Auf dem Lynas-Konzern (ISIN: AU000000LYC6) lasten immer wieder neue Probleme bei einer Verarbeitungsanlage für Seltene Erden in Malaysia. Nun ist es ein Todesfall, der sich auf dem Standort der Australier ereignet hat, der die Gesellschaft selbst und ebenso die ohnehin schon stark gefallene Aktie des Unternehmens weiter unter Druck setzt.

Das Unglück nutzen Gruppen, die schon seit Jahren gegen die Lynas-Anlage opponieren, zu neuen Forderungen nach einer Schließung. Die Anlage solle so lange nicht weiterarbeiten, bis der Todesfall aufgeklärt sei, heißt es von Seiten der Lynas-Gegner. Diesen sind vor allem radioaktive Abfälle aus der Verarbeitung der Seltenen Erden, die Lynas in Australien fördert, ein Dorn im Auge.

Zahlreiche Probleme lassen Lynas-Aktie ins Bodenlose fallen

Angesichts eines ohnehin schwachen Marktes für Seltene Erden befindet sich die Company aus „down under“ in keiner komfortablen Situation. Zwar hat man aus Malaysia erste Produktionen nach zuvor jahrelanger Verzögerung in diesem Jahr auf die Reise zu den Kunden schicken können. Die Förderung der Rohstoffe auf dem australischen Projekt Mt. Weld allerdings wird kleiner als zunächst erwartet ausfallen. Die Gründe hierfür sind die schwache Nachfrage sowie die daher gedrückten Preise für Seltene Erden.

Die schlechte Marktlage und die Probleme in Malaysia sind wichtige Gründe für die miserable Entwicklung des Lynas-Aktienkurses. Dieser hat am Mittwoch 0,26 AUD an der Börse in Sydney erreicht, ein neues Mehrjahrestief, mit 0,265 AUD ging es in den Feierabend. Der charttechnische Abwärtstrend des Papiers ist völlig intakt, daran ändern auch kurzfristige Erholungsbewegungen so wie zuletzt von 0,27 AUD auf 0,305 AUD erst einmal nichts.

Nordamerika-Werte gewinnen, während Lynas weiter abstürzt

Auf der anderen Seite des Pazifischen Ozeans befindet sich einer der großen Konkurrenten von Lynas. Der US-Konzern Molycorp (ISIN: US6087531090) ist der zweite Produzent größerer Mengen von Seltenen Erden, der nicht aus China kommt. Die Aktienkursentwicklung der Gesellschaft ruft ebenfalls alles andere als Freudenschreie hervor. In den letzten Wochen gab es massive Kursverluste, zwischen Anfang Oktober und dem 7. November ist der Titel von 7,59 USD auf 4,61 USD zurück gefallen.

Anschließend aber hat sich der Aktienkurs von Molycorp deutlich stabilisiert. Eine Abwärtsbewegung wie bei Lynas ist nicht mehr zu sehen. Stattdessen ist oberhalb von 4,51 USD eine charttechnische Unterstützung auszumachen. Von hier gab es bereits eine kleine Aufwärtsbewegung bis auf 5,24 USD, die aber wieder abverkauft wurde. Am Montag und Dienstag kam erneut besagte Unterstützung ins Spiel, von wo aus der Anteilsschein des US-Konzerns am Dienstag dann zu einer spürbaren Erholung starten konnte: Intraday ging es bis auf 4,83 USD nach oben, der Schlusskurs ist bei 4,77 USD notiert.

Nicht nur Molycorp konnte sich damit klar von Lynas abgrenzen, auch andere nordamerikanische Werte aus dem Sektor der Seltenen Erden haben gestern massivere Gewinne eingefahren. Das gilt vor allem für die Aktie der kanadischen Rare Element Resources (ISIN: CA75381M1023) mit einem Plus von mehr als 7 Prozent.