Vor nicht allzu langer Zeit erklärte US-Notenbankchef Ben Bernanke, dass er die Goldpreise einfach nicht verstehe. Womit sich Bernanke unserer Meinung nach vermutlich schwer tut, ist die Frage, wie man den Wert einer Unze Gold eigentlich ermittelt. Und wenn dem tatsächlich so ist, hat er damit auch nicht ganz Unrecht. Schließlich schüttet Gold keine Dividenden aus und generiert auch keinen freien Cashflow. Wie also gelangen die Anleger letztlich zu einem bestimmten Kapitalwert pro Unze?

In diesem Zusammenhang behaupten die meisten Investoren, dass sie Verhältnis von Angebot und Nachfrage analysieren würden. Aber wie stark kann das zusätzliche Angebot, das an nur einem Tag an den Markt gebracht wird, das globale Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bei einem unverderblichen Vermögenswert, dessen Verfügbarkeit über Tausende von Jahren praktisch „eingefroren“ war und nur minimal angestiegen ist, überhaupt beeinflussen?

Wirklich beeinflusst werden Gold-Anleger vielmehr durch konkrete Muster bei der Tendenz des Goldpreises. Dies gilt jedoch nicht nur für die Investoren, sondern auch für die Notenbanken und sogar die Goldförderer selbst. Schließlich waren diese „Branchen-Insider“ zum Ende des 20 Jahre andauernden Baissemarktes bei Gold in den späten 1990er Jahren sehr bestrebt, ihr Gold zu verkaufen, und sicherten sich mit entsprechenden Termingeschäften bereits gegen einen Preis von 300 US-Dollar pro Unze ab. Als der Goldpreis dann im Jahr 2011 aber seinen Höchststand von fast 2.000 US-Dollar pro Unze erreichte, wurden die Tresorbestände ohne irgendwelche Absicherungspositionen ebenso erhöht wie die Förderkapazitäten. Sie sehen also, dass es durchaus gefährlich sein kann, einem allgemeinen Trend an den Finanzmärkten zu folgen.


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Um mit einem Investment letztlich wirklich Erfolg zu haben, sollten sich Anleger deshalb nicht auf irgendwelche generellen Trendmuster, sondern auf eine möglichst exakte Wahrscheinlichkeitsrechnung konzentrieren. Ein aktueller Bericht des RESEARCH Magazine* macht jedoch deutlich, wie schwer es dem Durchschnittsbürger fällt, in Wahrscheinlichkeitskategorien zu denken:

„Im Rahmen diverser Studien (am bekanntesten sind vermutlich jene von Edwards und Estes, über die Philip Tetlock in seinem Buch „Expert Political Judgment“ berichtet hat) sollen die Teilnehmer vorhersagen, in welchem Teil eines T-förmigen Labyrinths Futter für eine Ratte versteckt ist. Dieses Labyrinth war so präpariert, dass das Futter zufällig platziert wurde (es gab also kein regelmäßiges Muster). Allerdings wurde es in 60 Prozent der Fälle auf der einen und in 40 Prozent der Fälle auf der anderen Seite deponiert. Die Ratte ‚kapiert‘ das ziemlich schnell und wartet stets auf der ‚60 Prozent-Seite‘. Damit liegt sie in 60 Prozent der Fälle ja auch richtig. Führt man dieses Experiment hingegen mit Menschen durch, so suchen diese stets nach wiederkehrenden Mustern und entscheiden sich etwa in jenem Verhältnis für die eine oder die andere Seite, in dem diese zuletzt mit Futter bestückt worden ist. Aus diesem Grund lag die Trefferquote der menschlichen Versuchsteilnehmer bei lediglich 52 Prozent. Offenbar sind sie (also wir) wesentlich dümmer als Ratten. Strategien, die auf einer Wahrscheinlichkeitsrechnung basieren und dabei die Zwangsläufigkeit von Zufällen und Fehlentscheidungen akzeptieren, werden von uns also augenscheinlich regelmäßig fehlinterpretiert.“

Demnach verstehen sogar Ratten das Prinzip der Wahrscheinlichkeit also schneller als Menschen! Aus eben diesem Grund kann ein systematisch strukturierter Investmentprozess äußerst wertvoll sein. Fernab vom „Lärm“ der Märkte und sich vermeintlich wiederholenden Mustern können damit Strategien analysiert sowie Wahrscheinlichkeiten untersucht und berechnet werden. Nur so können Positionen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten systematisch gemanagt werden. Deshalb können Sie Ihre Chance auf überdurchschnittliche Erträge optimieren, indem Sie sich die Vorherrschaft des Zufalls eingestehen und sich konträr zu der auf wiederkehrende Muster fokussierten „Intelligenz der breiten Masse“ positionieren.

