Gold: Wem kann man noch vertrauen?

Gold: Wem kann man noch vertrauen?

Gold gilt seit jeher als eine "Versicherung" gegen Inflation. Doch die Geldentwertung habe man im Griff, wie die offiziellen Daten zeigen. An der Wall Street feiert man sogar geradezu die aktuelle Lage: Eine zwar langsam, aber gegen alle Widerstände wachsende Wirtschaft auf der einen Seite, auf der anderen Seite eine gezähmte Inflation. Das freut den Markt und die Gold-Bären natürlich. Die Folge der Situation: Stark steigende Aktienindizes, fallende Goldnotierungen.

Doch wie "echt" sind die offiziellen Daten, halten sie dem Realitätscheck stand? Völlig abseits von irgendwelchen Verschwörungstheorien ist es in erster Linie von der Berechnungsweise und der gewählten Datenbasis abhängig, wie die Zahlen ausfallen und damit auch, wie gut die Zahlen die Realität widerspiegeln. Berechtigte Kritik an den Daten gibt es immer wieder, nicht nur in den USA.

Der Rohstoffexperte Peter Schiff, Chairman von Euro Pacific Precious Metals, gehört seit langem zu den Kritikern der offiziellen Zahlen. Er geht davon aus, dass die Daten zur Inflation die tatsächliche Geldentwertung geschönt darstellen. Dies betont Schiff auch in einem aktuellen Kommentar zum Goldmarkt
erneut. Dagegen sei das Wirtschaftswachstum in den offiziellen Zahlen viel höher als in der Realität. Schiffer führt hier Daten von Shadowstats ins Feld, die eine Inflation ausweisen, die ein Vielfaches der aktuellen offiziellen Zahlen ausweisen, zugleich eine schrumpfende Wirtschaftsleistung der USA attestieren – von Wachstum ist in den Shadowstats-Zahlen seit Jahren keine Spur zu finden.

Quelle: Euro Pacific Precious Metals / constantcontact.com

Quelle: Euro Pacific Precious Metals / constantcontact.com

Für Schiff liegen die realen Daten wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Die Differenz zwischen den offiziellen Zahlen und den "Schattenzahlen" könnte vor allem auf das zurück gehen, was Schiffer als "Export von Inflation" bezeichnet. Die Basis ist das hohe Defizit der USA im Außenhandel. Mit dem selbst gedruckten Geld, das die Fed derzeit in Massen in den Markt pumpt, finanziert die USA Importe, bezahlt diese mit den gedruckten Dollar, die wiederum vom Ausland zur Finanzierung der explodierenden US-Schulden genutzt werden. Eine irre Spirale, die zuletzt im heftigen politischen Streit um die Erhöhung der Staatschuldengrenze in den USA ihre hässliche Fratze zeigte.

Der Streit aber ist nur eine vergleichsweise kleine Auswirkung dieses enorm ungesunden Kreislaufs, der in Wirklichkeit massive Sprengkraft für die globale Wirtschaft und den Wert des Dollars hat. Bemerken die Investoren, dass die offiziellen Zahlen zu Inflation und Wirtschaftswachstum tatsächlich die Lage besser darstellen als sie ist, müsste der Goldpreis explodieren. Zugleich sollte der Dollar heftig an Wert verlieren. Dieses Risiko ist vielen bewusst. Nicht umsonst denkt man in China, dem größten Gläubiger der USA, immer lauter über Alternativen zum Dollar nach und häuft Gold in Massen an. Das ist eine Tendenz, die nicht nur in China zu sehen ist.

Das dürfte auch der Wall Street und vor allem den großen Finanzinstituten bewusst sein. Ist es vor diesem Hintergrund ein Wunder, dass Goldman Sachs zu den größten Gold-Bären dieser Zeit gehört? Fragen, die sich auch Schiffer stellt. Der viel beachtete Experte schenkt den Bankern der Wall Street daher wenig Glauben, denn in seinen Augen gehören diese zu den Hauptprofiteuren der aktuellen Situation.

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