. In Singapur und Hongkong liegt der Aufschlag nur bei 2 Dollar je Unze.

Der Hunger chinesischer Investoren und von Privatleuten nach Gold hält an. Im vergangenen Jahr hat das Land, nach vorsichtigen Schätzungen, Indien als Weltmeister bei den Importen überholt. In diesem Jahr könnte die Nachfrage, auch aufgrund des günstigen Goldkurses, weiter ansteigen. Um diese zu bewältigen, muss sich der Markt weiter öffnen. Es wird daher nicht ausgeschlossen, dass weitere ausländische Banken in naher Zukunft eine entsprechende Lizenz erhalten. Das könnte die Aufschläge drücken und gleichzeitig die Nachfrage weiter ankurbeln.

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