Die Perspektive der weltweiten Konjunktur lässt sich an einem Aspekt gut beleuchten. Dem „Tapering“. Dass die US-Notenbank in Kürze beginnen wird, die enorm expansive Geldpolitik zu zügeln, ist abzusehen. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass die US-Notenbanker dies erstmals im März machen werden. Es ist ein Zeichen, dass sich die konjunkturelle Lage gebessert hat – zumindest aus Sicht der Fed-Verantwortlichen, die den Beginn des „Tapering“ von konjunkturellen Faktoren abhängig machen.

Zwar birgt dieses „Tapering“ ein Risiko für die Konjunktur, dennoch könnten mit einem wirtschaftlichen Aufschwung die Industriemetalle in den Fokus rücken. Die zugrunde liegende Gleichung scheint einfach: Eine stärkere Wirtschaftsleistung bedeutet eine größere Rohstoffnachfrage. Dass alles aber doch nicht ganz so einfach ist, beweist ein Blick auf den Aluminiummarkt.

Nicht allein die Konjunkturlage entscheidet

Das Leichtmetall ist branchenübergreifend ein enorm wichtiger Werkstoff. Flugzeuge, Autos, Elektronikgeräte, Verpackungen, Haushaltsgeräte – viele Produkte enthalten Aluminium. Deshalb gelten die Zahlen von Alcoa (ISIN: US0138171014), mit denen die US-Bilanzsaison traditionell beginnt, als eine Art inoffizielles Konjunkturbarometer. Vom US-Konzern kam jüngst der Ausblick, dass 2014 die weltweite Aluminiumnachfrage um 7 Prozent steigen wird. Das klingt gut, ist aber nur eine Seite der Medaille. In China werden, so Medienberichte, in diesem Jahr neue Kapazitäten im mittleren einstelligen Millionen-Tonnen-Bereich an den Markt kommen. Dies kann den Markt erheblich belasten, schon jetzt liegt der Aluminiumpreis nahe eines Mehrjahrestiefs.

Ein ähnliches Problem ist am Kupfermarkt zu sehen. Für das abgelaufene Jahr hat die International Copper Study Group ein Überangebot prognostiziert, das neuesten Zahlen zufolge aber geringer als erwartet ausfallen könnte. Dies hat den Kupferpreis zuletzt gestützt. Dass nun der US-amerikanische Kupferhersteller Freeport McMoRan (ISIN: US35671D8570) den Ausstoß einer der weltweit größten Kupferminen, dem Grasberg-Projekt in Indonesien, erhöhen will, ist vor diesem Hintergrund nicht unbedingt eine gute Nachricht für den Kupferpreis. So wundert es kaum, dass eine durchgreifende Erholung des Kupferpreises derzeit nicht zu sehen ist – allen verbesserten konjunkturellen Perspektiven zum Trotz.

Politik beeinflusst Nickelmarkt entscheidend

Indonesien wird nicht nur für den Kupferpreis in diesem Jahr eine zentrale Rolle spielen, sondern ebenso für die Notierungen eines anderen Metalls: Nickel. Die Notierungen des Metalls liegen ebenfalls in der Nähe eines Mehrjahrestiefs. Allerdings könnte hier eine Sondersituation den weiteren Nickel-Kursverlauf beeinflussen. Indonesien, das zur weltweiten Spitzengruppe bei der Nickelförderung gehört, will verstärkt geförderte Erze im eigenen Land weiterverarbeiten lassen. Entsprechend drohen Exportstopps, neben Nickel auch für Bauxit, einem Erz für die Aluminiumproduktion. Solche Verbote dürften allerdings nicht sofort in Kraft treten, sondern erst nach einer mehrjährigen Übergangszeit. Ob der Preis des Metalls daher auf die Entscheidung der indonesischen Politiker stark reagiert, bleibt abzuwarten.

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