Da Menschen aber über ein natürliches Gespür für komplexe Verhaltensmuster verfügen, sehen wir solche Wahrscheinlichkeitsmuster ironischerweise auch dort, wo eigentlich gar keine sind. So starren Roulette-Spieler für gewöhnlich auf die digitale Anzeigentafel, auf der die letzten Ergebnisse aufgeführt werden, um so irgendwie den nächsten Wurf zu vorherzusagen. Die Tatsache, dass eine Kugel, die mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h entgegen der Laufrichtung in ein sich drehendes Rad geworfen wird, keinerlei Korrelation zu dem vorherigen Wurf (von einer Reihe von Würfen einmal ganz zu schweigen) aufweisen kann, wird dabei völlig außer Acht gelassen.

Ein systematisch strukturierter Investmentprozess kann das Risiko, dass Sie aufgrund Ihres persönlichen Scharfsinns unter Umständen zu viel in etwas hineininterpretieren, verringern oder sogar vollständig eliminieren. Denn wenn wir unsere Entscheidungen ausschließlich auf Basis der Wahrscheinlichkeiten treffen können, die sich anhand von Daten konkret berechnen lassen, können die Ergebnisse dieser Entscheidungen im Verlauf vieler Versuchsreihen kontinuierlich verbessert werden. Was den Goldmarkt betrifft, so bin ich beispielsweise davon überzeugt, dass eigentlich der Goldpreis die Schlagzeilen bestimmt und nicht umgekehrt. Steigt der Goldpreis morgens etwa um 1 Prozent an, überschlagen sich die Bloomberg-Reporter praktisch, um eine Meldung zu veröffentlichen, wonach die Schmucknachfrage aus China ansteigt. Sinkt der Goldpreis bis zum Ende des Handelstages dann aber wieder um 1 Prozent, geben dieselben Reporter einen Bericht heraus, in dem infolge einer verspäteten Monsun-Saison von einer rückläufigen Nachfrage aus Indien die Rede ist.

Im Rahmen des Baker Steel Alpha Gold Fund (ISIN LU0654361756), der darauf abzielt, bei vergleichbarer oder niedrigerer Volatilität die Wertentwicklung von Gold zu übertreffen, bezeichnen wir unseren systematisch strukturierten Anlagestil als „Contrarian-Ansatz“. Im Gegensatz zu einem typischen Long Only-Fonds werden unsere Engagements am Goldmarkt systematisch gemanagt und können in Abhängigkeit von der aktuellen Stimmungslage am Goldmarkt innerhalb vorab festgelegter Parameter variieren. So wird die Gewichtung beispielsweise reduziert, sofern GenEx, das von Baker Steel hausintern entwickelte Modell zur Ermittlung der Stimmungslage am Goldmarkt, eine Überhitzung des Goldmarktes feststellt.

Das GenEx-System verfolgt die Stimmungslage am Goldmarkt sowohl auf absoluter Basis als auch mit Blick auf mögliche Wendepunkte. Als Barometer für das allgemeine Sentiment hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung der Goldpreise werden dabei die Märkte für Goldoptionen herangezogen.

Die Erfolgsquote von GenEx beläuft sich seit der Einführung dieses Systems im Jahr 2002 auf 69 Prozent. Es ist zwar niemals einfach, erfolgreich zu investieren, doch diese Trefferquote spricht dafür, dass sich mit diesem Modell im Vergleich zu passiven Long Only-Instrumenten langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit überdurchschnittliche risikobereinigte Erträge generieren lassen. Und natürlich auch gegenüber Ratten und Menschen…

* RESEARCH Magazine, Oktober 2013 – DAS PROBLEM MIT DER WAHRSCHEINLICHKEIT IN DER ALTERSVORSORGE von Bob Seawright