Stehlen Bitcoins Gold die Show?

Stehlen Bitcoins Gold die Show?

Die Internet-Alternativwährung Bitcoin erhitzt schon lange die Gemüter. Entwickelt sich hier parallel zu den etablierten Währungen ein neues virtuelles Geld? Die Kryptowährung hat vor allem in den vergangenen Monaten mit einer immensen Wertsteigerung gegenüber den Welt-Leitwährungen wie US-Dollar und Euro für Aufmerksamkeit gesorgt. Doch was hat die Kryptowährung mit dem Goldpreis zu tun?

In einem Beitrag für Forbes sieht Autor und Finanzmarktexperte Charles Sizemore einen Bezug zwischen dem Goldpreis und den Bitcoins. Beide gelten als "Alternative" zu Dollar und Co., haben Sizemores Ansicht zufolge damit einen überlappenden "Fanclub". Der Schluss des Experten: Bitcoins ziehen vor allem bei solchen Anlegern Interesse vom Gold ab, die kritisch bis skeptisch dem Establishment gegenüber eingestellt sind.

Das kann man, muss man aber nicht so sehen. Fakt ist: Der Goldpreis befindet sich bereits seit September 2011 in einem Sinkflug. Zwar wird vor allem im Internet nicht erst seit gestern über Bitcoin kontrovers und ausführlich diskutiert, der Hype um die Kryptowährung ging aber erst im Schlussquartal 2013 richtig los. Da hatte Gold sein Tief bei 1.180 Dollar schon gesehen. Und auch die letzte Abwärtsbewegung begann bereits Ende August bei 1.434 Dollar. Hier lassen sich allenfalls bedingt Parallelen ziehen.

Dennoch sollten Gold-Anleger die Bitcoins nicht ganz außer Acht lassen. Bisher hat die virtuelle Währung dem Gold sicher nicht die Show gestohlen. Doch die Aufmerksamkeit könnte wachsen, obwohl viele Experten nicht daran glauben, dass Bitcoins sich durchsetzen werden.

Wer dem Gold seit September 2011 ganz sicher die Show gestohlen hat, ist der Aktienmarkt. Während der Goldpreis unter Druck geraten ist, feierten die Aktienbörsen eine Kursparty. Etablierte Indizes erreichten trotz aller konjunktureller Probleme und der Spätfolgen der diversen Finanzmarktkrisen seit 2008 neue Rekorde. Ob gerechtfertigt oder nicht – Sizemore rechnet aus diversen Gründen in diesem Jahr nicht mit einer großen Renaissance des Goldpreises.

Die Gründe, die der Experte anführt, kommen vor allem aus dem monetären Bereich. Die Inflation scheint, so suggerieren zumindest die offiziellen Daten, im Griff. Die Inflationsrate ist niedrig und die Energiepreise fallen, merkt Sizemore an. Das staatliche Budgetdefizit als einer der wesentlichen Einflussfaktoren auf den Dollarkurs sei zwar weiter zu hoch, so Sizemore, schrumpfe aber und werde 2014 wahrscheinlich bei 3,3 Prozent liegen. Dazu beginne die US-Notenbank Fed mit dem Tapering, nachdem die Maßnahmen im Rahmen der "Quantitative-Easing-Politik" jahrelang Inflationsängste geschürt haben.

Allerdings brachten diese Maßnahmen auch viel Geld an den Markt. Dies floss zuletzt vor allem in die bärenstarken Aktienmärkte, während besonders institutionelle Anleger aus Gold regelrecht flohen und in den "hippen" Aktienbereich investierten. Die Folge: Die Bestände der Gold-ETFs seien so niedrig wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr, kommentiert Sizemore. Die Institutionellen hätten das Gold aufgegeben, so der Experte, der dies negativ für den Goldpreis auslegt – eine Interpretation der Daten, der man so nicht zustimmen muss. Insbesondere Contrarian-Anleger werden hierin das genaue Gegenteil sehen und vor allem auf das miese Sentiment für Gold verweisen. Es sind genau solche Situationen, das zeigen die Erfahrungen der Börsengeschichte, die die Basis für Trendwenden bilden.

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