Indien: Der Goldschmuggel blüht

Indien: Der Goldschmuggel blüht

Es gibt nur wenige Regionen auf der Welt, in denen Gold eine ähnliche Bedeutung hat wie in Indien. Während der Festsaison, als Geldanlage, zu Hochzeiten – Gelegenheiten, Gold und Goldschmuck zu kaufen, gibt es für die Menschen in Indien zuhauf. Vor allem wenn der Monsun eine ertragreiche Ernte ermöglicht hat, denn dann greift auch die Bevölkerung auf dem Land stark zu.

Der Staat Indien dagegen hat ein Problem, es nennt sich Außenhandelsdefizit. Das entsteht unter anderem aufgrund des enormen Goldimports und es schwächt die Finanzen des Landes. Um dem einen Riegel vorzuschieben, wurden unter anderem Importsteuern eingeführt. Dies ließ, zusammen mit der schwachen Rupie, den Goldimport Indiens einbrechen – zumindest den offiziellen Import.

Gold wird immer mehr zur Schmuggelware

Das Gold findet längst andere Wege ins Land, illegale Wege. Der World Gold Council spricht diplomatisch von inoffiziellen Goldmengen, die durch die enorm durchlässigen Grenzen nach Indien kommen. Lässt man die diplomatische Note in der Sprache beiseite, kommt man zum tatsächlichen Ausdruck für die Vorgänge: Schmuggel. Tatsächlich explodiert in Indien die Zahl der Festnahmen wegen illegaler Aktivitäten rund um den Goldschmuggel, ebenso die Menge beschlagnahmten Edelmetalls. Als Folge der illegalen Goldeinfuhren entgehen dem alles andere als reichen Staat hohe Einnahmen aus Zoll und Steuern.

Die Schmuggler haben sich ein weit verzweigtes Netzwerk aufgebaut, das viele Länder umfasst. Händler, Transporteure, Abnehmer – das Netzwerk des indischen Goldschmuggels beschäftigt viele Menschen aus den unterschiedlichsten "Schichten" der Bevölkerung. Der Schmuggel funktioniert vor allem, weil trotz der Importrestriktionen weiter ein riesiger Markt vorhanden ist und die Preise für Gold enorm hoch sind. Das macht das illegale Geschäft für die Banden attraktiv.

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Gold kennt viele Wege nach Indien

Es gibt viele Routen, auf denen das Gold nach Indien gelangt. Geschmuggelt wird auf dem Luft- und dem Landweg sowie über See. Über Land erreicht das Edelmetall den Staat vor allem über Länder wie Bangladesch, Myanmar oder Nepal. Es sind Länder, in denen keine große Goldnachfrage den Rohstoff so aufsaugt wie in Indien. Über See nutzen die Schmuggler vor allem Fischerboote, die Goldmengen kommen via Sri Lanka.

Wenn es um den Luftweg geht, kommen die geschmuggelten Goldmengen vor allem aus dem Mittleren Osten. Nicht alles läuft komplett unter der Hand, manche Mengen werden sogar verzollt. Dabei werden aber Einfuhrrestriktionen kreativ mit einer umfangreichen Organisation des Transportes durch im Vorfeld angeworbene Flugpassagiere umgangen, den Fluggästen wird das Gold nach der Landung in Indien dann wieder abgenommen. Der Erfindungsgeist der Schmuggler treibt bisweilen dreiste Blüten. So berichten Medien von einem Flug mit 98 Passagieren zum Flughafen nahe der Stadt Kozhikode an der Malabarküste im Südwesten des Landes. Indern, die mindestens sechs Monate im Ausland gelebt haben, dürfen maximal ein Kilogramm Gold einführen, sofern sie den Zoll in ausländischer Währung bezahlen. Dass von den Passagieren dieses Fluges genau 98 Kilogramm Gold verzollt wurden, war bestimmt "reiner Zufall".

Quelle: http://www.financialexpress.com/news/gold-smuggling-a-golden-corridor/1217818