Einzelne Goldförderer haben an der Börse vergangenes Jahr bis zu 75 Prozent ihres Wertes eingebüßt, keine Gesellschaft ist wirklich ungeschoren davongekommen. Dabei hat es nicht nur die Explorer und die kleinen Gesellschaft getroffen, auch die großen Konzerne hatten an der Börse zu kämpfen.

Die ersten Vorzeichen für 2014 könnten ebenfalls schlecht sein. Die Ratingagentur Moody’s hat ihre Vorhersagen für die Gold- und Silberpreise deutlich nach unten revidiert. Die Agentur erwartet einen Goldpreis von 1.100 Dollar je Unze und einen Silberpreis von 18,00 Dollar je Unze. Das könnte die Kreditzinsen für die gesamte Industrie nach oben treiben, die Finanzierungskosten würden entsprechend ansteigen. Außerdem würden die Umsätze unter weiter sinkenden Preisen leiden. Doch der Markt reagiert mit einer Gegenbewegung. Seit Jahresbeginn legen die Kurse der Goldaktien deutlich zu.

Barrick Gold (ISIN: CA0679011084) hat sich am Freitag um 3 Prozent verbessert, seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 6 Prozent. Anleger hoffen, dass der Streit um die Mine von Pascua Lama bald ein Ende finden könnte. Die argentinischen Behörden haben sich eingeschaltet und wollen ihre chilenischen Kollegen um Unterstützung bitten. Das könnte neues Leben nach Pascua Lama bringen.

Bei Goldcorp (ISIN: CA3809564097) sind die höheren Fördererwartungen ein Kurstreiber. Die Kanadier legen im bisherigen Jahresverlauf um fast 10 Prozent zu. Der Goldförderer will 2014 seine Produktion um 13 Prozent auf mehr als 3 Millionen Unzen Gold steigern. Gleichzeitig sollen die Kosten in den kommenden Jahren um bis zu 20 Prozent sinken.

Yamana Gold (ISIN: CA98462Y1007) legt 2014 bisher um rund 8 Prozent zu, auch andere Gesellschaften wie Agnico Eagle Mines (ISIN: CA0084741085), Eldorado Gold (ISIN: CA2849021035) oder NovaGold Resources (ISIN: CA66987E2069) kommen auf hohe einstellige Zuwachsraten. Wenn man auf die afrikanischen Gesellschaften blickt, so setzt sich der positive Trend auch dort fort. AngloGold Ashanti (ISIN: US0351282068) gewinnt fast 4 Prozent, Gold Fields (ISIN: ZAE000018123) klettert um fast 5 Prozent nach oben. Die Südafrikaner haben 2013 jedoch auch besonders heftige Verluste hinnehmen müssen.

Trotz der Ohrfeige von Moodys können die Pluszeichen vor den Aktienkursen nicht wirklich überraschen. Denn 2014 kann sich zum Jahr der Goldaktien entwickeln. Eine Statistik untermauert dies. Der Philadelphia Gold & Silver Index (XAU) hat bisher noch niemals mehr als drei Jahre in Folge an Boden verloren. Nach der Dürreperiode von 2011 bis 2013 wäre eine Umkehr laut Statistik logisch. Nur zwei Mal gibt es beim Index überhaupt drei aufeinander folgende Jahre mit Minus. Die Jahre danach waren jeweils von einer regelrechten Rallye bei den Kursen gekennzeichnet. So gingen 1993 Goldaktien innerhalb von zwölf Monaten um 85 Prozent nach oben.

Analysten sehen gute Chancen für eine ähnliche Entwicklung in 2014, wobei die 85 Prozent kein Maßstab sind. Fakt ist jedoch, dass die ETFs ihre Goldverkäufe verlangsamt haben. Zudem finden sich in den Lagerhäusern der COMEX kaum noch Goldbestände, was die Nachfrage ankurbeln könnte. Die Zentralbank von China aber auch die dortige Bevölkerung könnten ihren Run auf Gold fortsetzen. Der zweite wichtige Konsument des Edelmetalls, Indien, könnte seine restriktive Einfuhrpolitik lockern. Entsprechende Pläne liegen vor. Das könnte die Nachfrage von indischen Privatleuten und Juwelieren deutlich ankurbeln. Ein wirtschaftlicher Aufschwung in den USA kann ebenfalls für einen neuen Run auf Gold sorgen. Zudem könnte es Engpässe bei der Goldversorgung geben. All das könnte den Kurs der Goldaktien 2014 wieder gen Norden bringen.