Hinter den Silberinvestoren liegen rund zweieinhalb Jahre Bärenmarkt. Im April 2011 verzeichnete die Feinunze des Edelmetalls bei fast 50 Dollar ihr Top, heute ist sie nicht einmal die Hälfte wert. Im laufenden Jahr ist der Preistrend per Saldo ebenfalls negativ, obwohl der Feinunzenpreis für Silber mittlerweile wieder spürbar über dem Tief liegt – dieses wurde bei 18,21 Dollar notiert, der Jahresschlusskurs 2012 bei 30,34 Dollar. Derzeit pendelt die Feinunze knapp unter der 22-Dollar-Marke.

Während in der Presse oft vom Bärenmarkt bei den Edelmetallen die Rede ist, wundert sich Rohstoffexperte Jeff Clark von Casey Research über diese Darstellung sehr, vor allem was das Silber angeht. Seiner Meinung nach ist der Eindruck, Silber befinde sich in einem Bärenmarkt, falsch. Clark hat hierfür einige gute Gründe, wie er in einem aktuellen Marktkommentar aufzeigt. Gründe, die auch an dieser Stelle immer wieder zu lesen waren.

Beim Silber geht die physische Nachfrage und die Preisentwicklung bereits seit Langem in einer erstaunlichen Art und Weise auseinander. Während das Edelmetall zum Beispiel in Münzform wie wild gekauft wird, fällt die Notierung. Und das, obwohl im Gegensatz zum Gold sich institutionelle Investoren nicht in Scharen aus den Silber-ETFs zurück gezogen haben. Im Gegenteil: Der Blick auf die Statistik zeigt, dass sich die Positionen kaum verändert haben. Wenn der Markt mit stark fallenden Silberkursen rechnen würde, passt dieses Faktum nicht ins Bild – dann müssten die Investoren Bestände abbauen. Stattdessen sprechen die Daten eher dafür, dass man eine Erholung erwartet.

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Quelle: Casey Research

Doch nicht nur die Bestände der Investoren in Silber-ETFs widersprechen dem Bärenmarkt-Szenario. Das gilt ebenso für die Nachfrage nach Silbermünzen und -barren. Die Prägeanstalten können sich vor Anfragen kaum retten, die Nachrichten über temporäre Einstellungen des Verkaufs einiger besonders beliebter Münzen dürften viele noch in den Ohren haben. Die Daten des bisherigen Jahresverlaufs lassen klar darauf schließen, dass 2013 ein absolutes Rekordjahr sein wird.

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Quelle: Casey Research

Hinzu kommt ein interessanter Blick nach Asien: Während die Chinesen alles an Gold kaufen, dessen sie habhaft werden können, konzentriert sich Indiens Nachfrage nach Edelmetallen mehr und mehr auf das Silber. Das ist zum großen Teil hausgemacht, nachdem die indische Regierung mit neuen Abgaben und Regelungen die Goldnachfrage enorm belastet hat. Die Inder weichen nun aufs Silber aus – ein Trend, der sich fortsetzen wird, glauben Experten wie Clark. Der Analyst geht davon aus, dass Indien in diesem Jahr mehr als 20 Prozent der weltweiten Minenproduktion nachfragen wird. In den kommenden Wochen könnte die Nachfrage ganz besonders stark ausfallen: In Indien stehen wichtige Festivitäten an und eine positive Monsunsaison hat die Einkommen im Agrarsektor deutlich steigen lassen. Dies ist ein guter Indikator für eine starke Nachfrage nach Edelmetallen in dem Land. Derweil übt sich der Silberpreis charttechnisch in einer Bodenbildung. Durchaus möglich also, dass der nächste Kursschub nicht mehr lange auf sich warten lässt.

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Quelle: Casey Research

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